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31 Jahre  (20.08.1991)
Wiesbaden

Reviews von defpro

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defpro hat Openair Frauenfeld 2017 bewertet

18.10.2017 15:05 Uhr

Hier etwas verspätet auch noch meine Review. Das Openair Frauenfeld ist das größte Hip-Hop-Festival Europas und findet jedes Jahr parallel zum Splash! am ersten Juli-Wochenende in Frauenfeld in der (deutschen) Schweiz statt. Mit dem Splash! teilt man sich einen großen Teil des Line-Ups, wobei das OAFF aufgrund des höheren Budgets meist noch mehr Hochkaräter aus Übersee (+ Frankreich) präsentieren kann, während das Splash! einen stärkeren Fokus auf die (deutsche) Newcomer-Szene legt. Präsentiert werden die rund 50 Acts auf (in diesem Jahr) 4 Bühnen.

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Kommentare von defpro

Parkrocker89gefällt das
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Hier noch mein Bericht vom Konzert letzte Woche mittwochs im Wiesbadener Schlachthof. Bin doch überrascht, wie groß die Band mittlerweile auch in DE ist. Hätte die eher im deutlich kleineren Kesselhaus erwartet, aber letztendlich war im Schlachthof war nur ganz wenig abgehangen. Publikum war komplett durchmischt, der Post-Punk-Sound zieht anscheinend Personen aus allen Altersklassen.

Support waren im Gegensatz zum ersten Teil der Tour leider nicht Just Mustard (keine Ahnung warum). Wurde immerhin im Vorfeld brav auf Facebook kommuniziert. Stattdessen machte die Kölner Band SMILE den Anheizer. Die Namensähnlichkeit zur allseits bekannten Supergroup ist natürlich etwas unglücklich, aber auch davon abgesehen findet man bei Google diverse Einträge anderer Bands mit gleichem Namen. Werde nie verstehen, wie man sich einen so generischen Namen geben kann. Das ist doch völlig kontraproduktiv. Musikalisch gab es Post-Punk mit weiblichem Gesang und es klang echt ziemlich cool. Die Band steckt wohl noch am Anfang ihrer Karriere, auf Spotify gibt es auch erst zwei Songs zu hören. Werde die auf jeden Fall mal weiterverfolgen. Gibt immer noch viel zu wenige coole female-fronted Post-Punk-Bands und nachdem mich die letzten Platten von Desperate Journalist nicht mehr so überzeugt haben, brauche ich hier etwas Nachschub.

Fontaines D.C. höre ich eigentlich erst seit ihrer zweiten Platte, die mich überraschenderweise damals vollkommen begeistert hatte, nachdem ich mit dem Debüt überhaupt nichts anfangen konnte. Hatte mir daher die Karte damals auch in der Hoffnung gekauft, live sehr viel von dieser Platte zu hören. Konnte ja niemand damit rechnen, dass durch Verschiebungen auf einmal schon ein komplett neues Album draußen ist. Glücklicherweise ist dieses bislang eines meiner Jahres-Highlights, auch wenn es für mich nicht an "A Hero's Death" herankommt. Live lag dementsprechend der Fokus auch auf den neuen Liedern (8 von 10 Songs wurden gespielt), während der Vorgänger mit 4 Songs "abgespeist" wurde. Letztere gehörten für mich dann aber auch zu den klaren Highlights des Sets. So etwas wunderschön Druckvolles wie "Televised Mind" haben sie seitdem nicht mehr hinbekommen. Etwas schade war, dass "A Lucid Dream" als Opener verheizt wurde, wo das Publikum noch gar nicht so richtig drin war. Hier hätte ich mir – wie auch bei anderen Konzerten der Tour geschehen – eher den neuen Album-Opener mit dem irischen Titel zum Einstieg gewünscht, welcher dann stattdessen die Zugabe eingeleitet hat.

Aufgrund der Unfähigkeit des Publikums, sich gleichmäßig im Raum zu verteilen, konnte ich mich 15 Minuten vor Beginn des Hauptacts noch ohne Hindernisse auf der rechten Seite in der vierten Reihe positionieren. Trotz der guten Sicht muss ich sagen, dass die Stimmung dort etwas ausbaufähig war. Es wurde nur vereinzelt getanzt und mitgesungen. Bei den neuen Songs hat mich das weniger gestört, da diese ja tendenziell eher im Midtempo-Bereich angesiedelt sind und ich auch die wirklich hervorragende Lichtshow (bislang die beste bei diesjährigen Konzerten!) wertschätzen konnte. Dass sich bei den "Dogrel"-Songs (mit denen ich abgesehen vom ziemlich öden "Chequeless Reckless" mittlerweile meinen Frieden geschlossen habe) ebenfalls kaum etwas gerührt hat, hat mich dann doch etwas gestört. Mein Highlight war eine Dame neben mir, die einen kompletten Song damit zugebracht hat, die beste Pose für ein Selfie zu finden. Hätte bei der Band jetzt nicht unbedingt solche Leute im Publikum erwartet. Irgendwann war es mir an meinem Platz dann doch etwas zu ruhig, sodass ich trotz Maske und Hitze für die letzten 5 Songs nochmal in den Moshpit bin, wo die Stimmung wirklich ausgezeichnet war. Hätte ich im Nachhinein betrachtet schon früher machen sollen.

