Politik-Thread

eröffnet von FBG am 13.02.2006 14:16 Uhr
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1Mambo gefällt das
Locust
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Mambo schrieb:


Locust schrieb:
So lange die Wirtschaft nicht vom der nimmer satten Gewinnmaximierung abrückt wird sich wenig ändern. Zu groß ist ihr einfluss und Macht.
Wir müssen vielleicht alle einen Gang zurück fahren aber das muss halt oben anfangen .

Das dies aber ein utopisch
er Gedanke ist, ist spätestens seit Corona klar

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Ich stimme dir zu, sehe aber den Lösungsweg eher andersrum: Das Kanzleramt läuft in Deutschland seit langem Stimmungen hinterher, die es in der Gesellschaft schon gibt. Merkel hatte das geradezu perfektioniert, Scholz nicht viel anders. Die gehen nur aktuell davon aus, dass ihr Volk randaliert, sobald es auf irgendwas verzichten muss. Passiert ja auch oft genug. Wir selbst müssen uns mal in der Breite vergegenwärtigen, was wir hier für einen Lebensstandard haben ob das angesichts der Klima- und Weltlage richtig sein kann. Wenn wir alle mal wirklich wichtige Werte über Materielles und Statussymbole stellen würden, würde die Politik den entstehenden Spielraum doch sofort nutzen.

Das Problem sieht man übrigens ganz deutlich an der Sprache. Wie oft hab ich schon gehört, dass jemand sagt "auf die jährliche Kreuzfahrt (oder sonstwas) kann (!) ich nicht verzichten". Da steckt die Verantwortungsverweigerung schon in der falschen Wahl des Verbes.

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Das wird nicht passieren und wie gesagt muss es “von oben” beginnen.
Die wenigstens sind bereit auf Verzicht obwohl die meisten das problemlos könnten.
Fangen wir beim deutschen Klassiker an, dem Auto.
Da haben die meisten Einsparpotential ohne auf ein Auto an sich verzichten zu müssen.
Dann jammert aber die Industrie weil weniger Autos verkauft werden v.a. Premiumkarren.

Ich habe ein Firmenwagen, Skoda Octavia RS. War der kleinste den ich auswählen konnte.
Ich habe meinem chef gesagt “ein fabia mit halb soviel PS reicht”.
Er hat gelacht und mich für blöd erklärt.
Es ging aber nicht weil der nicht zur Wahl steht. Die meisten Kollegen haben noch deutlich teurere Karren.

Was hier einer sagte, für Konzerte um die Welt fliegen. Darauf kann ich auch verzichten, ist kein allzu großes Problem.
Auf Konzerte und Urlaub wird schwer, aber wenn ich in Europa und Deutschland dafür bleiben muss, werde ich es verschmerzen können und so könnte jeder sein CO2 Kontingent verringern.
Aber das wollen halt 95% nicht und dann bringen 5% auch wenig.

Edit: Merkel war eine Bilderbuchopportunistin und Scholz bei ihr in der Schule….
Aber sie wollte auch nichts verändern, sondern nur verwalten und regieren.

Eigentlich sollten Politiker nach überzeugung handeln, eigentlich …

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IvanTKlasnic


Gerry schrieb:
Findet ihr nicht, dass das ganze jetzt etwas scheinheilig ist? Jetzt sich hinzustellen, und die Welt verbessern zu wollen? Ja, man kann die Welt verbessern, man kann an kleinen Stellschrauben drehen.

Seid ihr anders? Ihr habt vor 1-2 Jahren auch gemotzt, warum Konzerte nicht stattfinden oder verschoben werden, während es woanders möglich war?

Wieviele gibt es hier, die in die USA wegen einem Festival fliegen oder sonst kurz mal nach London zu Konzerten? Daher halte ich diese aktuelle "Empörungshaltung" etwas scheinheilig.

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Ich war zu der Zeit hier noch nicht im Forum, aber ich fand die Handhabung der Pandemie im generellen gut, klar gab es hier und da Probleme, ich fand es auch sehr gut, dass keine Konzerte stattfinden durften, auch wenn ich mir natürlich auch mehr Unterstützung für die Künstler gewünscht hätte. Ich reise immer soweit möglich mit den Öffi's zu Konzerten und Festivals an, und wo es mal nicht geht, z.B. beim Ring fahre ich immerhin bis Bonn/Koblenz mit den Öffi's und lasse mich dann von Bekannten aus der Region zum Ring mitnehmen.

