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Alle Beiträge von MyChemGD1234

  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 in Coronavirus
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    MrElke schrieb:
    Zitat

    blubb0r schrieb:
    Zitat

    Locust schrieb:
    Vielleicht sollte der ein oder andere mal kurz durchatmen.
    Aber es zeigt einfach wie ein weiterer Lockdown für alle die Gesellschaft zerreißen wird.
    Das kann man geimpften nicht zumuten wenn es irgendwie geht.
    Bei uns in BW wird wohl in paar Tagen 2G für fast alles greifen und 3G am Arbeitsplatz. Mal sehen wie sich das auswirkt.


    Wenn 2G richtig kontrolliert wird (also QR Code Scan und Gegencheck des Ausweises) bzw. die Orte, die es nicht sauber machen, empfindliche Strafen bekommen, dann glaube ich schon, dass man die Welle zwar nciht brechen wird, dafür isses zu spät, aber zumindest man das Pandemiegeschehen wieder in geregeltere Bahnen bekommt. Restaurant/Kneipe nur noch 2G.

    2G+ dann bei Großveranstaltungen (kA, ab 100 Personen), Schnelltest nicht älter als 6-12h. 3G am Arbeitsplatz außer bei körpernahen Dienstleistungen sowie Pflege, da 2G-Pflicht.

    Generell würde ich den Schnelltest nur als "kostenloses Add-on/Sicherheit" für die geimpften definieren. Ungeimpfte müssen weiter die 10-20 EUR zahlen, brauchen den Schnelltest für Frisör bspw.

    Du wärst damals perfekt aufgehoben gewesen und wunderst dich dennoch wie alle den Arm heben konnten. Geil..

    Bei allem was man hier von den anderen konstruktiv lesen kann gibst du halt so viel scheisse von dir. Respekt.

    Boah, halt endlich einfach deine Fresse.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 in Coronavirus
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    MrElke schrieb:
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    TheWizard schrieb:
    Zitat

    MrElke schrieb:
    Zitat

    Cody schrieb:
    Zitat

    MrElke schrieb:
    Zitat

    Cody schrieb:
    Zitat

    MrElke schrieb:
    Zeit für nen lockdown.
    Die ganzen ungeimpften sind einer riesen Gefahr durch das unsolidarische und egoistische Verhalten der geimpften ausgesetzt. Anders kann man diese Pandemie nicht mehr bewältigen. Die geimpften sind sie einzigen die ungetestet durchs Leben schreiten , durch die Weltgegend reisen und ohne Hemmungen feiern als gäbe es kein Morgen, beim nächsten Husten aber die getesteten und ungeimpften als pandemietreiber beschuldigen.
    In diesem Sinne, Hellau und Alaaf


    Ungeimpfte machen die Intensivstationen voll --> Krankenhausbetrieb wird erheblich beeinträchtigt --> OPs und stationäre Behandlungen anderer Patienten müssen verschoben werden.

    Aber das raffst du eh nicht.

    Na deswegen will ich ja den lockdown.
    Keine Kontakte für alle damit die geimpften die ungeimpften nicht mehr anstecken können. Dann erledigt sich das Problem ja wieder. Solidarisch sein und einfach mal zurück stecken bis der Spuk vorbei ist und nicht als superspreader ungetestet durch die weltgegend rennen.

    Aber das raffst du ja eh nicht.

    Keine Sorge. Die Ungeimpften dürfen in naher Zukunft relativ wenig Kontakt zu der geimpften Bevölkerung haben. Sie kommen einfach nirgendwo rein




    Zum Glück dürfen die Ungeimpften noch arbeiten gehen , nicht das noch Nahrungsmittel , Hygieneartikel oder andere Dinge des täglichen Bedarfs oder im Handwerk auf einmal nicht mehr hergestellt oder produziert werden können.

    Aber falls du meinst dass die geimpften nirgends mehr reinkommen, wäre ne super Sache und wünschenswert fürs Allgemeinwohl. Die genesenen natürlich eingeschlossen.

    Ohne Scheiß dieser geistige Bullshit ist ein Schlag in die Fresse aller die seit März 2020 alles irgendwie mitmachen, Masken tragen, Regeln einhalten, zum Impfen rennen etc in der Hoffnung dass der Scheiss endlich rumgeht und so einen Schwachsinn muss man dann ernsthaft mittlerweile noch immer lesen.

    Und so ein Quatsch wie 2G+ darf sich gar nicht erst etablieren. Ein Frechheit den Geimpften gegenüber. Sinnlos und ausschließlich, um Ungeimpfte vermeintlich zu schützen. Dann wird weiter nicht kontrolliert und die dürfen mitmachen. Gegen 2G+ muss sich jetzt einmal der geistig gesunde Teil der Gesellschaft extrem laut wehren.

    DAS ist geistiger Dünnschiss vom feinsten. Danke dafür, hat mich schon zum schmunzeln gebracht.
    Eine Frechheit aber auch dass die geimpften, welche in großen Teile durch die Welt rennen als gäbe es kein Corona mehr, sich testen sollen zum Schutz aller, ebenso wie die ungeimpften. Darf man auf keinen Fall einreißen lassen sowas. Als geistig gesunder Teil der Gesellschaft sofort demonstrieren bitte.


    Du Stück Schmutz.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 13.09.2021 18:28 Uhr in Casper
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    runnerdo schrieb:
    Ist es der Opener?

    Laut Pressetext ja.

    Mir hält er das Mikro im Refrain zu optimistisch. Klingt mir zu bunt.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 13.09.2021 12:12 Uhr in Kraftklub
    Zitat

    sickdog schrieb:
    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das dieses Jahr noch über die Bühne geht, allerdings nur als 2G-Veranstaltung.
    Ob das rechtlich umsetzbar ist (immerhin haben ja auch die ggf. Ungeimpften regulär Tickets erworben) und wie die Berliner Behörden dem gegenüberstehen wird sich zeigen.
    Es kann natürlich auch sein, dass ganz nach der Ankündigung verfahren wird, und das Konzert tatsächlich erst dann stattfindet, wenn ohne jegliche Auflagen ein Konzert nach "alter Sitte" durchgeführt werden darf.
    Bei den Ärzten ist für 2021 bisher ja auch noch nichts abgesagt. So langsam habe ich den Verdacht, man möchte noch die Wahl abwarten.

    Mein letzter Stand war – und das war Anfang 2021 –, dass die damit rechnen das im Frühjahr 2022 zu machen. Also 2021 wird das ziemlich sicher nicht mehr stattfinden.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 12.09.2021 16:00 Uhr in Casper
    Zitat

    concertfreak schrieb:
    Tübingen. Check!

    Gehen in den Großen Saal vom Sudhaus wirklich nur 600 Leute rein?

    Glaub die haben umgebaut und jetzt sind es 800. Damit aber immer noch eine der kleinsten Shows der Tour.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 10.09.2021 20:31 Uhr in Casper
    Zitat

    Kaan schrieb:
    Die Frage ist doch: wie hat er dabei sein Handy in der Hand gehalten?




  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 25.08.2021 12:55 Uhr in Coronavirus
    Zitat

    sadfad schrieb:
    Haben da etwa die Veranstalter gesagt bekommen ihr dürft nächstes Jahr aber nur mit geimpften? Scheint ja auf jeden Fall abgesprochen zu sein.

