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So war es beim Reeperbahn Festival!

von festivalsunited.com 02.10.2018 #festivals Reeperbahn Festival 2019

So einen Stau will ich nie wieder haben! So besingt Peter Rubel, Gitarrist des Essener Trios International Music die aufgrund von vollen Autobahnen und Baustellen etwas beschwerliche Anfahrt aus dem Ruhrgebiet nach Hamburg. Ob die alle zum Reeperbahn Festival wollten?

Tatsächlich war es auch in seiner 13. Ausgabe wieder sehr gut besucht: insgesamt wurden zwischen dem 19. und 22. September 45.000 Besucher empfangen.

Die Veranstaltung besticht auch in diesem Jahr mit ihrem vielfältigen Angebot: so fanden über 100 Events rund um Kunst und Film statt, daneben wurden 400 Lesungen und Konferenzen zu den verschiedensten Themen, die die Musikbranche beschäftigen, gehalten.

Neben den Fachbesuchern kamen zudem Musikfans auf ihre Kosten: in den vier Tagen standen über 500 Künstler aus aller Welt auf der Bühne. Das Line-Up war trotz manch kurzfristiger Absage (unter anderem von Her und Stormzy) gespickt von bekannten Namen. Während am Donnerstag der britische Singer – Songwriter Passenger im Docks mit seiner Akustikgitarre bezauberte, gab die New Yorker Indie-Folk-Band Darwin Deez am Samstag erst am N-Joy Reeperbus am Spielbudenplatz einige seiner bekanntesten Songs zum Besten, bevor sie nachts noch im Gruenspan auftraten.

Wer zudem auf der Suche nach neuer Musik war, wurde nicht enttäuscht: das Festival bot mit seinen 90 Spielstätten Newcomern die perfekte Gelegenheit, neues Publikum auf sich aufmerksam zu machen. Einen besonders positiven Eindruck hinterließ Noga Erez. Die Künstlerin aus Tel Aviv konnte am Donnerstag den VUT Indie Award als beste Newcomerin mit nach Hause nehmen und trat am Freitag im Gruenspan auf, wo sie mit ihrem einzigartigen Sound irgendwo zwischen RnB und Hip Hop mit elektronischen Einflüssen einen bleibenden Eindruck hinterließ.

Die am Freitag stattfindende Warner Music Night stellte einen der Höhepunkte des Reeperbahn Festivals dar. Von Beginn an Teil der Veranstaltung, gelang es den Veranstaltern auch in diesem Jahr wieder einen besonderen Act ins Docks zu holen: die britische Rockband Muse hatte bei ihren Touren in den letzten Jahren Stadien gefüllt, nun trat sie in familiärer Atmosphäre auf. Die Vorfreude der Fans war dementsprechend groß - einige standen schon am frühen Nachmittag vor dem Club, um ihre Lieblingsband quasi hautnah zu erleben.

Der Abend war, ganz im Geiste des Festivals, abwechslungsreich gestaltet: eröffnet wurde er vom Rapper Disarstar, der vor Heimatpublikum unter Beweis stellte, dass Rap und politisch links gerichtete Inhalte sich gut vertragen. Anschließend trat Matt Gresham auf: der Australier veröffentlichte im August sein neues Album „Who Am I Now“. Er lieferte einen soliden Auftritt ab; trotzdem dürfte sich der ein oder andere etwas an Ed Sheeran erinnert gefühlt haben.

Muse nutzte den Auftritt ebenfalls für die Präsentation von neuer Musik: so wurde der Ende August veröffentlichte Song „The Dark Side“ im Docks uraufgeführt. Ganz ohne große Special Effekte und eindrucksvollen Bühnenbild wusste die Band wie immer musikalisch von sich zu überzeugen – die Stimmung im Docks hätte besser nicht sein können.

Deutsche Acts kamen in den vier Tagen nicht zu kurz. Von der Hamburger Punkband BRETT, die mit ihrem Debütalbum „WutKitsch“ dem Publikum im Gruenspan ordentlich einheizte, über Philipp Poisel, der im Tivoli sein zehnjähriges Bühnenjubiläum feierte, bis hin zu International Music, die eine Spur Ruhrpottcharme in der Hansestadt hinterließen – auch hier wurde die gesamte Bandbreite bedient.

Mit Kadavar fand das Festival dieses Jahr einen mehr als würdigen Ausgang. Die Berliner sorgten ab dem ersten Gitarrenriff für Stimmung und rissen das Publikum in ihren Bann.

Der Termin für nächstes Jahr steht bereits fest: vom 18. – 21. September öffnet Hamburg zum 14. Mal seine Tore. Tickets gibt es aktuell zum Early-Bird-Preis von 89 Euro.

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