Aber selbst wenn dem nicht so wäre, könnte ich immer noch einfordern, dass mir und allen anderen die Politik Dinge verbietet, die ich noch mache solange sie erlaubt sind. Daran ist nichts scheinheilig oder hypokritisch. Das ist das selbe, wie wenn mal wieder ein Milliardär sagt "Leute, die so viel Geld verdienen wie ich, sollten mehr Steuern zahlen" und als Reaktion darauf kommt "dann bezahl du doch mehr, wenn du das findest" Zeigt einfach nur das da jemand die Zusammenhänge nicht mal Ansatzweise verstanden hat und auch nicht in der Lage ist, welche Folge das eine sowie das andere hätte.

Ist ja auch nicht schlimm, wenn man nicht die Zeit, Energie oder Lust hat sich damit auseinander zu setzen, aber dann sollte man halt keinen Lauten machen.

Mambo
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Gerry schrieb:
Findet ihr nicht, dass das ganze jetzt etwas scheinheilig ist? Jetzt sich hinzustellen, und die Welt verbessern zu wollen? Ja, man kann die Welt verbessern, man kann an kleinen Stellschrauben drehen.

Seid ihr anders? Ihr habt vor 1-2 Jahren auch gemotzt, warum Konzerte nicht stattfinden oder verschoben werden, während es woanders möglich war?

Wieviele gibt es hier, die in die USA wegen einem Festival fliegen oder sonst kurz mal nach London zu Konzerten? Daher halte ich diese aktuelle "Empörungshaltung" etwas scheinheilig.

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Falls du mich meinst:
Ich fand die Coronapolitik vertretbar, meist gut, nur die viel zu geringen Hilfen für die Kulturbranche nicht. Geflogen bin ich für Konzerte einmal, dafür sehr weit, würde es aber heute definitiv nicht mehr machen und versuche (aus Klimagründen) auch seit einigen Jahren Fliegen ganz zu vermeiden.
Mir fehlt seitdem nichts, ich hab (auch für mich verblüffend leicht) wunderbare Reise- und Konzertalternativen gefunden. Damit will ich mich nicht als Samariter darstellen und mein Fussabdruck ist immer noch viel grösser als es richtig wäre. Aber es hat mir selbst gezeigt, wie einfach Verzicht sein kann wenn man will und ich finde meinen Wunsch an die Gesellschaft daher auch nicht "scheinheilig", nein.

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blubb0r
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Heutma schrieb:


blubb0r schrieb:


Heutma schrieb:


kato91 schrieb:
Vor allem die Bezeichnung Sozialtourismus... Es ist schon etliche Male widerlegt worden, dass es das in der großen Masse gibt. Arschlöcher gibt's überall, auch in Deutschland.

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Ich finde es immer ironisch, wenn man genau das Wording der Nazis verwendet und sich dann beschwert, als rechts außen bezeichnet zu werden.

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Das ist allerdings in meinen Augen kein Argument. Wir sehen ja bei den Querdenkern, wie die den Freiheitsbegriff definieren etc.

Nur weil eine hohle Gruppe einen Begriff für sich beansprucht, sollte man nicht alle, die den Begriff in einem anderen Kontext oder mit einer differenzierteren Bedeutung benutzen, der hohlen Gruppe zuordnen.

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Wie kann man einen menschenverachtenden, vorveruteilenden Begriff wie "Sozialtourismus" differenziert oder in einen anderen Kontext verwenden?

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Mir geht es gar nicht mal wirklich um den Begriff. Es geht mir um die Art der Argumentation.
Geh ich davon aus, dass "Sozialtourismus" existiert? Ja, allerdings ist das die Ausnahme, wie bereits von kato beschrieben.
Dann sollte man das halt aber auch so sagen. Ja, es gibt das, dagegen muss man was tun, aber es ist die Ausnahme.