    Soweit ich das richtig verstanden habe, haben Die Ärzte zusammengetrommelt.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 07.07.2021 10:34 Uhr in Politik-Thread
    Zitat

    concertfreak schrieb:
    Ich arbeite in einer unionsgeführten Regierungsbehörde, bin verbeamtet. Dass ich dann nicht gerade gegen diese Partei bin dürfte auch klar sein.
    Ich kenne z.B. Söder noch aus Ministerzeiten, kann nur positives berichten. Faule Eier gibt’s in jeder Partei. Auch eine SPD mit Russen-Schröder und Gabriel sollte da den Ball ganz flach halten.

    Manchmal frage ich mich echt, wer - außer Menschen ü60 – tatsächlich noch davon überzeugt ist, dass Konservativismus eine gute und anzustrebende politische Haltung ist. Wenn man verbeamtet und deshalb nahe der regierenden Partei ist, kann ich aber zumindest nachvollziehen, dass es schwierig fällt die unzähligen Probleme, die die CDU (und zum Teil auch die SPD) seit den 70ern und 80ern verursacht hat, zu sehen.

    Die Einkommensungleichheit steigt, die Rechte und Macht von Arbeitnehmern sinken, das Bildungssystem ist verhältnismäßig katastrophal aufgestellt, Umweltschutz wurde jahrzehntelang zugunsten von Business-Interessen ignoriert, Hartz-IV ist sozial und ökonomisch (Thema: Anreizstrukturen für Arbeitssuche) desaströs, das Rentensystem rast auf den Abgrund zu, ärmere Menschen müssen anteilig viel größere Teile ihres Einkommens abgeben als Menschen mit hohen Einkommen (auch wieder Thema Anreizstrukturen), unser Finanzsystem ist alles andere als stabil (welche Lehren haben wir eigentlich aus der Finanzkrise gezogen?), private und institutionelle Investoren treiben Wohnungspreise in die Höhe und und und und und.

    Das alles geht auf den Buckel der CDU (und SPD), weil jahrzehntelang in Liberalisierungstrends passiv mitgeschwommen wurde, so wie die CDU generell eben immer nur dann reagiert, wenn es wirklich notwendig ist. Man möchte ja das "Gute" konservieren. [Dass seit Ende der 1970ern ein Scheiss konserviert wurde, sondern diese Problemzonen alle nach und nach aufgekeimt sind: Naja.] Wenn du nicht gerade verbeamtet bist oder zu den Leuten gehörst, denen es hier sehr gut geht, dann hat die CDU für dich in den letzten Jahrzehnten nur scheiße gebaut.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 01.07.2021 11:15 Uhr in Casper
    Zitat

    Kaan schrieb:
    Zitat

    Hullabaloo92 schrieb:
    Zitat

    Heutma schrieb:
    Morgen kommt ein neuer Song von ihm zusammen mit LEA mit dem Titel "Schwarz".

    Vom Feature Gast halte ich nicht sonderlich viel aber erst einmal das Endresultat abwarten

    Es ist vielmehr so, dass Casper hier das Feature ist. Zum einen ist es mit LEA X CASPER betitelt, zum anderen erscheint die Single auf Leas eigenem Label Treppenhaus Records (gehört zu Four Music).



    + gibt es als Lea-Solosong schon


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 25.06.2021 10:05 Uhr in Releaseradar: Neuveröffentlichungen von FLINTA*
    Neue Lucy Dacus ist: Stark.




  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 07.06.2021 12:45 Uhr in Alben des Jahres 2021 - Neuerscheinungen, Diskussionen, Reviews, HYPE!
    Wie einige britische Bands kratzen Wolf Alice mit ihrer Unterstützung von BDS-Kampagnen aber schon sehr am Antisemitismus (Boykott und Existenzrecht absprechen ist eben nochmal was anderes als Kritik zu üben). Geht mir viel zu häufig unter.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 23.05.2021 14:29 Uhr in Twenty One Pilots - Scaled And Icy
    Mir gefällt die Platte auch mit jedem Durchgang besser, gerade im Mittelteil wird's mir teilweise aber immer noch zu bunt und unbeständig.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 21.05.2021 14:35 Uhr in Keychange: Mehr Frauen auf Festivalbühnen
    Zitat

    fcfreak91 schrieb:
    Mir kam gestern Nachmittag der Gedanke, dass wir als Forum doch auch einen kleinen Beitrag zur Besserung leisten könnten. Was haltet ihr davon wenn wir versuchen wöchtenlich durchs Streams, Käufe etc. Alben in die Charts zu pushen an denen Frauen beteiligt sind.
    Meine Idee wäre, wir einigen uns auf ein Album pro Woche, welches wir dann immer mal wieder Streamen oder gar Kaufen. So würde der ein oder andere vielleicht auch neue Sachen kennen lernen die ihm/ihr gefallen.

    Gute Idee. Ich hab als ersten Schritt mal einen Thread aufgemacht.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 21.05.2021 14:34 Uhr in Releaseradar: Neuveröffentlichungen von FLINTA*
    Bevor's niemand macht, eröffne ich einfach mal einen Thread, um gezielt Musik von Frauen, Queers und Transpersonen zu pushen.

    Ich mach musikalisch mal den Anfang. Heute erschienen sind unter anderem:

    1. Neue EP von Mannequin Pussy (Punk, Indie)



    Springen immer wieder zwischen aggressivem Punk und melancholischem Indie-Rock. Lieb die ganz doll.

    2. Debütalbum von Olivia Rodrigo (Pop, Indie)



    Die wird gerade das nächste große Ding im Pop/Indie-Segment. Typisches Pattern moderner Musik: Sie springt sehr zwischen Einflüssen und Genres. Finds alles aber sehr schön umgesetzt.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 18.05.2021 11:28 Uhr in Keychange: Mehr Frauen auf Festivalbühnen
    Ich habe gestern noch mit einer Freundin, die bereits einige (female) Punk-Bands interviewt hat, gesprochen und würde hier gerne noch eine weitere Perspektive einbringen, die so noch nicht (oder erst wenig) Ausdruck gefunden hat.

    Viele Musikerinnen – gerade in der Punk-Szene – fühlen sich auf Festivalbackstages zwischen den vielen männlichen Kollegen nicht wohl. Da herrscht nämlich immer eine sehr "männliche" Stimmung. Es gibt also auch fernab des klassischen "Bevorzugen von Männern bei Plattendeals" Faktoren, die Frauen indirekt unterdrücken. Hinzu kommt, dass Frauen generell auf vielen Konzerten als Besucherinnen nicht wirklich willkommen geheißen werden. Ich denke hier gerade an Punk- und Hardcore-Shows mit extremen Pogo (Violentdancing) oder Alkoholkonsum. Der Männeranteil ist dort oft auch sehr hoch. Das wirkt also zusätzlich zu den gesellschaftlichen Erwartungen abschreckend. Die Freundin meinte zum Beispiel sie fühle sich auf Indie-Shows (oft sehr durchmischtes Publikum) immer sehr viel wohler als bei den meisten Rock-Konzerten. Vielleicht gibt es hier ja die ein oder andere Mitleserin, die da auch ein paar Erfahrungen oder Eindrücke zu beitragen kann.

    Zusätzlich gibt es gerade in der deutschen Punk/Indie-Landschaft eine krasse Kumpel-Kultur. Da sind alle miteinander cool und pushen sich gegenseitig. Da aber auch dort sehr viele Männer unterwegs sind, ist es sehr schwierig für aufstrebende Musikerinnen an Support-Slots zu kommen, weil die eben oft an die "Kumpels" gehen. Das ist wieder ein sehr gutes Beispiel dafür, dass auch eigentlich gute Intentionen (Freunde supporten) zu der Reproduktion dieser Strukturen beitragen können.