Da an anderer Stelle schon mal von pöbligem Verhalten des Sängers gesprochen und Oasis-Vergleiche gezogen wurden: Diesbezüglich habe ich überhaupt nichts mitbekommen. Ganz im Gegenteil, es gab überhaupt keine Ansagen. Zu Beginn hatte der Sänger noch versucht, das Publikum anzuheizen. Nachdem die Reaktionen jedoch nicht so laut ausfielen wie erhofft, hat er dies auch direkt wieder aufgegeben. Ich vermute mal, in GB und Irland ist die Band einfach anderes gewohnt.
War insgesamt also ein ausgezeichnetes Konzert. Bin gespannt, in welche Richtung es die Band in Zukunft verschlägt. Die neue Platte kommt ja bei Fans und Kritikern ausgezeichnet weg, die Lieder sind aber deutlich zurückhaltender, was man live auch stark an den Zuschauer-Reaktionen gemerkt hat. Die Songs des Debüts werden da im direkten Vergleich deutlich mehr abgefeiert, sind aber musikalisch mMn unspannender als der spätere Output. Hat live auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht. Gerade im Festival-Kontext kann ich mir die Band sehr gut vorstellen.

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Bisher:
28.03.22 Celeste / Conjurer - Kesselhaus, Wiesbaden
10.04.22 Nothing But Thieves - Schlachthof, Wiesbaden
21.04.22 The War on Drugs - Schlachthof, Wiesbaden
03.05.22 Low - Kulturkirche, Köln
10.05.22 Denzel Curry - Union Halle, Frankfurt
12.05.22 Dua Lipa - Lanxess Arena, Köln
05.-12.06.22 Primavera Sound (Weekend 2 + Primavera a la ciutat) - Barcelona
22.06.22 HEALTH / Youth Code - Kesselhaus, Wiesbaden
24.-26.06.22 Full Force - Ferropolis
18.07.22 Turnstile - Palladium, Köln
05.08.22 Mighty Okas - Kurpark, Wiesbaden
10.08.22 Metronomy - halle02, Heidelberg
15.08.22 Alex G - Kesselhaus, Wiesbaden
24.08.22 Fontaines D.C. - Schlachthof, Wiesbaden

Geplant:
21.09.22 Frog Leap - Schlachthof, Wiesbaden
25.09.22 Dave Hause and the Mermaid - Batschkapp, Frankfurt
16.10.22 The Amity Affliction - Schlachthof, Wiesbaden
21.10.22 GoGo Penguin - Zoom, Frankfurt
28.10.22 Gang of Youths - Zoom, Frankfurt
29.10.22 Moderat - Stadthalle, Offenbach
30.10.22 Sigur Rós - Jahrhunderthalle, Frankfurt
31.10.22 Kendrick Lamar - Festhalle, Frankfurt oder Ministry - Batschkapp, Frankfurt
01.11.22 Bicep - Zoom, Frankfurt
09.11.22 Wolf Alice - Kantine, Köln
12.11.22 Wolves in the Throne Room - Kesselhaus, Wiesbaden
27.11.22 Little Simz - Zoom, Frankfurt
29.11.22 Stick to Your Guns / Knocked Loose - Schlachthof, Wiesbaden
05.12.22 Betterov - Nachtleben, Frankfurt
08.12.22 In Flames / At the Gates - Schlachthof, Wiesbaden
13.12.22 Enter Shikari - Schlachthof, Wiesbaden

04.01.23 Bring Me the Horizon / A Day to Remember - Festhalle, Frankfurt
20.02.23 Heaven Shall Burn / Trivium - Festhalle, Frankfurt
05.03.23 Gojira - Schlachthof, Wiesbaden

16.03.23 Wanda - Schlachthof, Wiesbaden
26.03.23 Aldous Harding - Gloria, Köln
11.05.23 Cypecore - Kesselhaus, Wiesbaden

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Seht ihr das nicht bezogen auf Live-Konzerte etwas zu kritisch? Klar, wenn man "AM" gar nicht mag, dann wirds schwierig, aber von der letzten Platte sind aktuell nur zwei Songs im Set und ich könnte mir vorstellen, dass für die neuen Songs eher was bei "Humbug" oder eben auch "AM" weggestrichen wird. Klar wären mir auch mehr Songs des Debüts lieber, aber aktuell bekommt man doch eine gute Mischung geboten mit genügend Songs aus den verschiedenen Phasen der Band.

BernardBernoulligefällt das
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Paju schrieb:
War Frauenfeld das Jahr, wo er auch beim Pukkelpop war (2009)?
In Belgien sind sogar diverse Gegenstände auf die Bühne geflogen. Unabhängig davon, ob es asozial vom Publikum war, oder er einfach nur schlecht war, geht sowas natürlich gar nicht.

Ein „Gig“ von ihm geht auch nur selten über 80 Minuten, dafür aber um die 35 Songs…sagt schon einiges aus.

Zitat


Der Auftritt, den ich meine, war 2016.

Dass Songs nicht immer komplett gespielt werden, ist aber im US-Rap schon gängig. Gerade in einer Zeit, als Rap-Songs mit 3 kompletten Strophen auch gerne mal die 4-Minuten-Marke geknackt haben. Ist letztendlich nur das Äquivalent zu einem DJ, der im Club einen Song auch nur zur Hälfte spielt und dann zum nächsten wechselt, um das Momentum aufrecht zu erhalten und das Publikum nicht zu langweilen. Mein Fall ist es auch nicht unbedingt, aber ist in dem Genre nicht untypisch.

Ich denke, er versucht jetzt, den "Hype" nach dem Super-Bowl-Auftritt aufrecht zu erhalten. Mit Nostalgie kann man viele Leute ködern. Sieht man ja auch den ganzen 90er-Konzert- und Party-Reihen, dass sowas gut funktioniert.

defpro

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Wutang1991 schrieb:
Ich behaupte mal das es nicht nur ein Hit sondern ein Album war das durch die Decke ging und wie du sagst zieht er als Jugend"held" da legen genug 30iger das Geld hin um ihn einmal zu sehen. Siehe Rage, die haben genau so 1 Album und ziehen noch und genau zu den Preisen.
Und nein ich werde ihn nicht anschauen, habe ihn auf dem Frauenfeld Openair vor 7 oder 8 Jahren gesehen und zählt mit unter zu den schlechtesten Acts die ich je gesehen habe!

