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robintobs hat kommentiert

04.07.2022 11:11 Uhr


defpro schrieb:
Bin zwar etwas spät dran, wollte aber auch nochmal etwas detaillierter zu den Bands beim Primavera Sound 2022 schreiben. War musikalisch ein sehr tolles Wochenende und da ich bislang noch nicht auf so vielen Indie-Festivals unterwegs war, gab es für mich auch seeeeehr viele Artist-Premieren. Hab mich ein wenig wie bei meinem ersten Rock am Ring 2008 gefühlt, weil das Line-up nicht nur aus Bands bestand, die ich alle schon 100x gesehen habe.

Wir waren wie gesagt nur für das zweite Wochenende da, hatten aber vorher noch ein paar Tage Sightseeing gemacht. Ciutat-Konzerte wären also theoretisch einige möglich gewesen. Nachdem wir (vermutlich Klimaanlagen-bedingt) gesundheitlich jedoch schon etwas angeschlagen waren und die Berichte über lange Schlangen und für uns ungünstige Priorisierungen eintrudelten, haben wir diese Pläne über den Haufen geworfen (schade um den King Hannah/Los Bitchos-Abend) und uns auf den Mittwoch konzentriert.

Mittwoch - Poble Espanyol:

Hier hatten wir uns im Vorfeld bereits DICE-Tickets gekauft. War zwar eigentlich etwas entgegen meiner Prinzipien, aber im Endeffekt war ich vor Ort super froh, dass wir entspannt kurz vor Beginn an der sehr langen Schlange vorbeikonnten. Zur Location hat JackJones bereits alles gesagt: Sah echt super schön aus. Schade, dass wir erst so knapp vorher da waren, sonst hätte ich mich gerne auf dem Gelände noch etwas mehr umgesehen.

Die erste Band war Pom Pom Squad. Der Publikumsbereich war noch eher spärlich gefüllt, weil die meisten noch draußen am Anstehen waren. Die tanzbareren Indie-Rock-Pop-Punk-Songs der Band haben für einen schönen Einstieg gesorgt. Das Pacing des Sets fand ich etwas merkwürdig, da in der zweiten Hälfte fast nur Balladen gespielt wurden. Hätte man etwas besser mixen können. War aber ein schöner Einstieg.

Weiter ging es mit Magdalena Bay, für mich dem Lowlight des Abends, was aber ausschließlich die Sound-Person zu verantworten hat. Der erste Song wurde gestartet, die darauf abgestimmten Visuals liefen und das Headset-Mic der Sängerin klappte nicht. Da wohl einiges vom Audio vom Band kam, konnte man nicht einfach pausieren und neu starten, sodass spontan auf ein Kabel-Mikro gewechselt werden musste, was ebenfalls nicht funktionierte. Alle Songs liefen in fließenden Übergängen, sodass man die ersten 2-3 Songs exakt null Gesang gehört hat, was bei einer Electro-Synthpop-Band zu nur mäßig spannenden Ergebnissen führt. Irgendwann hat man das Kabel-Mic dann doch zum Laufen bekommen, was zu einem Euphorie-Moment im Publikum geführt hat. Zumindest bei uns weiter hinten war es danach jedoch weiterhin ein einziger Sound-Matsch. Sehr schade. Hatte mich auf den Auftritt echt gefreut.

Im Anschluss gab es meinen einzigen negativen Getränkestand-Moment des ganzen Festivals. War ein bisschen Pech dabei, weil beide Thekendamen konsequent an mir vorbei bedient haben und die Cashless-Terminals auch noch Empfangsprobleme hatten. Deshalb leider von Ride die ersten 2,5 Songs verpasst, darunter das großartige "Leave Them All Behind". Naja, hätte das Ganze auch etwas besser timen können. Ride haben dann ihre komplette "Going Blank Again"-Platte gespielt (die komplette "Nowhere" gab es einen Tag später, da jedoch ohne mich). Könnte jetzt spontan gar nicht sagen, welche der beiden Konzerte ich lieber gesehen hätte, aber da von "Nowhere" normalerweise mehr im regulären Set landet, gab es für mich ein paar mehr Live-Premieren wie z. B. das großartige "Cool Your Boots". Ich muss zugeben, dass ich das Album jetzt nicht als DIE Klassiker-Platte sehe, zu der sie oft gemacht wird, sodass sich für mich in der zweiten Hälfte ein paar kleinere Längen eingeschlichen haben. Insgesamt aber ein toller Auftritt.

Khruangbin lieferten für mich danach die Überraschung des Abends. Ich war schon ein wenig erschöpft und einfach nicht in Stimmung für solche Musik. Da habe ich jedoch meine Rechnung nicht ohne die Münchner vor uns gemacht, deren gute Laune so ansteckend war, sodass ich dann doch sehr viel Spaß hatte und der Vibe für mich im Endeffekt dennoch passte. Besonders cool waren die beiden gespielten Medleys, obwohl ich echt viele Songs nicht erkannt habe (ich muss mehr MF Doom hören). Hat sich super in das Set eingefügt und jemand, der "Apache" covert, hat bei mir sowieso einen Stein im Herzen.

Headliner des Abends waren Phoenix und meine Güte, hab ich mich auf die gefreut. Den großen Hype um "Wolfgang Amadeus Phoenix" hab ich damals komplett verschlafen und stattdessen nur irgendwelche Metalcore-Bands abgefeiert. Hab deshalb auch erst viel zu spät erkannt, was für eine geile Platte das auch abseits der beiden großen Hits ist. Besagte Hits markierten dann auch den Beginn und das Ende des Sets und die Euphorie im Publikum war richtig heftig. Hab mich dann auch zu einem kleinen Pogo zu "1901" hinreißen lassen. Die Mitte des Sets hatte dafür ein paar (gewollte) Ruhepole zu viel für mich, was aber sicherlich auch an meiner Erkältung lag (aber Probs für die coolen Visuals zum "Love Like a Sunset"-Double). Leider gab's auch nur den Titeltrack der mMn unterschätzen "Ti Amo"-Platte. Die beiden neuen Songs haben dagegen meine Euphorie bzgl. des neuen Albums noch nicht so ganz entfacht, aber der crowdsurfende Thomas zum Abschluss hat einiges wieder wettgemacht. Sehr tolle Live-Band und schön, dass ich sie nach all den Jahren endlich mal gesehen habe.

Der Heimweg um 1 Uhr nachts war im Anschluss noch super anstrengend, da weder U-Bahnen noch Trams, sondern ausschließlich Nachtbusse gefahren sind, welche dementsprechend auch komplett überfüllt waren. An quasi jeder Station wurden Leute unfreiwillig draußen gelassen, weil sie andere Leute aussteigen lassen wollten und der Busfahrer dann einfach die Türen vor ihnen geschlossen hat. Ist für mich ein Rätsel, dass man in so einer Millionenstadt wie Barcelona nicht die Öffis in einer eingeschränkten Taktung durchfahren lassen kann oder zumindest bei einem Festival eine Ausnahme machen kann. Hat uns zum Glück in den Folgenächten nicht mehr betroffen, da unser Hotel in Laufnähe zum Parc del Fòrum war.

Donnerstag:

Los ging es für uns direkt zum allseits beliebten Bits-Gelände, wo Griff eine sehr gute Pop-Show ablieferte. Hatten sie ja bereits als Support von Dua Lipa gesehen, aber bei einer kleineren Show kommt ihr Auftritt im Publikum auf jeden Fall noch ein gutes Stück besser an.