    Zitat

    mattkru schrieb:
    Ich entschuldige mich für mein gestriges Rumgetrolle, aber ich fand es halt nicht gut, das jemand seine Vergangenheit im Profil ,gecancelt’ hat um hier glaubwürdiger zu wirken. Zumindest wirkte es genau so auf mich aufgrund des Timings.

    Ich habe gestern seit Ewigkeiten das erste Mal mein Profil aktualisiert und den Blog für den ich schreibe und den ich mitleite hinterlegt. In dem Zuge habe ich die alte Liste gesehen (die rein formell auch immer katastrophal aussah, weil das noch aus der alten "Maske" übernommen wurde) und rausgenommen. Gibt es keine aktuelle Version von, deshalb ist es komplett verschwunden.

    Ich möchte mich hiermit nicht verteidigen, aber selbst wenn ich die Liste jetzt noch drin gehabt hätte, würde das mein Argument nicht im geringsten schwächen. Ich habe mehrfach betont, dass ich die Suche nach individueller Schuld für falsch halte, weil das Problem ein strukturelles ist. Von den gesellschaftlichen Wirkungen kann sich niemand frei machen. In meiner musikalischen Sozialisation spielte gerade dieses Forum hier und die Festivals, die hier stattfinden, eine große Rolle. Die musikalischen Helden sind da immer ganz eindeutig Männer. Deshalb hat sich bei mir ein sehr männerdominierter Musikgeschmack entwickelt. Gerade in den letzten Jahren – danke gesteigertes Problembewusstsein – halte ich da aber bewusster gegen.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 17.05.2021 13:50 Uhr in Keychange: Mehr Frauen auf Festivalbühnen
    Zitat

    rockimpott2012 schrieb:
    Die allgemeinste Kritik zur Einführung von Quoten, die ich für disktuierbar halte, ist wohl eine erkenntnistheoretische Frage:

    Woher weiß man, dass die Mehrpräsenz einer bisher unterrepräsentierten Gruppe überhaupt zu einem angestrebten langfristigen Umdenken der Gesellschaft in Bezug auf diese Gruppe führen kann? Was spricht dafür? Was dagegen?

    Sprich: Lässt sich die gesellschaftliche Akzeptanz, die Gleichwertschätzung wirklich dadurch nachhaltig steigern, dass man das, was aktuell fehlen mag, eben die größere Präsenz, erst einmal herbeiführt?

    Man könnte sicherlich argumentieren: Es ist die Gewohnheit, die unser Denken formt. Wenn die nächsten 50 Jahre die Frauenquote hochgeht, werden die nächsten Generationen in der Breite (!) derartig denken, dass Frauen in der Musik gleichwertig geschätzt und respektiert werden wie alle andere Gruppen auch. In fünfzig Jahren werden dann womöglich ähnliche viele Mädchen wie Jungen eine Band gründen und auch damit erfolgreich sein können. (Was ja angestrebt wird, da es kein nachvollziehbares Anzeichen dafür zu geben scheint, weshalb Männer eher musikaffin sein können sollten als andere Geschlechter.)

    Entgegnen könnte man nun wiederum, dass die Gewohnheit sicherlich nur einer von diversen Faktoren ist, die Denken formen (können).

    Und was wäre, wenn man die Quote irgendwann dann wieder abschafft, wenn die Anteile der Gruppen zahlenmäßig ausgewogen sind? Würden sie so ausgewogen bleiben? Das heißt: Kann die Quote überhaupt wieder abgeschafft werden? Und wenn sie beibehalten wird, dann weil es Gesetz oder schlicht Gewohnheit ist, oder weil die meisten das auch wirklich so wollen?

    Es kann zuletzt die Frage abgeleitet werden: Ist ein ausgewogenes zahlenmäßiges Verhältnis eigentlich wirklich gerecht - oder gibt es Tatsachen innerhalb unserer Wirklichkeit, die ein gleiches Verhältnis gar nicht bedingen? Konkret also die Frage: Ist Gleichheit IMMER das gerechteste? Oder spielen zusätzliche Faktoren eine Rolle? Würde bei gleichem Verhältnis von Frauen und Männern auf Festivalbühnen tatsächlich mehr individuellen Menschen Gerechtigkeit zukommen, als welchen genommen würde? (Allgemein auch interessant: Worin unterscheiden sich Gleichheit und Gerechtigkeit?)

    Nur mal so als kleine Anstöße zum Darübernachdenken. (Dazu gibt es philosophische Abhandlungen, in die man sich Jahre vertiefen könnte...)

    Vieles werden wir wahrscheinlich erst lernen und einschätzen können, nachdem wir es erfahren haben. Wichtig ist also die Frage: Nach welchen Maßstäben sollten wir uns auf Versuche, auf Neuartiges einlassen? Diese Frage ist höllisch schwer. Fortschritt ist immer auch Veränderung, aber nicht jede Veränderung ist ein Fortschritt.

    Finde ich gute und wichtige Punkte. Ich würde dazu generell aber sagen, dass die Forschung (momentan zumindest) in derartigen Maßnahmen eher positive Effekte sieht und wir ohne weiteren Aktionismus niemals herausfinden werden, wie die Empirie zu diesen theoretischen Überlegungen steht.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 17.05.2021 13:02 Uhr in Keychange: Mehr Frauen auf Festivalbühnen
    Zitat

    schrieb:
    Zitat

    MyChemGD1234 schrieb:
    Zitat

    rockimpott2012 schrieb:
    @MYCHEMGD1234: Impliziert Chancengleichheit für dich denn auch, dass bereits erfolgreiche Acts auf einem (nehmen wir mal an) gleich groß bleibenden Musikmarkt, der nicht Platz für mehr Acts lässt, zurücktreten müssen, um Platz für mehr Acts einer bestimmten anderen Gruppe (hier: weibliche Acts) zu machen? Oder betrifft das in erster Linie die Integrierung noch junger Acts in den Markt, die erstmalig für Festivals gebucht werden? Wie würdest du da vorgehen?

    Die Vorstellung, dass es sich dabei generell um ein Nullsummenspiel (sprich: bei zwei Spieler*innen verliert eine*r und eine*r gewinnt) handelt, ist gerade im Streamingzeitalter aus meiner Sicht falsch. Es gibt (prinzipiell) genug Raum für alle.

    Was Festivallineups explizit angeht: Mehr Konkurrenz wird für einige Acts natürlich erstmal Nachteile bringen, weil Slots umkämpfter werden. Das betrifft vermutlich gerade mittlere bis kleine Slots. Vor dem Hintergrund, dass Männer lange schon von ihren Privilegien profitieren, ist das aber wohl ein nötiges Übel. Bleiben wir mal bei dieser ökonomischen Sicht und betrachten das alles als einen Markt: Hat sich das alles etabliert und mehr Bands mit weiblicher Beteiligung starten durch, wird die gesteigerte Konkurrenz dafür sorgen, dass die Qualität der Lineups zunimmt, weil mittelmäßige Männer von guten Frauen ersetzt werden. In der Politik sieht man das zum Beispiel in Parlamenten, in denen Frauenquoten eingeführt wurden. Dass Männer da um ihre Position bangen ist zu einem gewissen Grad also nachvollziehbar, letzten Endes ist der "Wettbewerb" aber nur so fair.