Zitat


War ja nicht nur ein Album. Auf den ersten beiden Alben waren dutzende Hits, die damals auf MTV rauf- und runtergespielt wurden. Und selbst das dritte Album, auf dem er schon stark geschwächelt hat, hat mit "Ayo Technology" noch einen großen Hit abgeworfen. Von 2003 bis 2005 war der Mann aus den Charts nicht wegzudenken.
Der Vergleich mit RATM passt für mich auch gar nicht. Erstens kein klassischer Chart-Act mit einer ganz anderen musikhistorischen Bedeutung, zweitens gelten alle drei Alben mit Originalsongs als Klassiker (ok, bei "Evil Empire" könnte man vielleicht noch diskutieren).

Die Qualität des Frauenfeld-Auftritts kann ich allerdings nur unterschreiben. Lag vielleicht nicht nur an ihm, sondern auch am miesen Sound, aber das war wirklich nicht gut.

Nojugefällt das
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01.08.2022 17:09 Uhr·  Bearbeitet·

Ich mache es bei den meisten Konzerten mittlerweile genauso wie viele hier. Sobald ich abschätzen kann, dass das Konzert nicht ausverkauft sein wird, schlage ich entweder auf dem Zweitmarkt zu oder kaufe spontan am jeweiligen Konzerttag (geht z. B. im Schlachthof Wiesbaden immer bis 17 Uhr). Kann man natürlich auch mal mit auf die Schnauze fallen, wenn man sich bei der Zugkraft verschätzt, aber selbst bei Sold-Out-Dates gibt es kurz vorher meistens noch einige Leute, die ihr Ticket loswerden wollen. Bevor ich mich wieder mit Eventim aufgrund nicht erstatteter VVK-Gebühren bei abgesagten oder verschobenen Events rumärgern muss oder selbst mal Gefahr laufe, aufgrund von Corona oder sonstigen Erkrankungen Tickets abgeben zu müssen, ist mir das so allemal lieber.

Die Kritik, mit dieser Strategie die Planungssicherheit von Bands und Veranstaltern zu gefährden, kann ich nur bedingt nachvollziehen. Ich denke, nur ein winziger Prozentsatz an Besuchern agiert bei Konzerten so kostenbewusst. Selbst regelmäßige Konzert- und Festivalgänger in meinem Freundeskreis tüten ihre Tickets im Normalfall frühzeitig ein. Das Phänomen der abgesagten Touren kenne ich natürlich auch, aber dort sehe ich eher finanzielle Prioritätenverschiebung sowie Vorsicht/Angst vor Covid als Verkaufshindernisse. Bislang ist auch noch keins meiner geplanten Last-Minute-Konzerte abgesagt worden (Ausnahme Converge/Chelsea Wolfe, aber ich bezweifle, dass das am schlechten VVK gelegen hat).

Wenn Facebook und Ebay Kleinanzeigen nix mehr hergeben, dann stell ich mir immer noch einen Ticketalarm auf Ticketswap ein. Die Plattform wird mittlerweile auch für Nicht-Benelux-Events immer stärker frequentiert. Aus Verkäufersicht ist Ticketswap aufgrund der Gebühren eher weniger attraktiv (ähnlich wie Fansale) und viele Verkäufer stellen ihre Tickets erst mal zum Originalpreis (zzgl. Gebühren) ein und wundern sich, dass sie das Teil nicht losbekommen. Hin und wieder lassen sich da aber echt gute Schnäppchen machen. Für das Knotfest Germany (Originalpreis 120 &euro konnte man vorher noch einige Tickets < 90 € bekommen.

MagnetPullgefällt das
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07.07.2022 12:29 Uhr·  Bearbeitet·

Will hier auch noch ein paar Worte zum Full Force verlieren, welches ich vor zwei Wochen besucht habe. Insgesamt war es ein schönes Wochenende, mehr aber auch nicht. So richtig viel kann das Full Force dafür aber nicht. Es ist im Jahr 2022 glaube ich einfach nicht mehr das richtige Festival für mich.

Background:
Wie viele andere habe ich mein Ticket bereits 2019 gekauft, als lediglich The Ghost Inside als Headliner veröffentlicht waren. Deren Bestätigung hatte in meinem Freundes- und Bekanntenkreis einen kleinen Hype ausgelöst, dem ich mich angeschlossen habe, obwohl ich die Band zuvor nie krass verfolgt hatte. Ich dachte mir, so ein Genre-Festival inkl. Camping mit Kumpels wird bestimmt eine coole Sache. Die Jahre zuvor hatte ich vor allem Hip-Hop- (Openair Frauenfeld, splash!) und große Metal-Festivals (Graspop) besucht und war ansonsten mit meiner Freundin auf Major-Festivals im europäischen Ausland (FIB, Sziget) unterwegs. Gecampt hatte ich nur noch auf den Hip-Hop-Festivals, ansonsten immer Ferienwohnung oder Hotel. Dann kam Corona und die Absage von zwei Ausgaben. Da TGI als Headliner nach 2022 mitgenommen wurden, haben wir auch unsere Tickets behalten.