Mussten dann leider verfrüht schon wieder abhauen, weil ich unbedingt Jay Electronica sehen wollte. Meine Freundin sollte mir diese Entscheidung noch einige Male vorhalten, denn das war mit Abstand der verrückteste Auftritt des Wochenendes. Genau genommen wahrscheinlich auch der schlechteste, aber es gab Entertainment der anderen Sorte. Für alle, die ihn nicht kennen: Jay ist ein US-Rapper, der 2010 nach nur zwei bekannten Songs bei Jay-Zs Roc Nation gesignt wurde, dann 10 Jahre abgesehen von ein paar Feature-Parts keinen einzigen Song veröffentlicht hat, nur um 2020 dann ohne irgendwelche Promo ein Kollabo-Album mit Jay-Z zu droppen. Was hab ich mich auf den Auftritt gefreut. Hatte sogar auf einen Khruangbin-Gastauftritt gehofft, welche für einen Beat gesamplet werden. Ja, bei US-Rappern sind die Auftritte häufig low effort, aber doch nicht bei Jay. Der ist noch ein "echter Lyriker". Das ist noch "real hip-hop". Tja, weit gefehlt.
Fangen wir mit dem Musikalischen an: Aus den Boxen liefen die Originalsongs mit komplettem Vollplayback. Darüber rappte Jay dann, wenn er Lust dazu hatte, seine Texte. Wobei "rappen" das falsche Wort ist. Seine ruhige Vortragsweise ist live einem anstrengenden Shouten gewichen. Eine besondere Glanzleistung war es auch, dass Songs mit fremden Feature-Parts in keinster Weise gecuttet waren. Man hätte z. B. den Westside Gunn-Track "Free Kutter" einfach mit Jays zweiter Strophe erst einfaden können. Nein, der komplette Track wird gespielt, sodass man sich erstmal 1,5 Minuten Gunns erste Strophe vom Band anhören muss, bis Jay seine Strophe rappt. Genauso war es natürlich auch mit den Jay-Z-Parts der aktuellen Songs. Vermutlich auch der Grund, wieso Kanyes "Jesus Lord" nicht gespielt wurde. Da hätte man ja knapp 5 Minuten bis zu Jays Part warten müssen. Wieso man bei so viel Downtime dann noch ein 2-minütiges Spoken-Word-Intro von Louis Farrakhan, des Führers der Nation of Islam, spielen muss? Ich habe keine Ahnung.
Nun zum Auftritt selbst: Jay kommt auf die Bühne, hat nach 2 Minuten keinen Bock mehr auf die Bühne und geht ins Publikum, spielt dort 2 Songs, geht wieder auf die Bühne, schmeißt seinen Hut und NOI-Mantel sowie ein Walkie-Talkie ins Publikum, fragt das Publikum hintereinander, wer aktuell auf Weed, MDMA und Kokain ist. BARCELOONA BARCELOONA!!! Shout out J Dilla. Jay will, dass die Leute zu ihm auf die Bühne kommen. Barrikaden werden gestürmt, komplette Bühne ist überfüllt mit Leuten, nächster Song wird eine Minute gespielt, danach wird Jays Mikro abgedreht. Auftritt ist zunächst abgebrochen, alle Leute müssen wieder runter. Zeit vergeht, Security sucht die Bühne nach gefährlichen Gegenständen ab. Jay klatscht zum Dank ein paar Securitys ab, nur um im Anschluss den gleichen Security zu beleidigen ("if I see you near me again I'mma punch your fuckin' face"). Jay schmeißt Bühnenequipment und ein Mikro ins Publikum (bin mir ziemlich sicher, dass das Mikro an einer Person abgeprallt ist). BARCELOONA BARCELOONA! Jay geht wieder ab ins Publikum, spielt "Exhibit C", geht wieder auf die Bühne, rappt die letzten 30 Sekunden a cappella, schmeißt ein zweites Walkie-Talkie und ein zweites Mikro ins Publikum und verlässt die Bühne 20 Minuten vor Ende der angekündigten Zeit. Das ganze Set hat inklusive Playback-Songs und Konzertabbruch ne halbe Stunde gedauert. Einfach nur wow...

Nach einer Essenspause ging es für 2 Songs zu Slowdive. Hier hat der Vibe aber für mich nicht gestimmt und das Mikro von Rachel war entweder defekt oder zumindest unfassbar leise. Also ab nach Mordor für ein paar Interpol-Songs und einen guten Spot für Gorillaz. Heftige Menschenmenge, sehr viele Briten, ziemliches Gedränge. Stimmung für Interpol war überhaupt nicht vorhanden. Obwohl wir früh da waren, standen wir echt weit von der Bühne weg und es ging nichts mehr. Im Nachhinein war der Spot sehr schlecht gewählt, da es genau das Bottleneck zu FOH und VIP-Bühne war, wo sich einfach dauerhaft Menschen an einem vorbeiquetschen wollten. Wir haben es 4 Songs in dem Gedränge ausgehalten, aber irgendwann wurde es uns zu viel. Stimmung war zu dem Zeitpunkt auch keine vorhanden. Standen dann links relativ weit hinten, wo es auch sehr voll war, man vom Sound jedoch gar nichts mehr mitbekommen hat. Haben uns dann hinter FOH positioniert und den restlichen Auftritt über den Monitor verfolgt. Abgesehen von den Hits war keine Stimmung im Publikum, gerade der "Plastic Beach"-Mittelteil hat überhaupt nicht funktioniert. Dazu noch ein bisschen Setlist-Pech (viele "Demon Days"-Songs gestrichen und "Désolé" vom ersten Wochenende war auch nicht mehr dabei). War für mich im Endeffekt der schlechteste Auftritt des Wochenendes und wir waren erst mal ziemlich unterwältigt von der Hauptbühnen-Situation. Wenn man das Gelände etwas besser kennt, hätte man jedoch auch einen besseren Spot finden können.

Dua Lipa haben wir dann ebenfalls nur über den Bildschirm verfolgt, aber hier haben wenigstens die Hits gestimmt. Die Show war im Vergleich zur Solo-Tour natürlich abgespeckter, aber die Leute hatten ziemlich Spaß. Haben leider das Angèle-Duett knapp verpasst, weil wir nochmal den Weg zu Bits auf uns nehmen mussten...

... denn dort wartete Charli XCX und entschädigte uns für die teilweise etwas mäßigen Auftritte des Tages. Was für eine Show! Was für eine Power! Was für ein Publikum! Bester Auftritt des Tages mit Abstand. Alleine diese aufwändigen Dance-Choreographien waren schon der absolute Hammer. Für mich verständlich, dass dafür auch der Playback-Anteil etwas hochgefahren werden musste. Ihrer Stimme hat man die vorherige Erkältung jedoch mMn nicht mehr angehört. Der Anteil an neuen Songs war erwartungsgemäß sehr hoch, was man aufgrund des 1-Stunden-Slots auch gemerkt hat. Ich kam jedoch voll auf meine Kosten. Alleine schon das Intro-Triple aus "Lightning", "Gone" und "Move Me"... einfach nur krass. Später noch ein komplett ausrastendes Publikum zu "Vroom Vroom". Genau darauf hab ich mich seit 2019 gefreut (damals noch mit Mad Cool-Ticket im Gepäck) und meine Erwartungen wurden nur noch übertroffen. Ganz ganz toll!

Sind im Anschluss nochmal rüber zur Cupra-Stage, um noch ein wenig Bicep mitzunehmen. Sah mit den Visuals schon sehr beeindruckend aus und ich liebe die Songs auch, aber meine Energie war komplett hinüber und zum Tanzen war es teilweise auch etwas zu voll. Will mir gar nicht vorstellen, wie das ausgesehen hätte, wenn man 2manydj's nicht noch kurzfristig parallel gelegt hätte. Haben dann nach einigen Liedern erschöpft, aber glücklich den Heimweg angetreten.