    Solche Entwicklungen könnten sogar den Vorteil haben, die Ungleichheiten zwischen Gagen zu reduzieren. Gerade für Headliner sind die Gagen in den letzten Jahren ja schon extrem gestiegen. Muse können sicherlich auch überleben, wenn sie "nur" 500.000 pro Abend bekommen statt 1.000.000.

    Zum Vorgehen: Ich kann mit einer Quote leben, die nach und nach hochgesetzt wird. Ich kann aber auch ohne Quote leben, wenn der Wille erkennbar ist, dem Trend entgegenwirken und das Problem und die eigene Rolle in diesem Problem anerkennen zu wollen.

    Da es tatsächlich in der Tendenz mehr zugkräftige Männer-Headliner gibt, finde ich die Idee gut zu versuchen das Feld schrittweise von unten aufzurollen. Wenn man in Quoten denken möchte, könnte man sogar auf unterster Ebene 50% (oder meinetwegen auch 40% oder 30% erstmal) setzen und diesen Anteil nach und nach – je höher man geht – abschwächen. Wenn man besagte Acts dann noch clever positioniert (Thema Hauptbühne) bin ich mir sicher, dass Festivals wie Rock am Ring oder das Hurricane da langfristig Teil einer progressiven, für Veränderung sorgenden Bewegung sein können.

    verstehe ich und sehe auch einige gute Argumente.
    Denoch sehe ich die Umsetzung schwierig

    Hast du konkrete Punkte, woran die Umsetzung scheitern könnte?


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 17.05.2021 12:45 Uhr in Keychange: Mehr Frauen auf Festivalbühnen
    Zitat

    mattkru schrieb:
    Zitat

    MyChemGD1234 schrieb:
    Zitat

    rockimpott2012 schrieb:
    @MYCHEMGD1234: Impliziert Chancengleichheit für dich denn auch, dass bereits erfolgreiche Acts auf einem (nehmen wir mal an) gleich groß bleibenden Musikmarkt, der nicht Platz für mehr Acts lässt, zurücktreten müssen, um Platz für mehr Acts einer bestimmten anderen Gruppe (hier: weibliche Acts) zu machen? Oder betrifft das in erster Linie die Integrierung noch junger Acts in den Markt, die erstmalig für Festivals gebucht werden? Wie würdest du da vorgehen?

    Die Vorstellung, dass es sich dabei generell um ein Nullsummenspiel (sprich: bei zwei Spieler*innen verliert eine*r und eine*r gewinnt) handelt, ist gerade im Streamingzeitalter aus meiner Sicht falsch. Es gibt (prinzipiell) genug Raum für alle.

    Was Festivallineups explizit angeht: Mehr Konkurrenz wird für einige Acts natürlich erstmal Nachteile bringen, weil Slots umkämpfter werden. Das betrifft vermutlich gerade mittlere bis kleine Slots. Vor dem Hintergrund, dass Männer lange schon von ihren Privilegien profitieren, ist das aber wohl ein nötiges Übel. Bleiben wir mal bei dieser ökonomischen Sicht und betrachten das alles als einen Markt: Hat sich das alles etabliert und mehr Bands mit weiblicher Beteiligung starten durch, wird die gesteigerte Konkurrenz dafür sorgen, dass die Qualität der Lineups zunimmt, weil mittelmäßige Männer von guten Frauen ersetzt werden. In der Politik sieht man das zum Beispiel in Parlamenten, in denen Frauenquoten eingeführt wurden. Dass Männer da um ihre Position bangen ist zu einem gewissen Grad also nachvollziehbar, letzten Endes ist der "Wettbewerb" aber nur so fair.

    Solche Entwicklungen könnten sogar den Vorteil haben, die Ungleichheiten zwischen Gagen zu reduzieren. Gerade für Headliner sind die Gagen in den letzten Jahren ja schon extrem gestiegen. Muse können sicherlich auch überleben, wenn sie "nur" 500.000 pro Abend bekommen, statt 1.000.000.

    Zum Vorgehen: Ich kann mit einer Quote leben, die nach und nach hochgesetzt wird. Ich kann aber auch ohne Quote leben, wenn der Wille erkennbar ist, dem Trend entgegenwirken und das Problem und die eigene Rolle in diesem Problem anerkennen zu wollen.

    Da es tatsächlich in der Tendenz mehr zugkräftige Männer-Headliner gibt, finde ich die Idee gut zu versuchen das Feld schrittweise von unten aufzurollen. Wenn man in Quoten denken möchte, könnte man sogar auf unterster Ebene 50% (oder meinetwegen auch 40% oder 30% erstmal) setzen und diesen Anteil nach und nach – je höher man geht – abschwächen. Wenn man besagte Acts dann noch clever positioniert (Thema Hauptbühne) bin ich mir sicher, dass Festivals wie Rock am Ring oder das Hurricane da langfristig Teil einer progressiven, für Veränderung sorgenden Bewegung sein können.

    Aber am Ende steht das durchschnittliche Festivalpublikum (siehe Kommentare bei FB/Insta) vor der Bühne und schreit ‚Ausziehen! Ausziehen!‘…

    Und das ist gut und soll so bleiben? Oder was ist dein Punkt, der dagegen spricht, dass Veranstalter ihre Rolle als gesellschaftliche Akteure auch akzeptieren?

    Edit: Meine Antwort ist nur so spitz formuliert, weil mein Vorredner keinerlei konstruktive Punkte betont hat, sondern nur Zynismus gezeigt hat.

    Edit 2: Ich editier das jetzt hier rein, weil ich nicht noch mehr Raum einnehmen möchte.

    Zitat

    mattkru schrieb:
    Zitat

    MyChemGD1234 schrieb:
    Zitat

    mattkru schrieb:
    Zitat

    MyChemGD1234 schrieb:
    Zitat

    rockimpott2012 schrieb:
    @MYCHEMGD1234: Impliziert Chancengleichheit für dich denn auch, dass bereits erfolgreiche Acts auf einem (nehmen wir mal an) gleich groß bleibenden Musikmarkt, der nicht Platz für mehr Acts lässt, zurücktreten müssen, um Platz für mehr Acts einer bestimmten anderen Gruppe (hier: weibliche Acts) zu machen? Oder betrifft das in erster Linie die Integrierung noch junger Acts in den Markt, die erstmalig für Festivals gebucht werden? Wie würdest du da vorgehen?

    Die Vorstellung, dass es sich dabei generell um ein Nullsummenspiel (sprich: bei zwei Spieler*innen verliert eine*r und eine*r gewinnt) handelt, ist gerade im Streamingzeitalter aus meiner Sicht falsch. Es gibt (prinzipiell) genug Raum für alle.

    Was Festivallineups explizit angeht: Mehr Konkurrenz wird für einige Acts natürlich erstmal Nachteile bringen, weil Slots umkämpfter werden. Das betrifft vermutlich gerade mittlere bis kleine Slots. Vor dem Hintergrund, dass Männer lange schon von ihren Privilegien profitieren, ist das aber wohl ein nötiges Übel. Bleiben wir mal bei dieser ökonomischen Sicht und betrachten das alles als einen Markt: Hat sich das alles etabliert und mehr Bands mit weiblicher Beteiligung starten durch, wird die gesteigerte Konkurrenz dafür sorgen, dass die Qualität der Lineups zunimmt, weil mittelmäßige Männer von guten Frauen ersetzt werden. In der Politik sieht man das zum Beispiel in Parlamenten, in denen Frauenquoten eingeführt wurden. Dass Männer da um ihre Position bangen ist zu einem gewissen Grad also nachvollziehbar, letzten Endes ist der "Wettbewerb" aber nur so fair.