Was aber nix bringt, ist den gesamten Diskussionskurs weg vom eigentlichen Thema und hin zu dem Aufhängen an einem Begriff ziehen - wie ich es jetzt selbst getan habe.
Dann lieber kurz auf den Begriff eingehen, in einen Kontext setzen, aber die Grundidee der Aussage bzw. des Beitrags nicht komplett außen vor lassen.


edit:
@Gerry+Mambo:
Jop, wir sehen ja, wie die Menge reagiert, wenn über "Verzicht" gesprochen wird. Wir leben deutlich über unsere Verhältnisse, auf Kosten kommender Generationen (hier in Europa) und jetziger Generationen (hauptsächlich in Afrika).
Und das machen wir schon seit Jahrzehnten, deswegen haben wir uns an diesen Luxus gewöhnt.

Glaube ich an eine Entwöhnung? Nope.

Gerry

Findet ihr nicht, dass das ganze jetzt etwas scheinheilig ist? Jetzt sich hinzustellen, und die Welt verbessern zu wollen? Ja, man kann die Welt verbessern, man kann an kleinen Stellschrauben drehen.

Seid ihr anders? Ihr habt vor 1-2 Jahren auch gemotzt, warum Konzerte nicht stattfinden oder verschoben werden, während es woanders möglich war?

Wieviele gibt es hier, die in die USA wegen einem Festival fliegen oder sonst kurz mal nach London zu Konzerten? Daher halte ich diese aktuelle "Empörungshaltung" etwas scheinheilig.

Mambo
·  Bearbeitet


Locust schrieb:
So lange die Wirtschaft nicht vom der nimmer satten Gewinnmaximierung abrückt wird sich wenig ändern. Zu groß ist ihr einfluss und Macht.
Wir müssen vielleicht alle einen Gang zurück fahren aber das muss halt oben anfangen .

Das dies aber ein utopisch
er Gedanke ist, ist spätestens seit Corona klar

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Ich stimme dir zu, sehe aber den Lösungsweg eher andersrum: Das Kanzleramt läuft in Deutschland seit langem Stimmungen hinterher, die es in der Gesellschaft schon gibt. Merkel hatte das geradezu perfektioniert, Scholz nicht viel anders. Die gehen nur aktuell davon aus, dass ihr Volk randaliert, sobald es auf irgendwas verzichten muss. Passiert ja auch oft genug. Wir selbst müssen uns mal in der Breite vergegenwärtigen, was wir hier für einen Lebensstandard haben ob das angesichts der Klima- und Weltlage richtig sein kann. Wenn wir alle mal wirklich wichtige Werte über Materielles und Statussymbole stellen würden, würde die Politik den entstehenden Spielraum doch sofort nutzen.

Das Problem sieht man übrigens ganz deutlich an der Sprache. Wie oft hab ich schon gehört, dass jemand sagt "auf die jährliche Kreuzfahrt (oder sonstwas) kann (!) ich nicht verzichten". Da steckt die Verantwortungsverweigerung schon in der falschen Wahl des Verbes.

2JimmyMcClureund anderen gefällt das
Heutma


blubb0r schrieb:


Heutma schrieb:


kato91 schrieb:
Vor allem die Bezeichnung Sozialtourismus... Es ist schon etliche Male widerlegt worden, dass es das in der großen Masse gibt. Arschlöcher gibt's überall, auch in Deutschland.

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Ich finde es immer ironisch, wenn man genau das Wording der Nazis verwendet und sich dann beschwert, als rechts außen bezeichnet zu werden.

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Das ist allerdings in meinen Augen kein Argument. Wir sehen ja bei den Querdenkern, wie die den Freiheitsbegriff definieren etc.

Nur weil eine hohle Gruppe einen Begriff für sich beansprucht, sollte man nicht alle, die den Begriff in einem anderen Kontext oder mit einer differenzierteren Bedeutung benutzen, der hohlen Gruppe zuordnen.

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Wie kann man einen menschenverachtenden, vorveruteilenden Begriff wie "Sozialtourismus" differenziert oder in einen anderen Kontext verwenden?

Locust

So lange die Wirtschaft nicht vom der nimmer satten Gewinnmaximierung abrückt wird sich wenig ändern. Zu groß ist ihr einfluss und Macht.
Wir müssen vielleicht alle einen Gang zurück fahren aber das muss halt oben anfangen .