Freitag:

Nachdem wir mit den Hauptbühnen am Vortag keine guten Erfahrungen gemacht hatten, beschlossen wir, diesmal frühzeitig da zu sein. So stand außerplanmäßig dann auch Brittany Howard auf unserem Plan. Gespielt wurden Songs ihrer Solo-Platte sowie drei Cover von Funkadelic, Jackie Wilson und Nina Simone. Die Cover waren für mich die klaren Highlights, von denen ich mir gerne noch mehr gewünscht hätte. Ihre eigenen Songs gingen, von dem Hit "Stay High" mal abgesehen nicht ganz so an mich, verließen aber hin und wieder auch mal den Neo-Soul/R&B-Pfad in drifteten jazzigere Gefilde ab. Zum Reinkommen in den Tag auf jeden Fall ein nettes Konzert.

Das Tageshighlight lieferte im Anschluss Lorde ab. Im Gegensatz zu unseren Befürchtungen war vor der Bühne noch massig Platz und erst kurz vor Konzertbeginn füllten sich die Reihen. So stand wir unbeabsichtigt viel weiter vorne als geplant und waren umgeben von lauter Lorde-Ultras, die jede einzelne Textzeile lauthals mitsangen. Hab mich als Gelegenheits-Fan fast etwas schuldig gefühlt. Highlight waren auf jeden Fall die "Melodrama"-Songs (bei "Liability" hab ich schon etwas Gänsehaut bekommen) sowie "Mood Ring" als für mich mittlerweile klar bester Song der aktuellen Platte. Dass sich drehende Bühnenbild sowie die reduzierte Choreographie haben sich sehr schon in den Auftritt eingefügt und das Bananarama-Cover zu "Cruel Summer" kam dann zwar sehr überraschend, aber auch ziemlich passend. Das war wirklich verdammt gut!

The Strokes haben wir im Anschluss wieder von weiter hinten gesehen und ich muss sagen, dass der Auftritt für mich als jemanden, der nie wirklich The Strokes gehört hat, viel Spaß gemacht hat. Überall waren tanzende Leute, die von der ersten bis zur letzten Platte die Songs ziemlich abgefeiert haben. Julian war auch gesanglich gut aufgelegt. Selbst der Kopfstimmen-Part bei "The Adults Are Talking" hat gesessen. Sein Dummgelaber zwischen den Songs musste man jedoch ausblenden können, was zugegebenermaßen nicht immer ganz einfach war. Und die Tatsache, dass "Eternal Summer" nicht gespielt wurde, hat mich schon etwas traurig gemacht. Aber ansonsten war das eine ziemlich runde Sache und die Stimmung im Publikum glänzend.

Etwas ambivalenter war mein Eindruck bei M.I.A.. Das lag jedoch zunächst daran, dass ihre Visuals auch auf sämtlichen anderen Screens abgespielt wurden, sodass man aus unserer Position vom Bühnengeschehen überhaupt nichts mitbekommen hat. Das wurde dann irgendwann behoben, dann wieder rückgängig gemacht und am Ende wieder behoben. Mir hat es ansonsten ganz gut gefallen, um mich herum war das Publikum abseits der Hits jedoch eher verhalten. Zum Ende hin wurde noch ein Chor auf die Bühne geholt, der Teil ihres 'spiritual awakenings' darstellen soll und auch im Rahmen von drei neueren Songs zum Einsatz kam. Bin gespannt, ob ihr damit nochmal ein großer Wurf gelingt. Politische Sprengkraft hatte ich bei den Songs jetzt eher weniger wahrgenommen.

Den Tagesabschluss lieferte dann Remi Wolf. Ihren funkigen Pop-Sound mag ich ja total gerne und freue mich, dass sie ihren Songs immer noch eine gute Portion Edginess bewahrt. Zwei der großen Highlights am Anfang habe ich leider direkt verpasst, der Rest des Sets hat dennoch sehr viel Spaß gemacht. U. a. gab es noch Cover von "Electric Feel" und "Crazy" sowie einen Rollentausch mit ihrem Drummer, der dann einen Fantasiesong mit Texten auf seinem Smartphone singen musste. War schon alles ganz unterhaltsam, ABER: Remi hat teilweise wirklich unglaublich schief gesungen und irgendwann wurde es so deutlich, dass man das nicht mehr ignorieren konnte. Das hat mich extrem gewundert, da sie ja auch mal Teilnehmerin bei American Idol war. Ursache war aber glaube ich, dass sie immer wild auf der Bühne hin- und hergesprungen ist und Quatsch gemacht hat. Soll sie auch gerne machen, aber ein wenig mehr Fokus auf den Gesang würde ihr schon gut tun. Wenn sie mal etwas weniger flippig unterwegs war, wurde der Gesang schlagartig besser. Aber insgesamt schon ein cooler Abschluss mit einer charismatischen Sängerin.

Samstag:

Diesmal haben wir uns endlich mal früher aufs Gelände getraut und diese Entscheidung sollte sich als goldrichtig erweisen. Genesis Owusu hat um 17 Uhr einen unglaublichen Abriss vor verhältnismäßig kleiner Crowd veranstaltet. Sein Genre-Mix aus Alternative Hip-Hop, R&B und 80s-Pop war so unglaublich vielseitig, dass vermutlich jede Person im Publikum einen anderen Lieblingssong hatte. Was für eine krasse Performance. Schade, dass er live (noch?) nicht mit kompletter Band unterwegs. Das hätte das Ganze nochmal auf ein anderes Level gehoben. Dennoch waren die drei Tänzer um ihn rum ziemliche Stimmungsgaranten und haben die Energie gut hochgehalten, wozu auch gehört, ins Publikum zu springen, um dort erst mal einen Moshpit anzuzünden. Unglaublich krasser Auftritt. Würde ich mir jederzeit wieder gönnen.

Im Anschluss wurden wir dann zu Angel Bat Dawid mitgeschleift. Bin kein großer Jazz-Hörer und sobald es zu free-jazzig/experimentell wird, bin ich eher raus. Der Auftritt ging für mich in letztere Richtung, sodass wir irgendwann zu Renaldo & Clara geflüchtet sind, deren entspannter Indie-Pop zum Seele baumeln mit Blick aufs Meer eher taugte.

Spontan ging es dann auch noch zu The Weather Station und wir waren ziemlich überwältigt. Ich hatte die "Ignorance"-Platte gehört und die Art-Chamber-Pop hatte mir auf ein paar Songs ganz gut gefallen, aber live kam das einfach unglaublich geil. Ruckzuck war ich in den Songs komplett drin und wurde nur ab und an von dem nervigen Boiler Room direkt nebenan rausgeholt, deren Positionierung von der Sängerin auch an einer Stelle entsprechend kommentiert wurde. DIE Überraschung des Wochenendes. Muss die Band auf jeden Fall weiterhin auf dem Schirm behalten.

Danach ging es zum Geburtstagskonzert von Jorja Smith. Ich liebe ihre Stimme, ich liebe ihre Songs, vor allem die des Debüts und live klangen die Nummern großartig. Kam im Publikum und auch bei uns rundum gut an.
Gleiches kann ich im Falle der Yeah Yeah Yeahs nicht behaupten. Wer sein Set nach so langer Live-Pause erst mal mit Deep-Cuts und komplett neuen, teilweise noch unbekannten Songs beginnt, muss sich seiner Sache schon sehr sicher an. Für mich ging die Nummer ziemlich in die Hose. Die-Hard-Fans vorne sahen das vielleicht anders, um uns herum war im Publikum überhaupt keine Stimmung vorhanden. Mit "Zero" kam der erste Hit erst an sechster Stelle. Als danach dann der dritte neue Song angespielt wurde, war meine Geduld am Ende und wir sind gegangen. Klar, ein paar Hits kamen danach noch, aber so ein schlechtes Set-Pacing kann man bei einem Headliner schon mal kritisieren.