    Solche Entwicklungen könnten sogar den Vorteil haben, die Ungleichheiten zwischen Gagen zu reduzieren. Gerade für Headliner sind die Gagen in den letzten Jahren ja schon extrem gestiegen. Muse können sicherlich auch überleben, wenn sie "nur" 500.000 pro Abend bekommen, statt 1.000.000.

    Zum Vorgehen: Ich kann mit einer Quote leben, die nach und nach hochgesetzt wird. Ich kann aber auch ohne Quote leben, wenn der Wille erkennbar ist, dem Trend entgegenwirken und das Problem und die eigene Rolle in diesem Problem anerkennen zu wollen.

    Da es tatsächlich in der Tendenz mehr zugkräftige Männer-Headliner gibt, finde ich die Idee gut zu versuchen das Feld schrittweise von unten aufzurollen. Wenn man in Quoten denken möchte, könnte man sogar auf unterster Ebene 50% (oder meinetwegen auch 40% oder 30% erstmal) setzen und diesen Anteil nach und nach – je höher man geht – abschwächen. Wenn man besagte Acts dann noch clever positioniert (Thema Hauptbühne) bin ich mir sicher, dass Festivals wie Rock am Ring oder das Hurricane da langfristig Teil einer progressiven, für Veränderung sorgenden Bewegung sein können.

    Aber am Ende steht das durchschnittliche Festivalpublikum (siehe Kommentare bei FB/Insta) vor der Bühne und schreit ‚Ausziehen! Ausziehen!‘…

    Und das ist gut und soll so bleiben? Oder was ist dein Punkt, der dagegen spricht, dass Veranstalter ihre Rolle als gesellschaftliche Akteure auch akzeptieren?

    Edit: Meine Antwort ist nur so spitz formuliert, weil mein Vorredner keinerlei konstruktive Punkte betont hat, sondern nur Zynismus gezeigt hat.

    Also ehrlich gesagt finde ich deine ‚Wasser predigen und Wein saufen‘ Mentalität eher zynisch weil du heute morgen noch eine ellenlange ‚Gesehene Bands‘ - Liste in deinem Profil hattest, die zu 95% aus Männerbands bestand.

    Sind wir jetzt echt auf dem Niveau angekommen, dass wir auf so eine Ebene gehen? Wie unangenehm ist bitte dieser Fokus auf meine Person gerade. Ich werde jetzt ganz sicher nicht zu einer alten Seen Live-Liste von 2015 Stellung nehmen.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 17.05.2021 12:27 Uhr in Keychange: Mehr Frauen auf Festivalbühnen
    Zitat

    rockimpott2012 schrieb:
    @MYCHEMGD1234: Impliziert Chancengleichheit für dich denn auch, dass bereits erfolgreiche Acts auf einem (nehmen wir mal an) gleich groß bleibenden Musikmarkt, der nicht Platz für mehr Acts lässt, zurücktreten müssen, um Platz für mehr Acts einer bestimmten anderen Gruppe (hier: weibliche Acts) zu machen? Oder betrifft das in erster Linie die Integrierung noch junger Acts in den Markt, die erstmalig für Festivals gebucht werden? Wie würdest du da vorgehen?

    Die Vorstellung, dass es sich dabei generell um ein Nullsummenspiel (sprich: bei zwei Spieler*innen verliert eine*r und eine*r gewinnt) handelt, ist gerade im Streamingzeitalter aus meiner Sicht falsch. Es gibt (prinzipiell) genug Raum für alle.

    Was Festivallineups explizit angeht: Mehr Konkurrenz wird für einige Acts natürlich erstmal Nachteile bringen, weil Slots umkämpfter werden. Das betrifft vermutlich gerade mittlere bis kleine Slots. Vor dem Hintergrund, dass Männer lange schon von ihren Privilegien profitieren, ist das aber wohl ein nötiges Übel. Bleiben wir mal bei dieser ökonomischen Sicht und betrachten das alles als einen Markt: Hat sich das alles etabliert und mehr Bands mit weiblicher Beteiligung starten durch, wird die gesteigerte Konkurrenz dafür sorgen, dass die Qualität der Lineups zunimmt, weil mittelmäßige Männer von guten Frauen ersetzt werden. In der Politik sieht man das zum Beispiel in Parlamenten, in denen Frauenquoten eingeführt wurden. Dass Männer da um ihre Position bangen ist zu einem gewissen Grad also nachvollziehbar, letzten Endes ist der "Wettbewerb" aber nur so fair.

    Solche Entwicklungen könnten sogar den Vorteil haben, die Ungleichheiten zwischen Gagen zu reduzieren. Gerade für Headliner sind die Gagen in den letzten Jahren ja schon extrem gestiegen. Muse können sicherlich auch überleben, wenn sie "nur" 500.000 pro Abend bekommen statt 1.000.000.

    Zum Vorgehen: Ich kann mit einer Quote leben, die nach und nach hochgesetzt wird. Ich kann aber auch ohne Quote leben, wenn der Wille erkennbar ist, dem Trend entgegenwirken und das Problem und die eigene Rolle in diesem Problem anerkennen zu wollen.

    Da es tatsächlich in der Tendenz mehr zugkräftige Männer-Headliner gibt, finde ich die Idee gut zu versuchen das Feld schrittweise von unten aufzurollen. Wenn man in Quoten denken möchte, könnte man sogar auf unterster Ebene 50% (oder meinetwegen auch 40% oder 30% erstmal) setzen und diesen Anteil nach und nach – je höher man geht – abschwächen. Wenn man besagte Acts dann noch clever positioniert (Thema Hauptbühne) bin ich mir sicher, dass Festivals wie Rock am Ring oder das Hurricane da langfristig Teil einer progressiven, für Veränderung sorgenden Bewegung sein können.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 17.05.2021 10:30 Uhr in Keychange: Mehr Frauen auf Festivalbühnen
    Ich kann die Frustration einiger pro Umdenken-Argumentierer*innen hier nach und nach echt verstehen. Es gibt in diesem Thread auf alle Fragen und "kritischen" Beäugungen, die hier gerade auch auf der letzten Threadseite gepostet wurden, Antworten.

    Zitat

    Gerry schrieb:
    Achtung Fiktion:
    Ja, man kann natürlich sagen, dass vieles geschlechterspezifisch durch die Geschichte dominiert ist. Was wäre gewesen, wäre Elvis eine Frau gewesen? Chuck Berry, B.B.King weibliche Blues-Sänger an denen sich die Stones, Beatles etc. orientiert hätten. Dann hätten wir wahrscheinlich jetzt eine weiblich dominierte Musiklandschaft mit weiblichen Vorbildern.

    Du hast scheinbar meinen Punkt nicht richtig verstanden. Es gab bedeutende Frauen (siehe Sister Rosetta – eine Schwarze Frau), die – dort noch viel stärkeren – patriarchalen Strukturen haben diese Figuren aber schon damals "von der Karte radiert". Diese sehr homogenen Erwartungen (Musiker -> weiß und männlich) werden seitdem fortweg reproduziert.