Line-up:
Mit jeder neuen Bestätigungswelle machte sich in unserer Gruppe Ernüchterung breit und letztendlich muss man sagen, dass hier objektiv ein für den Preis eher schwaches Line-Up geboten wurde. TGI kann man bei ihrem ersten und einzigen Deutschland-Gig seit dem Unfall sicherlich zum Headliner hochpushen, auch wenn das Momentum seit der Bestätigung natürlich etwas verloren ging. BFMV und Heaven Shall Burn sind jedoch für mich beide für dieses Festival keine adäquaten Headliner, da man diese wirklich jedes Jahr zu Genüge auf deutschen Bühnen sehen kann. Der alles überstrahlende Headliner, der einen dritten kleineren Head rechtfertigen würde (z. B. Parkway Drive 2019), war dieses Jahr auch nicht vorhanden. Dürfte natürlich auch z. T. an Corona liegen, aber andere Festivals haben das deutlich besser gelöst. Auch an anderen Stellen wurde das Programm ein wenig zusammengestrichen. So wurde z. B. auch die "Knüppelnacht" abgeschafft. Generell war das Programm sehr auf Metalcore bzw. Metal-lastiger Hardcore ausgelegt. Bands, die andere Genres bedienen, musste man teilweise mit der Lupe suchen. Die Vielfalt im Programm, die mir bei Festivals immer sehr wichtig ist, hat darunter mMn ein wenig gelitten. Wobei ich fairerweise sagen muss, dass klassische Punk-Bands für mich meistens eher rausfallen und ich mich aus Zeitgründen bei weitem nicht so detailliert mit dem Line-up auseinandergesetzt habe, wie ich es sonst tun würde. Zudem haben einige spannende Bands wie Portrayal of Guilt, Meshuggah, Deafheaven, Obituary oder Venom Prison ihre Auftrite leider abgesagt, die noch mehr Würze in das Programm gebracht hätten.

Orga und Anreise:
Die Organisation im Vorfeld war ziemlich lückenhaft. Ein paar Wochen vor dem Festival konnte man diverse Infos nicht auf der Homepage finden, FAQ-Links sind im Nichts verlaufen, an manche Infos ist man nur gekommen, wenn man sich gewisse Mails aufgehoben und die dortigen Links angeklickt hat. Wurde dann kurz vor dem Festival alles nach und nach optimiert, aber wenn man schon mal etwas im Voraus planen will, dann war das nicht ohne weiteres möglich. Die Festival-App war am Abreisetag noch komplett unbrauchbar und wurde erst nach und nach aktualisiert, damit man zumindest mal Band-Favoriten eintragen konnte.
Die Anreise mit dem Auto war soweit in Ordnung. Die Beschilderung ließ jedoch stark zu wünschen übrig. Wenn man schon ankündigt, dass man sich nicht auf Google Maps, sondern auf die Beschilderung vor Ort verlassen soll, dann sollte man diese auch in petto haben. Es bringt nichts, auf einer geraden Straße ohne Abzweigungen direkt hintereinander drei Schilder mit Geradeaus-Pfeil aufzustellen, an zentralen Kreuzungen aber keinerlei Infos zu geben, wo man abbiegen soll. Vor dem Befahren des Parkplatzes standen wir auch noch etwas im Stau, lässt sich aber logistisch vermutlich nicht anders regeln und hielt sich noch im Rahmen.
Da Car Camping auf dem Full Force ja sehr stark etabliert ist, haben wir uns etwas gewundert, dass niemand vor Ort war, um uns einen Platz zuzuweisen. Wir hatten ein Upgrade für Deep Blue Camping (der zentralste Campingplatz mit den kürzesten Laufwegen) gekauft und nachdem wir die entsprechende Schleuse passiert hatten, hatten wir freie Auswahl. Auf FB habe ich von einer Person gelesen, die auf Deep Blue keinen Platz mehr gefunden hat. Ich vermute, alleine die Tatsache, dass das Festival bei Weitem nicht ausverkauft war, hat verhindert, dass es hier mehr Probleme gab, da die Gruppen sich teilweise sehr großzügig ausgebreitet hatten. Bändchen gab es dafür sehr flott ohne Wartezeit.

Camping:
Das Camping auf Deep Blue hat schon echt Spaß gemacht. Der Platz ist wirklich der beste des gesamten Festivals und den Aufpreis von 45 € pro Auto definitiv wert. Kürzeste Wege zum Food-Court, Badestrand, Busshuttle und Festivalgelände sind schon ein Traum. Duschzelt und Trinkwasserstellen waren innerhalb von 5 Minuten erreichbar. Aus unserer Gruppe haben auch einige Spontan-Mitfahrer ohne separates Deep Blue-Ticket mit uns gecampt. Haben bestimmt noch andere so gemacht, denn kontrolliert werden konnte das mangels separatem Bändchen nicht. Habe generell während des gesamten Festivals nicht einen einzigen Ordner auf dem Campingplatz gesehen. Beim beschwerlichen und gefühlt nicht enden wollenden Weg vom Festivalgelände zurück zum Campingplatz hatte ich jedes Mal Mitleid mit den armen Seelen, die bestimmt nochmal doppelt so lange bis zu ihrem Zelt weiterlaufen mussten. Auch das Car-Camping ist ein Traum. In Zeiten, in denen man jedes Jahr super viel (meist völlig unnötigen) Kram mitnimmt, ist es ein Segen, wenn die nervige Schlepperei wegfällt. Nach einer halben Stunde hatten wir alles aufgebaut.
Die Toiletten waren meist einigermaßen sauber, Duschen zwar zu warm, aber beides in ausreichender Anzahl vorhanden. Interessant fand ich die Entscheidung, bei Toiletten eine Geschlechtertrennung (mit Divers-Inklusion!) durchzuziehen, bei den Duschen jedoch nicht. Wer sich nicht in der engen, nassen Dusche umziehen wollte, musste in den offenen Umkleidebereich, der halt draußen und komplett einsehbar war. Mich hat es jetzt nicht gestört, aber hat bestimmt nicht jeder so gesehen. Eine ziemliche Sauerei war dagegen die Trinkwasserstelle, wo man zwar nie warten musste, dort jedoch einfach permanent das Wasser aus dem Hahn lief. Verstehe ich nicht, wie man in Zeiten von Wasserknappheit so etwas verantworten kann.