Im Endeffekt war die Entscheidung goldrichtig, denn Fred again.. lieferte für mich die emotionalste Show des Wochenendes. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass die beiden Platten für mich so eng mit der Pandemie und einigen sehr schwierigen Tagen und Wochen verbunden sind. Wenn dann auf einmal ein Song wie "Angie (I've Been Lost)" kommt, dann triggert das einfach nochmal ganz andere Emotionen. Ich war an einer Stelle echt kurz davor loszuflennen, wenn nicht ein kurzer Stimmungs-Shift von den "Actual-Life"-Song zu clubbigeren Rap-Remixes gekommen wäre. Immer wieder beeindruckend, zu was Musik alles so in der Lage ist. Das Konzept mit den eingeblendeten Videosample-Quellen, welche für die Songs verwendet wurden, ist richtig cool und man nimmt Fred die Überwältigung vom euphorischen Feedback der Leute einfach total ab. Leider waren als Spielzeit nur 50 Minuten angesetzt. Hätte ich mir noch locker doppelt so lange ansehen können. Ganz großes Highlight des Wochenendes!

Ich hatte bereits gelesen, dass Tame Impala am ersten Wochenende einer DER Publikumsmagneten und die Hauptbühnen ziemlich überfüllt waren. Schon beim Verlassen der Yeah Yeah Yeahs sind uns Scharen von Menschen entgegen gekommen und auf ein erneutes Gedränge hatten wir keine Lust, sodass wir uns stattdessen entspannt auf der Wiese der Binance-Stage hingesessen und Angèle gelauscht haben. Ich kannte (von der Dua-Kollabo abgesehen) überhaupt keine Songs von ihr und fand es mutig, sie parallel zu Tame Impala zu platzieren, aber habe ihren Bekanntheitsgrad ziemlich unterschätzt, da es ziemlich voll war, sodass die Security sogar den Zuschauerbereich vor der Bühne absperren musste, um eine Überfüllung zu vermeiden. War wohl eine Lehre, die man vom ersten Wochenende gezogen hat, als es bei Sharon van Etten sehr ungemütlich war. Auf jeden Fall top, dass man hier entsprechend reagiert hat. Von Angèle gab es eine richtig gute Pop-Show inkl. Tanzeinlagen und starke Ansagen Richtung LGBTQ. Muss bei ihrer Musik auf jeden Fall mal mehr reinhören.

Krönender Abschluss des Festivals war dann Jessie Ware und wow, war das stark. Es gab keine Band, nur Jessie, ihre Tänzer und die wundervollen Disco-Songs ihres aktuellen Albums "What's Your Pleasure". Das ganze Publikum hat mitgetanzt und mitgesungen, die Stimmung war super lieb. Zu erwähnen wäre noch, dass ich mich als Hetero-Mann im Publikum glaube ich noch nie so sehr in der Minderheit gefühlt habe. Noch mehr als bei Charli waren um mich herum eigentlich nur schwule Männer, die offensichtlich die Zeit ihres Lebens hatten und ich finde es einfach richtig toll, dass ein Festival wie das Primavera für diese Communities ein Anlaufpunkt ist. Da die Euphorie nach diesem saustarken Konzert auf dem absoluten Höhepunkt war, haben wir mit dieser schönen Erinnerung für uns den Festivalabschluss eingeläutet.

Fazit:
Es war ein wirklich tolles Festival, was vor allem mit seinem sehr diversen Line-up glänzt und uns so einige wirklich großartige Konzerte beschert hat; und das, obwohl wir einige Teil-Bereiche des Festivalprogramms gar nicht wahrgenommen haben (das gesamte DJ-Programm, die Metal-Bands auf der Ouigo-Stage, usw.). Viele Grüße auch nochmal an alle Forums-Menschen, die wir zwischendurch mal treffen durften, wenn auch meist viel zu kurz. Organisatorisch kann ich – vom Soundclash von Plentitude-Stage und Boiler-Room abgesehen – ebenfalls kaum meckern und mit ein wenig Erfahrung konnte man auch mit den Menschenmassen an den Hauptbühnen vernünftig umgehen. Den stärkeren Pop-Fokus am zweiten Wochenende habe ich als große Bereicherung des Programms wahrgenommen und hoffe, dass man diesen auch für 2023 beibehält. Für ein Early-Bird-Ticket hat unsere Euphorie dann doch nicht ausgereicht, zumal das Maifeld Derby bei uns ebenfalls auf dem Plan steht. Bei entsprechendem Line-up wären wir jedoch auf jeden Fall bereit, wieder nach Barcelona zurückzukehren.

Edit: In einen Spoiler packe ich noch ein paar Eindrücke zu den organisatorischen Kritikpunkten, die ja gerade nach dem Donnerstag an WE 1 im Netz zuhauf zu lesen war.


- App(s): Ja, die Installation von 3 Apps nur für dieses Festival war etwas nervig, aber letztendlich hat die Übertragung in die AccessTicket-App problemlos funktioniert und der Ablauf des Einlasses war so zügig funktioniert wie noch auf keinem anderen Festival. Ich musste nie auch nur eine Sekunde am Eingang warten.

- Trinken: Ja, das Bar-Personal war nicht vernünftig geschult und Bier wurde auch nie vorab gezapft. Dennoch liefen die Bestellungen zu 95 % super zügig ab, wenn man sich eine weniger besuchte Theke herausgesucht und vielleicht nicht den aller ungünstigsten Zeitpunkt (Bandwechsel auf den Hauptbühnen) gewählt hat. Meistens standen die Leute sogar brav in Schlangen, sodass noch nicht einmal die Gefahr bestand, dass an einem vorbei bedient wird. Gab auch noch ein paar Estrella-Selbstzapfanlagen, an denen auch nie viel los war und wo es (nach App herunterladen und registrieren) nochmal deutlich günstiger war als an den normalen Theken.
- Essen: War teuer (genauso wie die Getränke), aber super lecker. Gab auch dutzende vegetarische Alternativen (vegane bestimmt auch, hab ich nicht so sehr drauf geachtet) und die Wartezeiten waren nicht der Rede wert bzw. nicht vorhanden. Habe ich bislang auf keinem Festival so gut erlebt.
- Trinkwasser: Wenn es auf dem Gelände Schlangen gab, dann an den Trinkwasserstellen. Mich haben diese immer abgeschreckt, auch wenn es angeblich wohl recht schnell ging. Sind dann doch immer an die Theken ausgewichen. Also bitte für künftige Ausgaben gerne aufstocken. Von gratis verteilten Wasserflaschen habe ich nichts mitbekommen, aber vielleicht waren wir auch an den falschen Spots.

- Umwelt/Greenwashing: Hat man sich alles etwas schön geredet. Fängt mit der angeblich guten Klimabilanz der Sponsoren Binance, Cupra & Co. an und hört mit viel zu wenigen Müllcontainern auf. Das Pfandsystem hab ich immer noch nicht so richtig verstanden. Ich weiß nur, dass es für das inflationäre Sammeln von Bechern keine Incentives gab, sodass das auch niemand gemacht hat. Auf Wasser aus Alu-Dosen wurde überhaupt kein Pfand erhoben wurde. Positiv kann man erwähnen, dass die zurückgegebenen Becher an den Theken in der Regel auch für die neu bestellten Getränken genutzt wurden. Etwas übertrieben hat es jedoch ein mobiler Verkäufer mit Bierrucksack, der, als ihm seine Bechern ausgingen, einfach verdreckte Becher vom Boden aufgehoben und für den weiteren Verkauf verwendet hat.
- Toiletten: War ziemlich easy. Selbst Frauen mussten meistens gar nicht oder wirklich nur sehr kurz warten. Wenn man das Gelände etwas besser kannte, war es auch nicht schwierig, die eher weniger frequentierten Toiletten auszumachen. Laut meiner Freundin waren die Kabinen wohl auch ziemlich sauber. Seife und Desinfektionszeug waren leider meistens leer.