Das dies aber ein utopisch
er Gedanke ist, ist spätestens seit Corona klar

IvanTKlasnic


hermes81 schrieb:
Was mich ja momentan (Ok, seit dem Ukraine Krieg eher weniger) wundert, ist, dass die LINKE in Dtld. so dermaßen abschmiert.
Gerade in solchen Zeiten hätte ich denen wesentlich (!) mehr Wähler zugetraut.
Klar, parteiinterne Kämpfe. Einige Spinner dabei. Aber das hast doch bei den anderen Parteien exakt so.
Für mich sind sie aufgrund einiger Eckpunkte absolut unwählbar.
Aber wenn ich ernsthafte (!) Sorge um meine Existenz hätte, Geringverdiener oder "Bedürftig" wäre, das wäre doch meine Partei. Stattdessen profitiert die AfD.
Sind so Dinge die ich nicht greifen kann.

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Weil es gerade diese Leute sind, die sich aufgrund von Zeitmangel oder fehlenden Verständnis für das politische System nicht damit auseinander setzen. Ich habe in meinem Bekanntenkreis einige Leute, die in diese Gruppen Fallen und biete vor Wahlen immer eine (möglichst neutrale) Beratung für diese Leute an. Klar, ich bin natürlich nicht perfekt ich kläre aber auch vorher über meine Biases auf und ja ich empfehle ggf. Auch die AfD, wenn es tatsächlich den Interessen der Person entspricht, ist aber bis jetzt nur ein Mal vorgekommen. Ich Versuche da meine eigenen Meinungen außen vor zu halten.

blubb0r


Heutma schrieb:


kato91 schrieb:
Vor allem die Bezeichnung Sozialtourismus... Es ist schon etliche Male widerlegt worden, dass es das in der großen Masse gibt. Arschlöcher gibt's überall, auch in Deutschland.

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Ich finde es immer ironisch, wenn man genau das Wording der Nazis verwendet und sich dann beschwert, als rechts außen bezeichnet zu werden.

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Das ist allerdings in meinen Augen kein Argument. Wir sehen ja bei den Querdenkern, wie die den Freiheitsbegriff definieren etc.

Nur weil eine hohle Gruppe einen Begriff für sich beansprucht, sollte man nicht alle, die den Begriff in einem anderen Kontext oder mit einer differenzierteren Bedeutung benutzen, der hohlen Gruppe zuordnen.

Ansonsten ist das, was IvanTKlasnic gesagt hat, recht richtig. Eher linke Themen beherrschen einen Großteil der öffentlichen Diskussionen, eben auch, weil sie polarisieren, aber gerade wirtschaftspolitische Themen werden zumeist konservativ und neoliberal behandelt - das muss nicht komplett schlecht sein, aber bei uns fehlt der mix zwischen konservativ-neoliberal und einem sozialen Aspekt.

Das liegt mMn aber daran, dass wir keine soziale Partei haben. Die SPD ist ein Schatten ihrer selbst und die Linke ist unwählbar geworden.

1PlugInBaby gefällt das
hermes81

Was mich ja momentan (Ok, seit dem Ukraine Krieg eher weniger) wundert, ist, dass die LINKE in Dtld. so dermaßen abschmiert.
Gerade in solchen Zeiten hätte ich denen wesentlich (!) mehr Wähler zugetraut.
Klar, parteiinterne Kämpfe. Einige Spinner dabei. Aber das hast doch bei den anderen Parteien exakt so.
Für mich sind sie aufgrund einiger Eckpunkte absolut unwählbar.
Aber wenn ich ernsthafte (!) Sorge um meine Existenz hätte, Geringverdiener oder "Bedürftig" wäre, das wäre doch meine Partei. Stattdessen profitiert die AfD.
Sind so Dinge die ich nicht greifen kann.

1kato91 gefällt das
Heutma


kato91 schrieb:
Vor allem die Bezeichnung Sozialtourismus... Es ist schon etliche Male widerlegt worden, dass es das in der großen Masse gibt. Arschlöcher gibt's überall, auch in Deutschland.

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Ich finde es immer ironisch, wenn man genau das Wording der Nazis verwendet und sich dann beschwert, als rechts außen bezeichnet zu werden.