Trotz der Annehmlichkeiten unseres Car-Campings muss ich sagen, dass mir das Campen mittlerweile körperlich schon ziemlich zusetzt. Vielleicht ist es das Ü30-Alter, vielleicht die Nachwirkungen meiner Covid-Infektion von 1,5 Wochen vorher, vielleicht die Hitze, vielleicht der Suff, vielleicht auch mein Zeltnachbar, dessen kontinuierliches Schnarchen problemlos meine Oropax durchdrungen und mich um meinen Schlaf gebracht hat. Ich war am Ende auf jeden Fall ganz schön bedient und froh, dass es wieder nach Hause ging. Macht zwar alles immer sehr viel Spaß, aber die Luft war sonntags irgendwann raus und die Energiereserven aufgebraucht. Ich weiß noch nicht, ob ich Festivals mit Camping für mich zukünftig komplett ausschließen will, aber die Vorteile eines gemütlichen Betts in einer gut belüfteten Unterkunft sind definitiv nicht von der Hand zu weisen.

Cashless:
Zuerst das Positive: Alle vorab gebuchten Dinge (gekühltes Bier, Dusch-/Shuttleflatrate, aufgeladenes Guthaben) waren korrekt eingebucht, die Bezahlung hat immer problemlos funktioniert und Cashless wurde auch tatsächlich an allen Ständen akzeptiert. Auf der Contra-Seite: Keine Aufladung mit PayPal möglich trotz gegenteiliger vorheriger Ankündigung, kein Überblick über noch verfügbares Guthaben in der App (wie gesagt: die war wirklich komplett nutzlos), daher natürlich auch kein Tracking der getätigten Ausgaben. Die einzige Möglichkeit, den Stand des Guthabens zu erfahren, war, wenn man an Ständen danach gefragt hat.
Den Vogel abgeschossen hat aber das sog. "Bonus Money". Sobald man mind. 100 € aufgeladen hat, hat man Bonus-Guthaben bekommen, welches man ausgeben konnte. Sollte wohl einen Anreiz schaffen, dass die Leute vorab möglichst viel Geld aufladen, damit die Top-up-Stationen vor Ort nicht überfüllt sind bzw. online bei dem miserablen Netz nicht alles zusammenbricht. Jedoch wurde bei Abbuchungen zuerst das "normale" Geld und erst danach das "Bonus Money" verbraucht. Man hatte also einen Anreiz, den Stand des Guthabens möglichst niedrig werden zu lassen, damit man den Bonus überhaupt in Anspruch nehmen kann. Eingelöst werden konnte der Bonus jedoch nur für Getränke (exklusive Cocktails) und nicht für Essen. Beim angezeigten Guthabenstand war das Bonus Money jeweils immer inkludiert. Bei einigen in unserer Gruppe kam es also irgendwann zu dem Fall, dass man sich an einem Essensstand in dem Glauben angestellt hat, dass man noch genügend Geld aufgeladen hat, nur um dann bei der Bezahlung festzustellen, dass das aktuelle Guthaben fast ausschließlich aus Bonus Money besteht und das "normale" Geld nicht für die Bezahlung des Essens ausreicht. Also raus aus der Schlange, neues Geld aufladen und wieder neu anstellen. Mein Vorschlag: Entweder das Bonus Money wird bei Zahlungen zuerst und nicht zuletzt verbraucht, oder man kann damit alles bezahlen oder man schafft es einfach komplett ab. So war es einfach nur nervig.

Festivalgelände:
Ich war jetzt nach dem splash! 2018 das zweite Mal auf Ferropolis und muss sagen, dass ich die ganzen Lobeshymnen auf das Gelände etwas übertrieben finde. Ja, das mit dem Baggern sieht schon ganz geil aus und aufgrund der Beleuchtung macht das abends und nachts schon mehr her als eine normale Feldfläche. Der angrenzende See war gerade bei den heißen Temperaturen immer für eine Erfrischung gut, wobei ich das bislang nur im Camping-Kontext und nie auf dem eigentlichen Festival genutzt habe. Allerdings ist das Gelände auch ziemlich zubetoniert, wodurch es bei Hitze teilweise ziemlich unangenehm war. Schattenplätze gibt es abgesehen von der Hardbowl Stage als offene Zeltbühne auch nur wenige. Da hätte man veranstalterseitig gerne mal ein paar Pavillons aufstellen können. Die Seebühne ist aufgrund des abschüssigen Geländes und des Sandes zum langen Stehen und für Moshpit-lastige Konzerte auch weniger geeignet. Das Gelände ist sehr weitläufig, aber in den begrünten hinteren Teil verliert sich so gut wie niemand (vergleichbar zur Bits-Area beim Primavera Sound). Im Gegensatz zum splash! wurde dieser Bereich für das Full Force auch überhaupt nicht genutzt. Das Internet auf dem Festivalgelände war (im Gegensatz zum Campingplatz) eine einzige Katastrophe. Messenger-Apps waren komplett unbrauchbar, mit ein bisschen Glück gingen Anrufe durch.
Trinkwasserstände habe ich auf dem Gelände keine gesehen. Ich glaube, viele haben einfach das Wasser bei den Toiletten getrunken, was soweit ich weiß nicht explizit als Trinkwasser ausgewiesen war. Allerdings durfte man auch nichtalkoholische Tetrapak-Getränke mit auf das Gelände nehmen. Die Getränke empfand ich als relativ teuer, aber da nehmen sich alle Festivals nicht viel. Wasser war auch glaube ich nicht günstiger als andere Soft-Drinks. Das Essensangebot war ebenfalls teuer, aber vielseitig, lecker und es gab dutzende vegetarische und vegane Optionen.