- Nebenbühnen: Die längste Schlange auf dem Gelände habe ich noch vergessen und das war die des Boiler Rooms. Die Bühne MUSS umplatziert werden, um Sound-Clashes mit der Plenitude-Bühne zu vermeiden. Wenn man sich als Zuschauer ganz rechts positioniert hat, konnte man das Schlimmste noch vermeiden, aber das war nicht immer möglich und die Artists waren auch oft sehr irritiert. Wenn es sich beim Boiler Room um so einen Publikumsmagnet handelt, wieso dann nicht diesen im tendenziell eher weniger besuchten Bits-Bereich unterbringen? Das würde nochmal mehr Leute dorthin locken. Ansonsten haben mir die meisten Bühnen gefallen, sowohl was Zugänglichkeit, Positionierung, Bühnensicht und Ausblick angeht. Besonders toll war der großzügige abschüssige Sitzbereich der Binance-Stage.
- Bits-Area: Ja, der Weg dorthin könnte (für Nicht-VIPs) kürzer sein und für Fans von schnellen Bühnenwechseln fällt die Area wohl komplett flach. Insgesamt lief sich der Weg aber relativ flott. Man hat sich zudem der Kritik angenommen und z. B. mit der Verlegung von 2manydjs versucht, den Bereich für die Besucher:innen attraktiver zu machen (auch wenn die Überschneidung mit Bicep dann einige gewurmt hat). Der Rückweg von Bits zum großen Gelände war aufgrund der Treppen etwas anstrengender, zumal die Unterführung auch ein kleines Bottleneck war. Ich hoffe, dass man sich mit dem Hafen-Betreiber einigen kann, sodass die eigentliche Brücke wieder von allen genutzt werden kann.

- VIP: Mir fehlt der Vergleich zum Vorjahr, aber im Netz haben sich diverse VIP-Ticketinhaber:innen über zu wenige Benefits beschwert. Auch wenn ich das aus Nicht-VIP-Perspektive z. T. nachvollziehen kann, muss ich sagen, dass ich sehr froh darüber bin, dass es keine VIP-exklusiven FOS-Bereiche vor den beiden Hauptbühnen mehr gibt. VIP-Tickets sollten das Festival für deren Käufer:innen angenehmer und vielleicht auch luxuriöser gestalten, aber "normale" Besucher:innen sollten keine Nachteile dadurch erfahren. Die neue VIP-Bühne vor den beiden Hauptbühnen hat jedoch niemandem etwas gebracht. Für VIPs war sie zu weit hinten platziert und bot keine attraktivere Sicht auf die Bühne. Für normale Leute war sie ein riesiges Sichthindernis auf die Bühne und sorgte gerade bei den gut besuchten Heads auf der linken Seite für ein ziemlich fettes Bottleneck. Daher bitte die VIP-Bühne mit ordentlicher Erhöhung auf die rechte Seite stellen, mit ausreichenden Toiletten und Thekenpersonal ausstatten und meinetwegen noch Premium-Food/Drinks anbieten, die es sonst auf dem Gelände nicht gibt. Genauso wird es beim Graspop, ebenfalls mit parallelen Hauptbühnen, gemacht und da wird das Angebot ausgesprochen gut angenommen.

- Hauptbühnen: Am liebsten sind mir natürlich auch die Festivals, bei denen ich entspannt kurz vor jedem Act noch einen guten Platz ergattern kann. Beim Graspop ist das z. B. so, aber die haben auch einen höheren Altersschnitt, wo es sich viele Leute auch gerne weiter hinten gemütlich machen. Beim WE 2 war das Publikum dem Booking entsprechend jedoch sehr jung und das zugkräftigste Parallelprogramm der Welt verhindert nicht, dass sehr viele Menschen Acts wie Dua Lipa, Tame Impala und Gorillaz sehen möchten und es vor der Bühne voll wird. Eine Gefahr für Leib und Leben habe ich hier jedoch nie erlebt. Ein wenig unangenehm war es für uns lediglich bei den Gorillaz, wo es schon etwas eng war und wo vor allem dem Publikumsaustausch sowohl nach vorne als auch nach hinten wenig Spielraum geboten wurde. Ob hier Wellenbrecher (nach hinten oder zwischen beiden Bühnen) etwas bringen würden? Ich weiß ja nicht. Bei uns hätten die nix gebracht, dafür standen wir noch zu weit hinten. Ich glaube, die Verfrachtung der zentral platzierten VIP-Bühne an die Seite würde hier am meisten helfen, weil sie das Schauen von weiter hinten wesentlich attraktiver machen würde. Wenn es dann noch möglich wäre, den Hauptbühnen-Bereich hinten zu beiden Seiten verlassen zu können, dann sehe ich hier eigentlich gar keine Probleme mehr. Die gegenüberliegenden Bühnen aus den Vojahren würden bestimmt für mehr Publikumsbewegung sorgen. Auf der anderen Seite ist so ein Doppelbühnen-Konzept schon ganz nice und wurde bereits auf so vielen Festivals erfolgreich umgesetzt. Das schafft das Primavera bestimmt auch noch. Weniger Publikum wäre natürlich auch nett, aber mit dem Fokus auf die ganz großen Heads glaube ich nicht so recht daran. Ist halt immer noch ein Major-Festival.
- Sound: Ist hier interessanterweise erstaunlich gut weggekommen. In den meisten Fällen war ich auch vollauf zufrieden, aber gerade an den Hauptbühnen kam es mMn etwas zu häufig vor, dass man beim ersten Song überhaupt keinen Gesang gehört hat, was dann ab dem zweiten Song gefixt wurde. Dua Lipa war dagegen konstant zu leise. Bei Standpunkten weit außen kam von den Lautsprechern auch nicht mehr viel an, da die Front-Speaker zu weit entfernt waren und die Back-Speaker hinter dem VIP-Deck zu wenig nach außen geneigt waren. Daher also besser auch weiter hinten noch einmal äußere Speaker aufstellen.

- People: Die meisten Personen waren super entspannt und gut drauf und die Stimmung bei fast allen Gigs war ausgezeichnet. Hab mich natürlich insbesondere gefreut, ein paar Leute aus diesem Forum zu treffen, auch wenn die Begegnungen viel zu selten und meistens viel zu kurz waren. Influencer:innen konnte ich gut ignorieren und sonstigen Stress hatte ich vor Ort nie. Da sich hier öfters über laut quatschende Spanier beschwert wurde: Die Personen, die mir diesbezüglich unangenehm aufgefallen sind, waren so gut wie immer Briten. Ansonsten ein paar Teenies, die ihren Alkoholkonsum falsch eingeschätzt haben und Leute, die meinen, sich in zu engem Gedränge Kippen anzünden zu müssen. Das Übliche halt.