3Mambound anderen gefällt das
IvanTKlasnic


Yertle-the-Turtle schrieb:


Locust schrieb:
Wenn man aber die letzten Wahlen in Europa betrachtet ist der Trend auch erschreckend

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Ist das wirklich erschreckend?
Wie sollen sich Leute sonst bemerkbar machen, wenn ein "Weiter so" nicht in Frage kommt und man von seinem Wahlrecht Gebrauch macht.
Wieso ist eigentlich rechts in einer Gesellschaft, die Tag für Tag linker und asozialer wird so verpönt? Ich rede hier nicht von ultrarechts, aber heute ist ja gefühlt die Mitte bereits links und alles was 1cm davon abweicht wird als rechts abgestempelt.

Rechts hat halt den Makel, dass es - leider nicht zu unrecht - mit Nazis und als Auffangbecken für frustrierte Versager assoziiert wird.

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Ich würde des stark wiedersprechen allerdings liegt das denke ich daran, dass rechts und links halt extrem ungenaue Begriffe sind, und politische Entwicklungen kaum beschreiben können. Ich würde sagen, dass Deutschland in den letzten 30 Jahren, wenn nicht sogar in den letzten 50 Jahren extrem stark nach rechts gerückt ist.

Wenn wir natürlich über gesellschaftspolitische Themen reden, hat sich da aus linker Sicht durchaus einiges verbessert, wie z.B. die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe oder die Ehe für Homosexuelle Paare um nur Mal 2 Dinge zu nennen.

Wenn wir allerdings über Wirtschaftpolitik reden, dann existiert eine Linke Politik in Deutschland de facto seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr, in keiner im Bundestag vertretenen Partei. Meiner Meinung nach stammen viele Probleme, die wir haben gerade hierher, das alle Parteien durch die Bank weg eine Rechte, neoliberale Wirtschaftspolitik fahren und es keine Alternative dazu gibt. Natürlich ist es hier noch nicht so schlimm wie in einigen anderen Ländern in der Hinsicht, wie z.B. den USA, wenn man sich aber Mal Programme der Parteien aus den 70-90ern durchliest bekommt man als Arbeitnehmer direkt feuchte Augen, und man merkt wie extrem weit Deutschland aus wirtschaftlicher Sicht nach rechts gerückt ist in den letzten Jahrzehnten. Da braucht man sich nicht wundern, wenn es dann dem durchschnittlichen Arbeitnehmer immer schlechter geht.

Die Parteien, die aber nach rechts gerückt sind haben oftmals weiterhin starke Wahlergebnisse erreicht. Da muss sich der Wähler auch Mal selber an die Nase fassen, warum er die Parteien, welche mit diesem bullshit angefangen haben, nicht dafür bestraft hat.

1Fami gefällt das
Locust
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Weil die Mitte verschwindet. Die CDU ist für mich eine absolut unwählbare Partei geworden.
Durchsäucht von Korruption und das Land extrem stagnieren lassen mit einer “nach mir die Sinnflut Politik “ für alte Menschen.

Alles rechts davon basiert auf diskriminierung anderer und da sehe ich tatsächlich keinen Sinn in der Diskussion

Edit: Die SPD war ebenfalls beteiligt und hat sich nicht mit ruhm bekleckert, wenn auch nicht ganz so schlimm.
Die Auswirkungen werden mehr und mehr bemerkbar und man versucht die Schuld den aufstrebenden Parteien zuzuschieben. Es gibt einige die die Preisexplosion den Grünen anlasten.
Es fängt ja in der Politik an, dass meist nur über andere geschimpft wird oft sogar pauschal.

Das treibt Protestwähler an die Ränder oder zur Politikverdrossenheit

KuekenMcNugget
KuekenMcNugget
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Meiner Meinung nach ist ein großes Problem derzeit die Lagerbildung. Ich kann mich politisch wirklich keinem "Lager" zuordnen. Bei Thema A bin ich eher bei den Grünen, bei Thema B eher bei der FDP und bei Thema C bei der CDU.
Das ist erst einmal nichts besonderes. Ich gewinne jedoch täglich mehr und mehr den Eindruck, dass es nur noch darum geht: "Bist du beim Thema XYZ nicht für uns, bist du grundsätzlich gegen uns."
Ich hatte immer einen Freundeskreis mit vielen unterschiedlichen politisch Ansichten und auch wenn man sich politisch "streitet", konnte man danach ein Bier trinken und zusammen lachen.
Das sehe ich aber kaum noch. Was virtuell mit der Informationsblase in Social-Media angefangen hat, wird mehr und mehr ins wirkliche Leben übernommen. Man umgibt sich nur noch mit Menschen, die die gleiche Meinung vertreten. Alle anderen werden in Schubladen gesteckt (Links, Recht, Querdenker, Sozialist, etc.) und dann größtenteils gemieden. Es findet kaum noch ein Austausch zwischen den jeweiligen Blasen statt. Man spricht immer über die Anderen und nicht mehr mit den Anderen.
Das fördert nur eins: Extremismus!