Größter Contra-Punkt ist für mich die Distanz zwischen Campingplatz und Festivalgelände. Ist natürlich alles eine Frage des Anspruchs und ich habe auch schon Festivals mit vergleichbaren (Pukkelpop) oder längeren Wegen (Rock 'n' Heim) besucht, aber mit den Jahren steigen die eigenen Ansprüche halt etwas. Gerade bei einem für mich sehr lückenhaften Timetable überlegt man es sich zweimal, ob man nur für einen Act das Camp verlässt und den Marsch auf sich nimmt, zumal es auf dem Weg nichts wirklich Spannendes zu sehen gibt (beim splash! gab es damals immerhin einen Frangelico-Stand, der Shots gratis ausgeschenkt hat). Es gab zwar auch einen Busshuttle (dessen Einzelpreis abseits der Flat auch nirgendwo kommuniziert wurde). Dieser fuhr teilweise super regelmäßig, teilweise mussten wir eine knappe halbe Stunde warten und nach dem Headliner kann man das Anstellen eh komplett vergessen. Lässt sich abgesehen von einer erhöhten Shuttle-Taktung nicht wirklich was dran ändern, aber mir sind andere Camping-Konzepte lieber. Sobald man einmal in den Genuss kurzer Laufwege gekommen ist, will man einfach nicht mehr zurück.

Bands:
Es gab wenig Konzerte, die mich wirklich beeindruckt haben. Das lag gerade am letzten Tag sicherlich an der fehlenden Energie und generell auch daran, dass ich mich im Vorfeld relativ wenig vorbereitet habe und privat sehr viele Core-Sachen wenig bis gar nicht mehr höre. Das Einarbeiten in das Primavera-Line-up war da für mich deutlich spannender, sodass für das Full Force kaum noch Zeit blieb.

Bester Gig des Wochenendes waren für mich Kvelertak am Samstag. Hab die Band immer gerne gehört, aber noch nie live gesehen und der Genre-Mix als Black-, Heavy Metal und Punk macht einfach richtig Spaß. Es war brutal heiß und eigentlich kaum auszuhalten, aber die Menge hatte richtig Bock. Die Stagedive-Einlage des Gitarristen war auch ziemlich klasse. Ein rundum guter Auftritt. Dank Warten auf den Busshuttle leider zu Beginn einige Songs verpasst.

Positiv erwähnt werden sollten auf jeden Fall auch noch The Ghost Inside, ebenfalls am Samstag. Im Gegensatz zu BFMV hat sich das hier wirklich nach einem Headliner-Auftritt angefühlt. Die Mainstage war ziemlich gut gefüllt und die Band war sichtlich überwältigt von der euphorischen Crowd. Es gab emotionale Ansprachen, natürlich wurde auch der Unfall thematisiert, zum Abschluss wurde noch ein Feuerwerk gezündet. Ich nehme ihnen den besonderen Bezug zum Full Force auch total ab und verstehe, wieso sie hier ihr Deutschland-Comeback feiern wollten. Wenn mich das jetzt alles noch musikalisch so stark abholen würde... Die Band hat einige richtig gute Songs in petto, manche Hooks sind ziemlich catchy, aber zwischendrin klingt auch vieles relativ ähnlich. Aber für viele war das schon ein besonderer Moment und an manchen Stellen habe ich mich ebenfalls mitreißen lassen.

An der Hardcore-Front haben Malevolence (Samstag) und Knocked Loose (Sonntag) noch ziemlich abgerissen. Erstere konnten mit ihrem vielseitigen Sound zwischen Hardcore, Sludge und Pantera-Gedächtnis-Riffs überzeugen und letztere hatten die fiesesten dissonanten Breakdowns des ganzen Festivals (die Stimme des Sängers bleibt für mich jedoch immer noch gewöhnungsbedürftig).

Ziemlich cool waren auch wieder Rolo Tomassi (Samstag) vor winziger Crowd, obwohl ich sie auf der letzten Tour besser fand. Lag auch daran, dass ich viele Songs nicht erkannt habe, die meisten vermutlich von der neuen Platte, aber es gab genügend Klassiker der "Time Will Die..."-Scheibe, die ich zur Auffrischung besser nochmal hören sollte. War auch – wenn mich meine Erinnerung nicht trügt – die einzige Frau, die ich während des gesamten Wochenendes auf der Bühne gesehen habe (Equilibrium haben noch eine Keyboarderin, aber die war meine ich nicht auf der Bühne). Liegt sicherlich auch an der Szene, aber dieses Thema kann sich das Booking-Team gerne mal stärker auf die Agenda schreiben. (Edit: Habe soeben erfahren, dass SeeYouSpaceCowboy ebenfalls eine Sängerin haben.)

SeeYouSpaceCowboy (Samstag) ist noch so eine Band, die live mit ihrem Math-/Emo-/Metalcore-Mix auf jeden Fall Laune gemacht haben. Ich kannte echt kaum Songs und sollte mich mit denen auf jeden Fall näher beschäftigen.
Der Death Metal von Gatecreeper direkt im Anschluss klang auch astrein, wenn auch gegen Ende etwas repetitiv. In diese Richtung hätte ich mir gerne mehr Buchungen gewünscht.