- Primavera a la Ciutat: Konnte sich im Prinzip jede:r vorher denken, dass die Konzerte mit theoretischen Besuchern von zwei kompletten Wochenenden völlig überlaufen sein werden, aber die Ausmaße haben wohl einige Anwesende doch etwas erstaunt. Ich bin generell kein Fan solcher Ansteh-Gigs. Die Ungewissheit, ob ich nach mehreren Stunden Warterei tatsächlich reinkomme, würde mich komplett fertig machen. Für mehr Unmut sorgte jedoch die Tatsache, dass eben kein first come first serve galt, sondern DICE-Ticket > VIP-Ticket > Ticket WE 1&2 > Ticket WE 1 oder 2. Mindestens die Unterscheidung der letzten beiden Kategorien hätte man sich auf jeden Fall sparen können, zumal das meine ich auch nicht von Anfang an so klar kommuniziert war. Damit hätte man einigen Leuten eine Menge Frust erspart. Beruht jedoch alles nur auf Hören-Sagen. Live habe ich mir dieses Warteschlange-Schauspiel nie gegeben. So ganz ist mir das Konzept dieser Gigs auch noch nicht klar. Will man intime Zusatz-Gigs von Festival-Acts für Fan-Ultras? Will man exklusive Bonus-Gigs von Nicht-Festival-Acts? Will man die Venues vor Ort promoten? Will man den Locals, die sich kein Festivalticket leisten können, ebenfalls den Zugang zu Konzerten ermöglichen? Ich finde, man sollte sich überlegen, was man mit dem Programm unter der Woche eigentlich erreichen will und dann die Organisation darauf ausrichten.
- Brunch at the Beach: Auch hier hätte man sich vorher denken können, dass für die 10 Acts vermutlich nicht das komplette Festivalgelände geöffnet wird. Dennoch hätte hier eine entsprechende Kommunikation nicht geschadet. Dass dann von den Behörden kurzfristig eine offizielle Zulassungsbeschränkung verlangt wurde, war natürlich blöd. Dennoch wären auch hier genug Zeit vorhanden gewesen, das zu kommunizieren, anstatt einfach zu einer Zeit, wo die meisten noch schlafen, ohne Vorwarnung einen Registrierungsprozess freizuschalten, der dann ruckzuck ausverkauft ist. Uns hat es nicht betroffen, da wir eh nicht hinwollten, aber ich verstehe den Ärger vieler Leute. Immerhin hat man sich mit den kurzfristig anberaumten Club-Gigs um Schadensbegrenzung bemüht.

- Kommunikation/Organisation: Abgesehen von den bereits angesprochenen Punkten und dem vermutlich zurecht kritisierten WE 1-Donnerstag war es meiner Meinung nach in Ordnung. Für Massive Attack hätte auch ich mir einen Ersatz gewünscht (muss noch nicht mal gleichwertig sein). Scheint wohl dieses Jahr eine angespannte Situation auf dem Booking-Markt gewesen zu sein. Ansonsten haben mich eigentlich nur die ständigen Timetable-Anpassungen genervt. Die sind natürlich verständlich, wenn Acts super kurzfristig absagen, aber gefühlt wurde da ständig dran rumgebastelt. Hier mal alle Pausen auf den Hauptbühnen von 5 auf 15 Minuten erhöht. Gorillaz spontan doch 15 Minuten früher, Shellac und Sky Ferreira tauschen Slots usw. Alles kein Ding, wenn es dafür gute Gründe gibt, aber bitte haut doch einfach bei so etwas mal eine Info raus. Auf dem Gelände war meistens gutes Internet, sodass solche Updates auf sehr vielen Smartphones angekommen wären. Ansonsten noch Probs, dass die Kritik mit der Überfüllung der Binance-Stage angenommen wurde. Bei Angèle am Samstag standen dort auf beiden Seiten Ordner mit Absperrband und haben den Publikumsbereich vor Überfüllung geschützt.

Letztendlich muss man sagen, dass die meisten der im Internet geäußerten Kritikpunkte insb. vom ersten Donnerstag für mich während des zweiten Wochenendes schlichtweg nicht mehr vorhanden waren. Ich hatte nach den ersten Berichten in Foren und auf Social Media sehr große Bedenken bzgl. des Festival-Ablaufs und hab mich da sehr verrückt machen lassen. Man muss einfach bedenken, dass gerade auf Social Media sehr viel übertrieben wird. Fyre-Festival-Vergleiche werden so inflationär gedroppt, dass ich diese wirklich nicht mehr ernst nehmen kann. Ich denke, ein Großteil der auf den Donnerstag bezogenen Kritik war vermutlich gerechtfertigt und es wäre natürlich schöner gewesen, wenn von Anfang an alles glatt gelaufen wäre. Aber die Kritik wurde angenommen und innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Maßnahmen ergriffen, sodass sowohl ich als auch die meisten anderen Besucher:innen am Ende hoffentlich eine schöne Zeit hatten.

Zitat


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Kann dir nur zustimmen, Charli XCX's Show war sehr stark, selten ein Publikum gesehen, dass bei einem Set mit ich glaub 10 Liedern vom (richtig guten) neuen Album trotzdem jede Zeile mitgesungen hat. Haben extra Dua Lipa geskipped für nen Platz in den ersten Reihen, hat sich absolut gelohnt.

Meine weiteren Highlights waren:
WE1: Pavement, Beach House, Black Country, New Road und auch Charli XCX (da von etwas weiter weg auf der Mainstage, dafür etwas mehr Hits)
WE2: Lorde, Big Thief, Porridge Radio, Phoenix, Rolling Blackouts Coastal Fever

shellshockgefällt das

robintobs hat kommentiert

13.06.2022 15:09 Uhr

Phoebe Bridgers, St. Vincent, Clairo, Haim kann ich mir alle sehr gut vorstellen. Als Heads vermutlich eher nicht, da dann schon eher Lorde.

Auch Snail Mail, Soccer Mommy, beabadoobee, Alvvays würden ins Line-Up passen.

robintobs hat kommentiert

04.06.2022 04:41 Uhr


RosaBaer schrieb:
Habe ja als Weekend 2 Besucher noch die Hoffnung, dass sich das heute / morgen organisatorisch ein bisschen stabilisiert..

Der Strokes-Freitag nächste Woche könnte hart werden.

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Heute war es einiges besser, es gab drei zusätzliche Stände an denen kostenlos Wasser verteilt wurde und die Bars waren viel organisierter als gestern, mussten nie länger als 5-10 Minuten warten (gestern ca. 40-60). Keine Ahnung wie sie es geschafft haben alles zu beheben, aber sehr stark auf jeden Fall.

Ich hoffe es lag nicht nur daran, dass heute viele Leute wegblieben wegen der Strokes-Absage und den Umständen gestern.

robintobs hat kommentiert

31.03.2022 13:39 Uhr

Glaubt ihr es kommt noch ein Deutschland-Termin? Mittlerweile ist der Tour-Kalender ja doch recht gefüllt. Und ich wüsste gerade auch nicht, wo sie in Deutschland noch spielen sollten, ein Festival kommt wohl nicht in Frage. Gibt es 2022 ein Schlachthof-Open Air wie vor Corona mit Queens of the Stone Age und Bon Iver? Wobei sie dafür vielleicht auch zu groß wären und es vermutlich schon angekündigt worden wäre...

robintobs hat kommentiert

21.03.2022 17:07 Uhr

Ich finde das Line-Up geht schon klar. Freitags ist nicht soo viel dabei für mich, aber an den anderen beide Tagen sind dafür ne Menge gute acts in der Undercard. Arctic Monkeys und Tame Impala sind auch coole Heads. Generell sind die Headliner find ich auf üblichem Pukkelpop-Level. Zudem mit Dave, Young Thug, H.E.R., Skepta, und Jack Harlow viele große, junge acts darunter. Wenn noch ein großer Name dazu kommt, Stormzy oder so, kann sich das schon sehen lassen. Im Spätsommer sind dieses Jahr nun mal auch wesentlich weniger große acts unterwegs als im Juni/Juli. Ein großer Pop-Name wie Dua Lipa fehlt vielleicht.

robintobs hat kommentiert

13.12.2021 12:46 Uhr


PastorOfMuppets schrieb:

Final destination: Primavera Sound Barcelona

Low, Grimes Dj set, Jhay Cortez, PinkPantheress, Bleachers, Tokischa, Amyl and the Sniffers, Remi Wolf, Magdalena Bay, Wet Leg, Pom Pom Squad, El Petit de Cal Eril, Hyd, Meet Me @ The Altar, Gustaf, Chill Mafia and CRYSTALLMESS get on board.