7JimmyMcClureund anderen gefällt das
kato91

Vor allem die Bezeichnung Sozialtourismus... Es ist schon etliche Male widerlegt worden, dass es das in der großen Masse gibt. Arschlöcher gibt's überall, auch in Deutschland.

6JimmyMcClureund anderen gefällt das
Mambo
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Yertle-the-Turtle schrieb:


Locust schrieb:
Wenn man aber die letzten Wahlen in Europa betrachtet ist der Trend auch erschreckend

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Ist das wirklich erschreckend?
Wie sollen sich Leute sonst bemerkbar machen, wenn ein "Weiter so" nicht in Frage kommt und man von seinem Wahlrecht Gebrauch macht.
Wieso ist eigentlich rechts in einer Gesellschaft, die Tag für Tag linker und asozialer wird so verpönt? Ich rede hier nicht von ultrarechts, aber heute ist ja gefühlt die Mitte bereits links und alles was 1cm davon abweicht wird als rechts abgestempelt.

Rechts hat halt den Makel, dass es - leider nicht zu unrecht - mit Nazis und als Auffangbecken für frustrierte Versager assoziiert wird.

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Kannst du das genauer ausführen? Welches "rechts" meinst du mit okay, wo beginnt das nicht mehr okaye "ultrarechts"? Was bedeutet das "links" was du der Mitte zuschreibst?

6JimmyMcClureund anderen gefällt das
Mambo


Gerry schrieb:
Interessante Aspekte, die ihr geschrieben habt, denen ich auch zustimmen kann. Es liegt wirklich viel im Argen und den Traum von einem Häuschen irgendwo in Skandinavien habe ich auch.

Ich bleib dabei, das ganze Land geht den Bach runter. Und ja, auch die Politik gehört viel mehr zur Verantwortung gezogen. Aber es passiert ja auch nichts, da wir ja auch keine kritische Stimme haben, die das ganze auseinandernimmt. Wenn man sieht, wie in den USA mit Politikern oder Präsidenten umgegangen wird, da werden die unseren ja mit Samthandschuhen angefasst.

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Ich bin ehrlich gesagt ziemlich froh darüber, wie sachlich hier im Verhältnis zu den USA noch diskutiert wird. Was sollen denn Schlammschlachten und ständige persönliche Verunglimpfungen wie sie dort an der Tagesordnung sind hier verbessern?


Gerry schrieb:
Wenn man kritisiert, dass Deutschland den Sozialtourismus fördert (Ukraine, Flüchtlinge), dann ist man gleich ein komplett rechts außen.

Ich werde, wenn ich absichtlich meinen Job verliere, drei Monate gesperrt und bekomm kein Geld, obwohl ich monatelang eingezahlt habe und dann kommen andere, die noch nie eingezahlt haben und wollen auch was vom Kuchen. Kein Wunder, dass man dann kein Geld mehr für irgendwas anderes hat.

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Da wirfst du jetzt aber einiges durcheinander. Gesperrt würdes du bei deinem ALG-1-Anspruch - da hast du einbezahlt weil das eine Versicherungsleistung ist und die die Sperre käme weil die Versicherung an Bedingungen geknüpft ist. Was Ukrainer und Flüchtlinge demgegenüber bekommen könnten wäre Hartz 4 - diesbezüglich würdest aber auch du nicht gesperrt.

Wie so oft bleibt von dem ersten "Die Flüchltinie kriegen und die Deutschen nicht" am Ende so überhaupt nichts übrig.


Gerry schrieb:
Es wird zwar gesagt, dass man auch in Deutschland Meinungsfreiheit hätte, aber wenn man was kritisches sagt, was nicht dem angenommen Mainstream entspricht, dann wird man abgestempelt und in die rechte Ecke gestellt.