    Zitat

    Gerry schrieb:
    Tante Edit meint, dass ein Großteil der Mädels in den Schulen auch eher "weibliche" Instrumente wie Querflöte, Geige etc. nehmen, anstatt dass sie sich hinter das Schlagzeug setzen oder Gitarre lernen. Und ja, Ausnahmen gibt es überall. Es gibt auch 16-jährige Mädels, die Maurerin werden wollen, eine männerdominierte Branche.

    Und hierzu: Wie oft soll hier noch stehen, dass die Wahl eines Hobbies (und hatten wir auch schon öfter: Das führt dann häufig zum Berufsmusikertum) extremst von Geschlechterrollen und Vorbildfiguren geprägt wird. Wenn der Großteil der Menschen, die auf Bühnen Gitarren in den Händen halten, männlich ist, dann beeinflusst das auch kommende Generationen. Wenn ich keine Frauen sehe und kenne, die Gitarre spielen, sondern nur solche, die singen oder Klavier spielen, dann werde ich auch selber – in der Tendenz – nicht darauf kommen Gitarre lernen zu wollen.

    Zitat

    Yertle-the-Turtle schrieb:
    Möchte ein Mädchen ein Instrument lernen sind es höchstens die Eltern, die der Sache im Weg stehen können.

    Nein. Die Eltern können auch im Weg stehen, die gesellschaftlichen Erwartungen prägen aber schon viel früher. Ich kann mein Kind zuhause so geschlechterneutral erziehen wie es geht, sobald es aber im Kindergarten auf andere Kinder trifft, die anders erzogen wurden, verpufft ein Großteil dieser Freiheiten wieder. Denn – ein Beispiel – wenn die anderen Kinder darüber lachen, was du trägst, dann muss deine Willenskraft sehr sehr stark sein, dass du es auch weiterhin anziehst. Der gesamtgesellschaftliche Kontext lässt sich da nicht wegdenken.

    Vielleicht liegt dieser Starrsinn daran, dass die Perspektivwechsel schwer fallen und viele Männer es sich nicht vorstellen können, wie stark gesellschaftliche Erwartungen wirken (ja, auch Männer leiden unter diesen Rollenverteilungen, aber letzten Endes sind sie immer noch die Profiteure dieser Strukturen). Aber mich frustriert es echt hier immer wieder dieselben in die Tiefe gehenden Erklärungen lesen zu müssen und trotzdem kommt von den Kritikern immer wieder: Chancengleichheit würde existieren. Chancengleichheit impliziert, dass jede*r mit derselben Wahrscheinlichkeit einen bestimmten Aufstieg schaffen kann. Die gesellschaftlichen Erwartungen alleine – und da haben wir noch nicht auf die Diskriminierungen und Stolpersteine im Kleinen geguckt, denn mein Argument ist ein strukturelles (sprich: Es gibt keine Intention) – verhindern die Umsetzung dieser Chancengleichheit bereits.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 16.05.2021 17:24 Uhr in Keychange: Mehr Frauen auf Festivalbühnen
    Zitat

    Locust schrieb:
    Zitat

    MyChemGD1234 schrieb:
    Ich melde mich auch mal zu Wort. Erstmal hat es mich sehr gefreut, dass so Diskussionen hier scheinbar schon auch zum Um- und Nachdenken anregen können. Ich finde es sehr stark, dass Stiflers Mom so offen kommuniziert, wie sie der Diskurs damals zum Umdenken gebracht hat. Vielen Menschen fällt es sonst schon sehr schwer erstmal einzusehen, dass andere Positionen vlt „richtiger“ sind, das dann aber auch noch transparent zu machen, geht nochmal einen Schritt weiter. Nur mit einer so offenen Fehlerkultur - so nenne ich es jetzt einfach mal - wird sich langfristig nämlich etwas ändern.

    Zum Thema persönlicher Musikgeschmack möchte ich auch noch ein paar Worte verlieren. Natürlich ist nicht der einzelne Geschmack diskriminierend. Das ist für die Frage nach persönlicher Schuld an den Strukturen ganz bedeutend.

    Ähnlich anderen strukturellen Problemen (Thema Rassismus) ist unsere musikalische Sozialisation aber immer noch von alten Machtstrukturen geprägt. Als Gitarrenmusik aufkam standen Frauen gesellschaftlich noch sehr viel ungleicher da als heute. Es gab damals zwar auch Gitarrenheldinnen (Sister Rosetta zum Beispiel) genauso wie die Ursprünge von Blues und co wurden diese „bunten“ Anfänge aber nach und nach weiß- und männlich umgemünzt. Solche Strukturen werden von Generation zu Generation weitergegeben. Zum einen über die musikalische Sozialisation der Musiker*innen (Menschen bekommen immer noch vermittelt, Männer würden zu anderen Instrumenten greifen als Frauen - das ist auch heute noch so. Die Schlagzeugerin der belgischen Band Brutus erzählte mir mal in einem Interview sie habe damals zuerst Klavier gelernt, weil für sie - Thema Geschlechterrollen - ganz selbstverständlich gewesen sei, dass Mädchen Klavier spielen oder alternativ singen), zum anderen über die musikalische Sozialisation der Zuhörer*innen (bestimmte Charakteristika gelten als angenehm und ansprechend, andere als weniger ansprechend - ob Frauen- oder Männer an Instrumenten als kompetent wahrgenommen werden oder weiblich aufgefasster Gesang gefällt, ist letzten Endes eben auch Gewohnheit [bestes Beispiel: „Schreimusik“]). Sprich: Über diese zwei Wirkkanäle werden diese durch alte Strukturen geschaffenen Ungleichheiten - durch beide Effekte haben es die Ausnahmefälle von Frauen, die dann doch zu Gitarre, Bass oder Drumsticks greifen, deutlich schwerer als ihre Kollegen - immer weiter reproduziert.

    Wir müssen aus diesem Teufelskreis der Reproduktion rauskommen. Und das geht eben nur, indem sich etwas ändert. Das kann (!) über die*den Einzelne*n gehen. Man kann bewusster Musik hören, im Hinterkopf haben, wie männerdominiert der eigene Geschmack ist und bewusst nach spannenden weiblich-geprägten Acts suchen. Ich mache das und merke schon, dass sich immer mehr Frauen in mein Last.fm-Profil schleichen. Und - viel wichtiger - große Player im Musikmarkt können etwas bewegen. Dazu gehören Magazine, Medien, aber auch Labels und Veranstalter*innen. Gerade die haben die Möglichkeit durch ihr Handeln a. den Geschmack künftiger Generationen zu beeinflussen (gerade Festivals bugsieren nämlich immer noch neue Acts auf die große Spielfläche der Industrie) und b. den vielen talentierten jungen Frauen, die sie besuchen, zu zeigen, dass auch ihresgleichen auf Bühnen stehen können (Vorbildfunktion). Diese Wirkkanäle spielen mir die großen deutschen Festivals noch zu sehr runter. Wenn ihnen Geschlechtergleichheit wichtig wäre, dann kann der einzige sinnvolle Schritt nur sein, auch bewusst durch diese Kanäle Einfluss zu nehmen. Das sehe ich bislang aber noch nicht.