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Nichts all zu großes, aber trotzdem cool. Boy Pablo fehlt glaub in der Auflistung, müsste aber auch neu dabei sein. Und Phoenix zusätzlich unter der Woche auch sehr nice.
Da Clairo und Lorde am 10. Juni spielen, dacht ich mir eh schon, dass Jack Antonoff (Produzent der beiden) vielleicht beim Festival vorbeischaut, jetzt steht er sogar selbst am selben Tag mit Bleachers auf dem Line-up haha...ich träum dann mal von Gastauftritten von Lana, Taylor und St. Vincent

Konzertraketegefällt das

robintobs hat kommentiert

08.12.2021 10:14 Uhr


concertfreak schrieb:
Dave?! Auch noch nie zuvor gehört und dann gleich Headliner… wirkt nach künstlichem Push.

Zitat


Wenn man Argumente benutzt, die keine wirklichen sind kann man auch sagen: Beide Alben von Dave waren Nummer 1 (UK), Rage Against the Machine hatte nicht mal eins in den Top 3, RATM als Headliner muss dann wohl ein künstlicher Push sein (Bitte nicht zu ernst nehmen, für mich sind halt alles drei nachvollziehbare Headliner).

Line-up sieht find ich ganz gut aus, Freitag fehlt vllt ein großer Rock-Name für die AM/RATM-Fans. Hätte Megan Thee Stallion und Bring me the Horizon getauscht (wenns denn von Tourplänen überhaupt möglich ist)

robintobs hat kommentiert

05.11.2021 01:01 Uhr

Den Sonntag find ich schon relativ stark, gerade mit Pearl Jam, A$AP Rocky, Little Simz und Phoebe Bridgers viel Qualität aus unterschiedlichen Genres. Megan Thee Stalion und Maneskin sind nicht so meins, aber natürlich grad sehr populär.
Der Samstag is dafür schrecklich haha.

robintobs hat kommentiert

22.06.2021 18:31 Uhr·  Bearbeitet·


Baltimore schrieb:


schrieb:
Mit dem Berlin-Termin zwei Wochen danach denk ich eher unwahrscheinlich, aber in der Theorie hätte sie zwischen Primavera Sound (10.06.) und Zürich (13.06.) Zeit samstags oder sonntags auf dem Melt zu spielen.

Zitat


Gleichzeitig ist aber ja auch das "Best Kept Secret", was dann sicher eher bespielt werden würde.

Zitat


Hm ja, wobei dagegen auch der Amsterdam-Termin paar Tage vorher spricht. Spannend ist auch ob zwischen dem 02.06 und 07.06. noch etwas dazu kommt. Mir fällt spontan nur das Northside in Dänemark oder Orange Warsaw in Polen ein, die in Frage kämen.

robintobs hat kommentiert

22.06.2021 17:25 Uhr

Mit dem Berlin-Termin zwei Wochen danach denk ich eher unwahrscheinlich, aber in der Theorie hätte sie zwischen Primavera Sound (10.06.) und Zürich (13.06.) Zeit samstags oder sonntags auf dem Melt zu spielen.

robintobs hat kommentiert

08.07.2020 15:13 Uhr


defpro schrieb:


Yertle-the-Turtle schrieb:
3 Main Headliners kann eigentlich gar nicht sein bei den aktuellen Bands.

Vielleicht Late Night oder Abschluss der Bühne. Aber größer als die genannten Bands geht eigentlich kaum.

Jetzt müsste ich nur noch daran glauben, dass 2021 auch Festivals stattfinden, dann könnte man buchen

Edit: Verglichen zum 2020 Plakat wurden vorerst tatsächlich Taylor Swift und Billie Eilish noch nicht ersetzt. Einen Headliner über RHCP zu setzen wäre jedoch etwas unüblich.

Zitat


Wieso soll das nicht gehen? Taylor, Billie und KOL waren die jeweils größten Tagesheads. Einen davon hat man gegen RHCP getauscht und man setzt halt noch einen Head drauf. Die Einstufung "main headliner" ist ja auch sehr subjektiv. Hier hätten sicherlich viele Billie Eilish erst auf Position 2 hinter The Killers gesehen. Und größere Heads als 21P, The Killers und M&S findet man sicherlich.

Neuzugänge:
Mi: Carly Rae Jepsen, Fever 333, Catnapp
Do: Puscifer, Chubby & the Gang, Peggy Gou
Fr: IAMDDB
Sa: Red Hot Chili Peppers, Aleesha

Nicht dabei sind bis jetzt:
Mi: Taylor Swift, Sam Fender, Hinds, SFDK
Do: Billie Eilish, Anderson .Paak, Cage the Elephant, Charli XCX, Rex Orange County, Phoebe Bridgers, Refused, Finneas, Confidence Man, Cala Vento
Fr: HAIM, Tove Lo, Clairo, Tones and I, Richard Hawley, City and Colour, The Chats, Stephan Bodzin, Tycho
Sa: Kings of Leon, Khalid, Kali Uchis, Paul Weller, Sticky Fingers, Two Feet, Easy Life

Damit 9 Neuzugänge und 30 Absagen (wenn ich mich nicht vertan habe). 36 Bands + 4 talent competition winner kommen noch. Also kann man insgesamt noch mit 15 Künstlern mehr als 2020 rechnen.

Auch wenn das mit dem zusätzlichen Head schon eine Ansage ist, erwarte ich gerade für die zweiten Reihen am Do, Fr und Sa noch einiges. Das sind schon einige schmerzhafte Absagen für mich, neben den Heads u. a. Anderson .Paak, Cage the Elephant, Charli XCX, Refused, HAIM, Tove Lo, City and Colour und Kali Uchis.

Zitat


Ich finde wenn man sich die Liste anschaut, merkt man schon wie stark das Line Up an Relevanz verloren hat. Man kann vermutlich nichts dazu, dass Taylor Swift und Billie Eilish (noch) nicht auf dem Line-Up stehen, die beiden haben das doch sehr aufgewertet und die richtige Mischung reingebracht meiner Meinung nach. Und man muss natürlich abwarten welche 3 Heads noch kommen.
Aber mit RHCP, The Killers, Mumford&Sons und Placebo hat man so im Moment schon ne sehr altbackene/langweilige Headzeile, die etwas an der Zeit vorbei gebucht ist. (Faith No More und Pixies find ich ganz cool, gehören aber eigentlich auch dazu)
Es sei denn man wendet sich jetzt eben doch wieder nem älteren Publikum zu, was aber mit Sicherheit viele Refunds zur Folge hätte...

robintobs hat kommentiert

25.02.2020 13:35 Uhr


RedForman schrieb:
Die Freitags-Headliner folgen bald:
Einer beginnt mit R und der andere endet auf S!
R:
RHCP
Royal Blood

S:
The Strokes
PET Shop Boys
RHCP
The Chainsmokers
M&S

Noch mehr Ideen?

Zitat


Calvin Harris vielleicht noch.
Ein Insider behauptet es seien Mumford & Sons und Royal Blood. Ich bin mal gespannt.

robintobs hat kommentiert

14.02.2020 13:13 Uhr


schrieb:


Hullabaloo92 schrieb:


schrieb:
Habe Infos von trinity fürs Berlin Konzert erhalten:
20 Uhr Support
21 Uhr Strokes

"da sich hier noch Änderungen ergeben können, bitten wir dich etwas früher dazu sein."

Zitat


Mir hat man jetzt geschrieben, dass kein Support geplant ist und es um 20 Uhr losgeht....

Zitat


Dann ist diese Person wohl ein Lügner!
Vorband sind GURR!

Zitat


Kurz reingehört, kannte sie nur vom Namen. Klingt ziemlich cool und passend.

robintobs hat kommentiert

12.02.2020 20:25 Uhr


Hullabaloo92 schrieb:


wetsand schrieb:
Liam Gallagher? Tourlücke im Juni und morgen letztes Deutschland Konzert in München

Zitat


Blue Cohead vor The Killers und ich raste aus!
Ich glaube aber, dass sich die Festival Shows eher auf Juli/August erstrecken.