Etwas enttäuscht war ich von den beiden Hardcore-Auftritten von Drain und Vein.fm freitags auf der Backyard-Stage. Der Sound war jeweils relativ mäßig, die Industrial-Spielereien bei Vein.fm kamen kaum rüber und ich glaube, ich diese Bands werden auf solchen Festivals einfach nur verheizt. Gerade bei Vein.fm hätte eigentlich das komplette Chaos in der Crowd ausbrechen müssen, aber am Ende waren es wieder dieselben Moshpit-Dudes wie auf allen anderen Konzerten und das wars. Auf reinen Hardcore-Festivals kommen solche Gigs wahrscheinlich noch besser, aber eigentlich brauchen diese Bands einfach dunkle schwitzige Club-Gigs. Auf der nicht sonderlich großen Backyard-Stage verläuft sich das im Publikum einfach zu sehr.

Ansonsten habe ich noch Neck Deep (bisschen im Hintergrund), Boston Manor, Bullet for My Valentine (alle Freitag), Beartooth (im Hintergrund am Samstag), Imminence und Bury Tomorrow (beide Sonntag) gesehen. War alles nicht verkehrt, aber so wirklich umgehauen hat mich da eigentlich nichts. Ausnahme Beartooth, die einer Essenspause zum Opfer gefallen sind und die trotz eines lahmen letzten Albums live immer gut abreißen.

Donnerstags gab es auf der Hardbowl-Stage noch eine Pre-Party mit DJ, wo mir bereits aufgefallen ist, dass ich in der Szene wohl nicht mehr so drin bin, da ich wirklich kaum einen Song erkannt habe.

Fazit:
Klang jetzt teilweise etwas kritisch und so richtig euphorisiert war ich bei den meisten Konzerten auch eher selten, aber das muss ich mir in den meisten Fällen auf die eigene Kappe schreiben. Ich habe gemerkt, dass so ein Core-lastiges Festival mittlerweile nichts mehr für mich ist. Mir fehlt da die Abwechslung, die besonderen Acts, die herausstechen. Selbst auf dem Graspop habe ich innerhalb des Metal-Spektrums eine breite Auswahl und kann munter zwischen Core, Death, Black, Thrash oder Altherren-Heavy Metal hin und her wechseln. Das war in diesem Jahr beim Full Force nur eingeschränkt möglich und die meisten der Nicht-Metalcore-Acts haben mich einfach nicht gejuckt oder sind Überschneidungen zum Opfer gefallen. Ich bin gespannt, ob die Genre-Beschränkung in diesem Jahr Corona geschuldet war und man sich in den nächsten Jahren wieder vielseitiger aufstellt. Mein Tipp wäre zweiteres, schließlich waren für 2020 ursprünglich auch mal Amon Amarth als Headliner gebucht. Dann werden hoffentlich bewährte Konzepte wie die "Knüppelnacht" weitergeführt, was letztendlich auch eine breitere Publikumsschicht anspricht und für mehr Abwechslung bei den Auftritten sorgt.
Meine Beobachtung war jedoch, dass die meisten im Publikum viel Spaß bei den Konzerten hatten. Da lag es eher an meinen persönlichen Umständen, dass ich diese Euphorie nicht immer teilen konnte. Das Camping mit den Kumpels war natürlich auch wieder sehr lustig, aber für Suff und Party muss ich nicht unbedingt durch halb Deutschland gurken. Ein paar coole Konzerte waren für mich dennoch dabei. Ich glaube jedoch nicht, dass ich in den nächsten Jahren nochmal den Weg zum Full Force auf mich nehme. Da gibt es andere Festivals, die mich dann doch mehr reizen dürften. Und wenn es dann doch nochmal die Core-Breitseite sein soll, dann wäre ein möglichst Punk-armes Vainstream für mich letztendlich wohl die bessere Wahl.

Keysergefällt das
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defpro hat kommentiert

04.07.2022 10:37 Uhr·  Bearbeitet·

Bin zwar etwas spät dran, wollte aber auch nochmal etwas detaillierter zu den Bands beim Primavera Sound 2022 schreiben. War musikalisch ein sehr tolles Wochenende und da ich bislang noch nicht auf so vielen Indie-Festivals unterwegs war, gab es für mich auch seeeeehr viele Artist-Premieren. Hab mich ein wenig wie bei meinem ersten Rock am Ring 2008 gefühlt, weil das Line-up nicht nur aus Bands bestand, die ich alle schon 100x gesehen habe.

Wir waren wie gesagt nur für das zweite Wochenende da, hatten aber vorher noch ein paar Tage Sightseeing gemacht. Ciutat-Konzerte wären also theoretisch einige möglich gewesen. Nachdem wir (vermutlich Klimaanlagen-bedingt) gesundheitlich jedoch schon etwas angeschlagen waren und die Berichte über lange Schlangen und für uns ungünstige Priorisierungen eintrudelten, haben wir diese Pläne über den Haufen geworfen (schade um den King Hannah/Los Bitchos-Abend) und uns auf den Mittwoch konzentriert.

Mittwoch - Poble Espanyol:

Hier hatten wir uns im Vorfeld bereits DICE-Tickets gekauft. War zwar eigentlich etwas entgegen meiner Prinzipien, aber im Endeffekt war ich vor Ort super froh, dass wir entspannt kurz vor Beginn an der sehr langen Schlange vorbeikonnten. Zur Location hat JackJones bereits alles gesagt: Sah echt super schön aus. Schade, dass wir erst so knapp vorher da waren, sonst hätte ich mich gerne auf dem Gelände noch etwas mehr umgesehen.