    Ich finde die Idee super, die Lineups gerade von unten heraus mit mehr Ausgeglichenheit zu füttern. So ein Festival wie RaR hätte beispielsweise auch die Möglichkeit gerade mittags und nachmittags viele weibliche Acts auf die Hauptbühne zu stellen, die wegen der großen Headliner und der scheiß Infrastruktur in der Regel eh schon immer recht früh voll ist. So erreichen diese Acts dann auch eine größere Masse und die Maßnahme wirkt auch dementsprechend.

    Hmmm. Also den ersten Absatz verstehe ich und ist auch recht einfach nachzuvollziehen, dass es sich "automatisch" ergeben hat , dass die Branche Männerdominiert ist. Aber schließt das automatisch darauf, dass Frauen benachteiligt werden? Darunter verstehe ich, dass Frauen geschnitten werden auf Grund des Geschlechts. Wenn zB. weniger Frauen Gitarre lernen ist das dann eine Benachteiligung?

    Übertragen wir dein prinzipielles Argument mal auf eine andere Domäne: Die Geschlechterrolle, dass die Frau auf das Kind aufpasst und der Mann arbeiten geht. Ich glaube hier ist – auch, wenn man nicht gerade in einer woken Feministin*innen-Bubble unterwegs ist, in der das selbstverständlich ist – es sehr sehr deutlich erkennbar, dass Frauen diese Rolle aufbrechen wollen und sich damit nicht zufrieden geben wollen. Das Problem ist nicht, dass es mehr Frauen gibt, die diese Hausrolle übernehmen, sondern, dass die Geschlechterrolle verhindert, dass Frauen, die – zum Beispiel karrieretechnisch – eigentlich viel mehr im Leben erreichen wollen als auf ein Kind aufzupassen durch die gesellschaftlichen Erwartungen daran gehindert werden das genauso frei und erfolgreich zu tun, wie es Männer können. Das Thema ist universeller als der Traum von Musik leben zu wollen, deshalb funktioniert das als Beispiel besser, das enge gesellschaftliche Korsett darzulegen.

    Die Strukturen in der Industrie und die gesellschaftlichen Erwartungshaltungen (in die auch das Bild der einfachen schickimicki Pop-Musikerin und des genialen Rock-Musikers fällt) unterdrücken viele Frauen in ihren Karrieren. Und dazu gehören eben auch Karrieren, die gar nicht gestartet werden, weil Frauen dem männerdominierten Klima entsprechend selber nie auf die Idee gekommen wären eine Band gründen zu wollen. Und btw: Da haben wir noch gar nicht über den Alltagssexismus gesprochen, dem sich viele Frauen in der Branche aussetzen.

    Zitat

    Locust schrieb:
    Zitat

    MyChemGD1234 schrieb:
    Ich melde mich auch mal zu Wort. Erstmal hat es mich sehr gefreut, dass so Diskussionen hier scheinbar schon auch zum Um- und Nachdenken anregen können. Ich finde es sehr stark, dass Stiflers Mom so offen kommuniziert, wie sie der Diskurs damals zum Umdenken gebracht hat. Vielen Menschen fällt es sonst schon sehr schwer erstmal einzusehen, dass andere Positionen vlt „richtiger“ sind, das dann aber auch noch transparent zu machen, geht nochmal einen Schritt weiter. Nur mit einer so offenen Fehlerkultur - so nenne ich es jetzt einfach mal - wird sich langfristig nämlich etwas ändern.

    Zum Thema persönlicher Musikgeschmack möchte ich auch noch ein paar Worte verlieren. Natürlich ist nicht der einzelne Geschmack diskriminierend. Das ist für die Frage nach persönlicher Schuld an den Strukturen ganz bedeutend.

    Ähnlich anderen strukturellen Problemen (Thema Rassismus) ist unsere musikalische Sozialisation aber immer noch von alten Machtstrukturen geprägt. Als Gitarrenmusik aufkam standen Frauen gesellschaftlich noch sehr viel ungleicher da als heute. Es gab damals zwar auch Gitarrenheldinnen (Sister Rosetta zum Beispiel) genauso wie die Ursprünge von Blues und co wurden diese „bunten“ Anfänge aber nach und nach weiß- und männlich umgemünzt. Solche Strukturen werden von Generation zu Generation weitergegeben. Zum einen über die musikalische Sozialisation der Musiker*innen (Menschen bekommen immer noch vermittelt, Männer würden zu anderen Instrumenten greifen als Frauen - das ist auch heute noch so. Die Schlagzeugerin der belgischen Band Brutus erzählte mir mal in einem Interview sie habe damals zuerst Klavier gelernt, weil für sie - Thema Geschlechterrollen - ganz selbstverständlich gewesen sei, dass Mädchen Klavier spielen oder alternativ singen), zum anderen über die musikalische Sozialisation der Zuhörer*innen (bestimmte Charakteristika gelten als angenehm und ansprechend, andere als weniger ansprechend - ob Frauen- oder Männer an Instrumenten als kompetent wahrgenommen werden oder weiblich aufgefasster Gesang gefällt, ist letzten Endes eben auch Gewohnheit [bestes Beispiel: „Schreimusik“]). Sprich: Über diese zwei Wirkkanäle werden diese durch alte Strukturen geschaffenen Ungleichheiten - durch beide Effekte haben es die Ausnahmefälle von Frauen, die dann doch zu Gitarre, Bass oder Drumsticks greifen, deutlich schwerer als ihre Kollegen - immer weiter reproduziert.

    Wir müssen aus diesem Teufelskreis der Reproduktion rauskommen. Und das geht eben nur, indem sich etwas ändert. Das kann (!) über die*den Einzelne*n gehen. Man kann bewusster Musik hören, im Hinterkopf haben, wie männerdominiert der eigene Geschmack ist und bewusst nach spannenden weiblich-geprägten Acts suchen. Ich mache das und merke schon, dass sich immer mehr Frauen in mein Last.fm-Profil schleichen. Und - viel wichtiger - große Player im Musikmarkt können etwas bewegen. Dazu gehören Magazine, Medien, aber auch Labels und Veranstalter*innen. Gerade die haben die Möglichkeit durch ihr Handeln a. den Geschmack künftiger Generationen zu beeinflussen (gerade Festivals bugsieren nämlich immer noch neue Acts auf die große Spielfläche der Industrie) und b. den vielen talentierten jungen Frauen, die sie besuchen, zu zeigen, dass auch ihresgleichen auf Bühnen stehen können (Vorbildfunktion). Diese Wirkkanäle spielen mir die großen deutschen Festivals noch zu sehr runter. Wenn ihnen Geschlechtergleichheit wichtig wäre, dann kann der einzige sinnvolle Schritt nur sein, auch bewusst durch diese Kanäle Einfluss zu nehmen. Das sehe ich bislang aber noch nicht.

    Ich finde die Idee super, die Lineups gerade von unten heraus mit mehr Ausgeglichenheit zu füttern. So ein Festival wie RaR hätte beispielsweise auch die Möglichkeit gerade mittags und nachmittags viele weibliche Acts auf die Hauptbühne zu stellen, die wegen der großen Headliner und der scheiß Infrastruktur in der Regel eh schon immer recht früh voll ist. So erreichen diese Acts dann auch eine größere Masse und die Maßnahme wirkt auch dementsprechend.

    Ich verstehe wenn man versucht den Nachwuchs weiter zu fördern und auch Menschen dazu bringt darüber nachzudenken, aber eine Quote (v.a. welche) hat mich bisher noch nicht überzeugt.