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Meinungsfreiheit hat dich noch nie vor der Kritik von anderen geschützt, sondern ist ein Grundrecht, dass verhindert, dass der Staat (!) dich daran hindert, deine Meinung zu sagen. Wenn du keine Meinungsfreiheit hättest, hättest du einen kritischen Post wie deinen überhaupt nicht ohne staatliche Konsequenzen absetzen können (zum Glück darfst du das!). Man muss aber eben damit leben, dass andere der eigenen Meinung widersprechen, sie kritisieren und sich - je nach Aussage - dann auch eine eigene Meinung über einen selbst bilden.


Gerry schrieb:
@hermes81: das gleiche habe ich bei mir zuhause auch. Meine bessere Hälfte ist auch Lehrerin. Das Niveau sinkt einfach immer weiter. Ich habe im Sommer, als im Juli die ganzen Verabschiedungen der Jahrgänge (Abitur, Realschule) in der Zeitung waren, dass zwischen 30-50% bereits einen 1er-Notenschnitt haben (und das ganze auch noch während der Corona-Zeit).
Früher zu unserer Zeit, war ein 1er-Abitur noch wirklich was besonderes. Aber jetzt hat es "gefühlt" jeder zweite. Aber ist der Stoff denn noch genauso schwer wie zu unserer Zeit oder doch angepasst worden auf das Niveau der heutigen Kinder/Jugend.

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Ich glaube das ist eine Mischung. Ein Teil der besseren Abi-Noten kommt sicher auch daher, dass man heute viel gezielter benachteiligte Kinder fördern und ihnen die Möglichkeiten schaffen kann, selbst zum 1er Abi komme zu kommen. Früher wären die stattdessen einfach runtergefallen und man hätte gesagt "die hattens eh nicht so drauf wie das Kind aus gutem Hause". Allein aus besseren Abidurchschnittsnoten würde ich also nicht schließen, dass die heutigen 1er Abiturienten auf schlechterem Leistungsstand sind als frühere.

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Locust


hermes81 schrieb:
Weil dieses Land es komplett verlernt hat, kritisch aber sachlich zu diskutieren!
Es gibt nur Extreme. In beide Richtungen.
Hat man doch erst bei Corona erlebt.
Entweder Impffan oder Querdenker. Dazwischen gab es nichts.

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Naja das kommt drauf an wo man sich bewegt. Die Diskussion die och mitbekommen haben waren durchaus sachlich u.a. hier.


Aber letztendlich spiegelt halt sich die Berühmte SCHERE auch politisch wieder. Liegt auch daran, dass sich die selbst ernannte Mitte komplett versagt hat

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Gerry

Interessante Aspekte, die ihr geschrieben habt, denen ich auch zustimmen kann. Es liegt wirklich viel im Argen und den Traum von einem Häuschen irgendwo in Skandinavien habe ich auch.

Ich bleib dabei, das ganze Land geht den Bach runter. Und ja, auch die Politik gehört viel mehr zur Verantwortung gezogen. Aber es passiert ja auch nichts, da wir ja auch keine kritische Stimme haben, die das ganze auseinandernimmt. Wenn man sieht, wie in den USA mit Politikern oder Präsidenten umgegangen wird, da werden die unseren ja mit Samthandschuhen angefasst.

Es gibt soviele Politiker im Bund oder Länder, die wirklich auf ihrem Sessel kleben, obwohl sie Scheiße hoch 10 fabrizieren, für die man in einem Unternehmen hochkant rausgeworfen werden würde. Aber "ehrliche" oder "direkte" Meinungen sind ja hier im "Gutmenschenland" ja verpönnt. Das ganze hat ja ein Sarazzin schon vor über 10 Jahren geschrieben "Deutschland schafft sich ab". Aber damals wollte es ja niemand hören, es wurde belächelt.

Wenn man kritisiert, dass Deutschland den Sozialtourismus fördert (Ukraine, Flüchtlinge), dann ist man gleich ein komplett rechts außen.

Ich werde, wenn ich absichtlich meinen Job verliere, drei Monate gesperrt und bekomm kein Geld, obwohl ich monatelang eingezahlt habe und dann kommen andere, die noch nie eingezahlt haben und wollen auch was vom Kuchen. Kein Wunder, dass man dann kein Geld mehr für irgendwas anderes hat.

Es wird zwar gesagt, dass man auch in Deutschland Meinungsfreiheit hätte, aber wenn man was kritisches sagt, was nicht dem angenommen Mainstream entspricht, dann wird man abgestempelt und in die rechte Ecke gestellt.