Ich tippe noch auf Snow Patrol für den Sonntag

Zitat


Er spielt sonntags Rock in Rio in Lissabon. The Killers spielen freitags und samstags. Theoretisch wär es möglich, wenn er bereit ist 3 Nächte in Folge zu spielen.

robintobs hat kommentiert

10.02.2020 23:31 Uhr·  Bearbeitet·

Ich möchte beide Bands von der Popularität her nicht auf eine Ebene stellen und ich finde, dass die Foo Fighters einen höheren Preis ansetzen ist legitim.

Aber 49 Euro für das erste Strokes-Konzert in Deutschland seit 10 Jahren zeigt, dass es auch in Deutschland zu humanen Preisen geht. Im Vergleich dazu wirken 115 Euro für eine Band, die mittlerweile jedes Jahr in Dt zu sehen ist schon frech.

robintobs hat kommentiert

09.02.2020 19:05 Uhr


snookdog schrieb:
Leider müsst Ihr auch dieses Jahr meinen Senf zu den Oscars übertragen. Ich ranke alles was ich gesehen habe in den Kategorien, in denen ich mir eine Bewertung anmaße.

Best Adapted Screenplay:

Filmmusik:

Star Wars - Rise of Skylwalker
Marriag Story
Little Women
Joker
1917

Gebt ihn einfach John Williams und fertig.

Kostümdesign:

Once upon a Time... in Hollywood
The Irishman
1917
Joker
-- The Lighthouse

In Once upon a Time... in Hollywood sieht einfach jede*r Darsteller*in genau so aus, wie ich mir die 60s vorstelle. Top.

Cinematographie:

1917
The Irishman
Joker
Once upon a Time... in Hollywood
-- The Lighthouse

1917 erzeugt allein durch seine Cinematographie eine unfassbar dichte Stimmung. Ich könnte aber auch mit The Irishman leben - seit Der Pate hat es kein Film so hinbekommen, mich in die Mafia Zeit zu versetzen.

Nebendarstellerin:

Laura Dern (Marriage Story)
Florence Pugh (Little Women)
Scarlett Johansson (Jojo Rabbit)
Margot Robbie (Bombshell)
-- Kathy Bates (Richard Jewell)

Für mich geht der Preis an Laura Dern. Sie ist vielleicht DER Charakter, der Marriage Story zu einem besonderen Film macht. Ich könnte aber auch gut mit Florence Pugh leben, weil sie in Little Women ein wirklich breites Spektrum abdeckt.

Nebendarsteller:

Brad Pitt (Once upon a Time... in Hollywood)
Joe Pesci (The Irishman)
Al Pacino (The Irishman)
Anthony Hopkins (The Two Popes)
-- Tom Hanks (A Beautiful Day in the Neighborhood)

So unfassbar gut besetzt. Ich würde mich vorerst für Brad Pitt entscheiden, weil ich selten einen so coolen Charakter gesehen habe wie Cliff Booth. Meiner Meinung nach stellt er sogar Leo in den Schatten.

Hauptdarstellerin:

Sairose Ronan (Little Women)
Scarlett Johansson (Mariage Story)
Charlize Theron (Bombshell)
-- Cynthia Erivo (Harriet)
-- Renee Zellweger (Judy)

Das scheint wohl Renee Zellweger in Judy zu werden, was ich mir niemals ansehen werde. Ich bin ganz klar für Sairose Ronan in dieser wichtigen Rolle, in der sie einen einfach komplett auf die emotionale Reise mitnimmt.

Haupdarsteller:

Joaquin Phoenix (Joker)
Leonardo DiCaprio (Once upon a Time... in Hollywood)
Adam Driver (Marriage Story)
Jonathan Pryce (The Two Popes)
-- Antonio Banderas (Pain and Glory)

Joaquin bietet wirklich alles, was man verlangen kann. Großartig.

Bester Film:

Parasite
Once upon a Time... in Hollywood
Little Women
The Irishman
1917
Marriage Story
Joker
Jojo Rabbit
Ford v Ferrari

Erstmal: Ford v Ferrari ist absolut kein schlechter Film, ganz im Gegenteil. Die Kategorie hat dieses Jahr einfach keinen Totalausfall wie sonst, weshalb ich auch nicht darauf wetten kann, dass genau dieser Totalausfall gewinnt (Grüße an Shape of Water). Am Ende hat mich Parasite einfach am meisten beeindruckt - die Kombination aus Gesellschaftskritik, Drama und weiteren Genres ist einfach einzigartig gut umgesetzt.

Nachher reiche ich noch die Kurzfilme nach, die keine*n interessieren!

Zitat


Geb dir bei den meisten Sachen recht. Für mich gibt es auch keinen Totalausfall (Ford vF fehlt mir noch).

1917 und Joker fand ich da noch die schwächsten (aber immer noch solide), weil sich beide meiner Meinung nach sehr auf ihrem Gimmick (One-Cut und Superheldenfilm goes Charakterdrama) ausruhen, an sich aber sonst nichts groß außergewöhnliches zu bieten haben und ich beides schon deutlich besser gesehen habe.

Parasite ist für mich auch der beste Film des Jahres, knapp vor Marriage Story.

Für mich hat Adam Driver dieses Jahr den Oscar verdient. Ich hab aber auch so etwas gemischte Gefühle, dass Phoenix jetzt wohl den Oscar gewinnt, weil er zwar einer meiner Lieblingsschauspieler ist, aber er ihn viel eher für Her oder vor allem The Master hätte kriegen sollen.

robintobs hat kommentiert

01.02.2020 14:47 Uhr

Auf efestivals behauptet jemand Eminem und Shawn Mendes würden headlinen. Foals, Khalid, Tom Walker und Of Monsters & Men wären auch im Line-Up.

Bleibt abzuwarten ob das stimmt. Eine Eminem-Tour-Bekanntgabe würde aber erklären, warum so viele Festivals im August/September noch nichts angekündigt haben.

robintobs hat kommentiert

31.01.2020 16:57 Uhr

Der Sonntag is gerettet

Big Thief - Kacey Musgraves - Michael Kiwanuka vor Thom Yorke im Barn und somit keine Not mehr sich über die Main Stage zu beschweren.

robintobs hat kommentiert

29.01.2020 14:39 Uhr·  Bearbeitet·

+ FKA Twigs, Charli XCX, Blood Orange und einige andere.
Alles starke Namen, leider für mich persönlich nicht so viel dabei.
Und es fehlen (bis jetzt zumindest) wirklich große Acts.

robintobs hat kommentiert

27.01.2020 23:06 Uhr


concertfreak schrieb:
Morgen dürfte dann der nächste Head kommen, wenn man dem Teaser auf Insta trauen kann.

Arcade Fire? Ich würde es mir wünschen, aber es fehlt mir der Glaube.

Zitat


Wohl Massive Attack mit Young Fathers, Nils Frahm und zwei anderen, die mit MA schon zusammengearbeitet haben, deren Namen ich aber vergessen hab

robintobs hat kommentiert

27.01.2020 23:03 Uhr


Hullabaloo92 schrieb:


schrieb:


Wutang1991 schrieb:

Zitat


Der Sonntag is ja mal enorm stark mit Kendrick, Bon Iver, Brockhampton, Caribou, Girl in Red, Soccer Mommy, Julia Jacklin...

Zitat


Dafür ließt sich der Samstag wie ein Witz

Zitat


Hätt ich auch fast geschrieben haha, kenn aber ehrlich gesagt auch nicht soo viel...Freitag und Sonntag sind aber auf jeden Fall deutlich stärker.

Lewis Capaldi als Sub schockiert mich etwas. Hoffentlich beim Rock Werchter ein nicht all zu hoher Slot

robintobs hat kommentiert

27.01.2020 21:39 Uhr


Wutang1991 schrieb:

Zitat


Der Sonntag is ja mal enorm stark mit Kendrick, Bon Iver, Brockhampton, Caribou, Girl in Red, Soccer Mommy, Julia Jacklin...