    Über das Instrument lässt sich streiten, ich finde es aber ein wenig schade, dass du – obwohl ich in meinem Text kein einziges Mal von einer Quote spreche – trotzdem vor allem darauf eingehst. Ich finde es primär nicht enttäuschend, dass die großen deutschen Veranstalter*innen keine Quote wollen, sondern, dass sie die Verantwortung von sich weisen und keinerlei Maßnahmen treffen bzw. zumindest solche Maßnahmen nicht kommunizieren. Es gibt da so viele Grautöne zwischen Schwarz ("Wir hätten gerne mehr Frauen, aber es gibt sie nicht. Wir können daran nichts ändern.") und Weiß ("Wir brauchen eine feste 50%-Quote"), die auch Platz für Aktionismus bieten. Diesen Aktionismus muss man nur auch wollen und dieser Wille lässt sich bislang nicht wirklich erkennen.

    Zitat

    Yertle-the-Turtle schrieb:

    Zitat

    Locust schrieb:
    Wir können dann weiter machen bei der Hautfarbe.

    Ja wenn wir das Thema richtig anpacken wird das wie gesagt ein Fass ohne Boden.
    Alter, Hautfarbe, Religion. Viel Spaß das alles unter einen Hut zu bringen.

    Ja, bei Hautfarbe können wir weiter machen.

    Ayayayay, aber die anderen Sachen: Das meinst du doch nicht ernst. Das Alter: Betrifft alle. Ist damit also kein Thema. Religion: Sucht man sich heutzutage in der Regel selber aus und kann man dementsprechend "ablegen". Damit auch durch.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 16.05.2021 13:55 Uhr in Keychange: Mehr Frauen auf Festivalbühnen
    Ich melde mich auch mal zu Wort. Erstmal hat es mich sehr gefreut, dass so Diskussionen hier scheinbar schon auch zum Um- und Nachdenken anregen können. Ich finde es sehr stark, dass Stiflers Mom so offen kommuniziert, wie sie der Diskurs damals zum Umdenken gebracht hat. Vielen Menschen fällt es sonst schon sehr schwer erstmal einzusehen, dass andere Positionen vlt „richtiger“ sind, das dann aber auch noch transparent zu machen, geht nochmal einen Schritt weiter. Nur mit einer so offenen Fehlerkultur - so nenne ich es jetzt einfach mal - wird sich langfristig nämlich etwas ändern.

    Zum Thema persönlicher Musikgeschmack möchte ich auch noch ein paar Worte verlieren. Natürlich ist nicht der einzelne Geschmack diskriminierend. Das ist für die Frage nach persönlicher Schuld an den Strukturen ganz bedeutend.

    Ähnlich anderen strukturellen Problemen (Thema Rassismus) ist unsere musikalische Sozialisation aber immer noch von alten Machtstrukturen geprägt. Als Gitarrenmusik aufkam standen Frauen gesellschaftlich noch sehr viel ungleicher da als heute. Es gab damals zwar auch Gitarrenheldinnen (Sister Rosetta zum Beispiel) genauso wie die Ursprünge von Blues und co wurden diese „bunten“ Anfänge aber nach und nach weiß- und männlich umgemünzt. Solche Strukturen werden von Generation zu Generation weitergegeben. Zum einen über die musikalische Sozialisation der Musiker*innen (Menschen bekommen immer noch vermittelt, Männer würden zu anderen Instrumenten greifen als Frauen - das ist auch heute noch so. Die Schlagzeugerin der belgischen Band Brutus erzählte mir mal in einem Interview sie habe damals zuerst Klavier gelernt, weil für sie - Thema Geschlechterrollen - ganz selbstverständlich gewesen sei, dass Mädchen Klavier spielen oder alternativ singen), zum anderen über die musikalische Sozialisation der Zuhörer*innen (bestimmte Charakteristika gelten als angenehm und ansprechend, andere als weniger ansprechend - ob Frauen- oder Männer an Instrumenten als kompetent wahrgenommen werden oder weiblich aufgefasster Gesang gefällt, ist letzten Endes eben auch Gewohnheit [bestes Beispiel: „Schreimusik“]). Sprich: Über diese zwei Wirkkanäle werden diese durch alte Strukturen geschaffenen Ungleichheiten - durch beide Effekte haben es die Ausnahmefälle von Frauen, die dann doch zu Gitarre, Bass oder Drumsticks greifen, deutlich schwerer als ihre Kollegen - immer weiter reproduziert.

    Wir müssen aus diesem Teufelskreis der Reproduktion rauskommen. Und das geht eben nur, indem sich etwas ändert. Das kann (!) über die*den Einzelne*n gehen. Man kann bewusster Musik hören, im Hinterkopf haben, wie männerdominiert der eigene Geschmack ist und bewusst nach spannenden weiblich-geprägten Acts suchen. Ich mache das und merke schon, dass sich immer mehr Frauen in mein Last.fm-Profil schleichen. Und - viel wichtiger - große Player im Musikmarkt können etwas bewegen. Dazu gehören Magazine, Medien, aber auch Labels und Veranstalter*innen. Gerade die haben die Möglichkeit durch ihr Handeln a. den Geschmack künftiger Generationen zu beeinflussen (gerade Festivals bugsieren nämlich immer noch neue Acts auf die große Spielfläche der Industrie) und b. den vielen talentierten jungen Frauen, die sie besuchen, zu zeigen, dass auch ihresgleichen auf Bühnen stehen können (Vorbildfunktion). Diese Wirkkanäle spielen mir die großen deutschen Festivals noch zu sehr runter. Wenn ihnen Geschlechtergleichheit wichtig wäre, dann kann der einzige sinnvolle Schritt nur sein, auch bewusst durch diese Kanäle Einfluss zu nehmen. Das sehe ich bislang aber noch nicht.

    Ich finde die Idee super, die Lineups gerade von unten heraus mit mehr Ausgeglichenheit zu füttern. So ein Festival wie RaR hätte beispielsweise auch die Möglichkeit gerade mittags und nachmittags viele weibliche Acts auf die Hauptbühne zu stellen, die wegen der großen Headliner und der scheiß Infrastruktur in der Regel eh schon immer recht früh voll ist. So erreichen diese Acts dann auch eine größere Masse und die Maßnahme wirkt auch dementsprechend.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 03.05.2021 10:08 Uhr in Frank Turner
    Zitat

    snookdog schrieb:
    Mir bereitet etwas Sorge, dass seine Auftritte bei den Sommerfestivals in Großbritannien immer als Duo (wahrscheinlich mit Matt an am Keyboard und diversen anderen Instrumenten) angekündigt wird und ohne die Sleeping Souls

    Song am Freitag schon gehört? Mir wurde der auch in den Releaseradar gespült und würde vom Sound tatsächlich eher in die "England Keep My Bones"-Zeit einordnen. Sehr hymnenhaft.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 30.04.2021 18:50 Uhr in Royal Blood - Typhoons
    Zitat

    JestersTear schrieb:
    Ich find's richtig stark. Viel besser als das zweite und auf einem Level mit dem ersten. Die musikalische Entwicklung bzw Offenheit tut dem Sound richtig gut.

    Dis.


  • MyChemGD1234 MyChemGD1234 30.04.2021 08:45 Uhr in Royal Blood - Typhoons
    Zitat

    Hullabaloo92 schrieb:
    Der Song "King", den sie auf der 2019er Tour gespielt haben, ist hier nicht drauf oder?

    Soweit ich mich nicht irre, sind Teile des Songs in „Mad Vision“ verbaut.