@hermes81: das gleiche habe ich bei mir zuhause auch. Meine bessere Hälfte ist auch Lehrerin. Das Niveau sinkt einfach immer weiter. Ich habe im Sommer, als im Juli die ganzen Verabschiedungen der Jahrgänge (Abitur, Realschule) in der Zeitung waren, dass zwischen 30-50% bereits einen 1er-Notenschnitt haben (und das ganze auch noch während der Corona-Zeit).
Früher zu unserer Zeit, war ein 1er-Abitur noch wirklich was besonderes. Aber jetzt hat es "gefühlt" jeder zweite. Aber ist der Stoff denn noch genauso schwer wie zu unserer Zeit oder doch angepasst worden auf das Niveau der heutigen Kinder/Jugend.

Ich weiß auch nicht, was schief läuft. Aber ich denke, dass da auch die Politik oder Unternehmen auch gar nix machen können. Wenn man sich manche Berichte von Unternehmen ansieht, dass die Jugendlichen, die die Schule verlassen, gar keine Ahnung haben, was Arbeit überhaupt bedeutet.

1KuekenMcNugget gefällt das
hermes81

Weil dieses Land es komplett verlernt hat, kritisch aber sachlich zu diskutieren!
Es gibt nur Extreme. In beide Richtungen.
Hat man doch erst bei Corona erlebt.
Entweder Impffan oder Querdenker. Dazwischen gab es nichts.

2Mambound anderen gefällt das
Locust
·  Bearbeitet

Natürlich ist das erschreckend, verwunderlich aber nicht. Es geht letztendlich dabei doch nur Leute mit Konsum zu ködern und gegeneinander auszuspielen.
Hat ja in Deutschland gut geklappt mit der “nach mir die sinnflut Politik “ und hinterlassen wurde ein Scherbenhaufen . viel weiter will ich garnicht ausholen

Yertle-the-Turtle
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Locust schrieb:
Wenn man aber die letzten Wahlen in Europa betrachtet ist der Trend auch erschreckend

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Ist das wirklich erschreckend?
Wie sollen sich Leute sonst bemerkbar machen, wenn ein "Weiter so" nicht in Frage kommt und man von seinem Wahlrecht Gebrauch macht.
Wieso ist eigentlich rechts in einer Gesellschaft, die Tag für Tag linker und asozialer wird so verpönt? Ich rede hier nicht von ultrarechts, aber heute ist ja gefühlt die Mitte bereits links und alles was 1cm davon abweicht wird als rechts abgestempelt.

Rechts hat halt den Makel, dass es - leider nicht zu unrecht - mit Nazis und als Auffangbecken für frustrierte Versager assoziiert wird.

1Fami gefällt das
hermes81

Vllt. wäre ja mal das System als solches in seiner Gänze zu hinterfragen.
Ich kann den Unmut vieler Leute schon verstehen.
Es fängt beim Rundfunk an, es zieht sich weiter über Pensionsansprüche vieler Beamter, Übergangsversorgungen, Büros samt Unterhalt vieler Ex Politiker.
Straffreiheit für Veruntreuung von Steuergeldern (Guten Tag Herr Scheuer).
Es gibt so unendlich viele Stellen an denen man Geld einsparen und an anderer Stellen sinnvoll verwenden könnte.
Unsere Infrastruktur (Bus/Bahn) ist eine Bankrotterklärung.
Warum kriegen das andere Länder denn hin und Dtld. nicht?

Alles um was es sich dreht sind Gewinne, Boni und Wachstum, Wachstum, Wachstum.
Diese Planet braucht weniger von dieser ganzen BWL Scheixxe!

Ich kann den Zorn auf vieles was "da oben" so passiert mittlerweile verstehen.
Nur sind leider viele Menschen bereit dann den Rattenfängern in die Arme zu laufen.
In der Hoffnung, die würden es anders machen. Dabei sind die ja noch schlimmer.

Unser politisches System braucht Reformationen. Dringend.
Aber das sind, wie bereits gesagt, alles Dinge die bekannt sind aber es nichts passieren wird.

1Fami gefällt das
Locust

ja und letztendlich ist es die gier des menschen und deshalb werden wir auch scheitern

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