Die erste Band war Pom Pom Squad. Der Publikumsbereich war noch eher spärlich gefüllt, weil die meisten noch draußen am Anstehen waren. Die tanzbareren Indie-Rock-Pop-Punk-Songs der Band haben für einen schönen Einstieg gesorgt. Das Pacing des Sets fand ich etwas merkwürdig, da in der zweiten Hälfte fast nur Balladen gespielt wurden. Hätte man etwas besser mixen können. War aber ein schöner Einstieg.

Weiter ging es mit Magdalena Bay, für mich dem Lowlight des Abends, was aber ausschließlich die Sound-Person zu verantworten hat. Der erste Song wurde gestartet, die darauf abgestimmten Visuals liefen und das Headset-Mic der Sängerin klappte nicht. Da wohl einiges vom Audio vom Band kam, konnte man nicht einfach pausieren und neu starten, sodass spontan auf ein Kabel-Mikro gewechselt werden musste, was ebenfalls nicht funktionierte. Alle Songs liefen in fließenden Übergängen, sodass man die ersten 2-3 Songs exakt null Gesang gehört hat, was bei einer Electro-Synthpop-Band zu nur mäßig spannenden Ergebnissen führt. Irgendwann hat man das Kabel-Mic dann doch zum Laufen bekommen, was zu einem Euphorie-Moment im Publikum geführt hat. Zumindest bei uns weiter hinten war es danach jedoch weiterhin ein einziger Sound-Matsch. Sehr schade. Hatte mich auf den Auftritt echt gefreut.

Im Anschluss gab es meinen einzigen negativen Getränkestand-Moment des ganzen Festivals. War ein bisschen Pech dabei, weil beide Thekendamen konsequent an mir vorbei bedient haben und die Cashless-Terminals auch noch Empfangsprobleme hatten. Deshalb leider von Ride die ersten 2,5 Songs verpasst, darunter das großartige "Leave Them All Behind". Naja, hätte das Ganze auch etwas besser timen können. Ride haben dann ihre komplette "Going Blank Again"-Platte gespielt (die komplette "Nowhere" gab es einen Tag später, da jedoch ohne mich). Könnte jetzt spontan gar nicht sagen, welche der beiden Konzerte ich lieber gesehen hätte, aber da von "Nowhere" normalerweise mehr im regulären Set landet, gab es für mich ein paar mehr Live-Premieren wie z. B. das großartige "Cool Your Boots". Ich muss zugeben, dass ich das Album jetzt nicht als DIE Klassiker-Platte sehe, zu der sie oft gemacht wird, sodass sich für mich in der zweiten Hälfte ein paar kleinere Längen eingeschlichen haben. Insgesamt aber ein toller Auftritt.

Khruangbin lieferten für mich danach die Überraschung des Abends. Ich war schon ein wenig erschöpft und einfach nicht in Stimmung für solche Musik. Da habe ich jedoch meine Rechnung nicht ohne die Münchner vor uns gemacht, deren gute Laune so ansteckend war, sodass ich dann doch sehr viel Spaß hatte und der Vibe für mich im Endeffekt dennoch passte. Besonders cool waren die beiden gespielten Medleys, obwohl ich echt viele Songs nicht erkannt habe (ich muss mehr MF Doom hören). Hat sich super in das Set eingefügt und jemand, der "Apache" covert, hat bei mir sowieso einen Stein im Herzen.

Headliner des Abends waren Phoenix und meine Güte, hab ich mich auf die gefreut. Den großen Hype um "Wolfgang Amadeus Phoenix" hab ich damals komplett verschlafen und stattdessen nur irgendwelche Metalcore-Bands abgefeiert. Hab deshalb auch erst viel zu spät erkannt, was für eine geile Platte das auch abseits der beiden großen Hits ist. Besagte Hits markierten dann auch den Beginn und das Ende des Sets und die Euphorie im Publikum war richtig heftig. Hab mich dann auch zu einem kleinen Pogo zu "1901" hinreißen lassen. Die Mitte des Sets hatte dafür ein paar (gewollte) Ruhepole zu viel für mich, was aber sicherlich auch an meiner Erkältung lag (aber Probs für die coolen Visuals zum "Love Like a Sunset"-Double). Leider gab's auch nur den Titeltrack der mMn unterschätzen "Ti Amo"-Platte. Die beiden neuen Songs haben dagegen meine Euphorie bzgl. des neuen Albums noch nicht so ganz entfacht, aber der crowdsurfende Thomas zum Abschluss hat einiges wieder wettgemacht. Sehr tolle Live-Band und schön, dass ich sie nach all den Jahren endlich mal gesehen habe.

Der Heimweg um 1 Uhr nachts war im Anschluss noch super anstrengend, da weder U-Bahnen noch Trams, sondern ausschließlich Nachtbusse gefahren sind, welche dementsprechend auch komplett überfüllt waren. An quasi jeder Station wurden Leute unfreiwillig draußen gelassen, weil sie andere Leute aussteigen lassen wollten und der Busfahrer dann einfach die Türen vor ihnen geschlossen hat. Ist für mich ein Rätsel, dass man in so einer Millionenstadt wie Barcelona nicht die Öffis in einer eingeschränkten Taktung durchfahren lassen kann oder zumindest bei einem Festival eine Ausnahme machen kann. Hat uns zum Glück in den Folgenächten nicht mehr betroffen, da unser Hotel in Laufnähe zum Parc del Fòrum war.

Donnerstag:

Los ging es für uns direkt zum allseits beliebten Bits-Gelände, wo Griff eine sehr gute Pop-Show ablieferte. Hatten sie ja bereits als Support von Dua Lipa gesehen, aber bei einer kleineren Show kommt ihr Auftritt im Publikum auf jeden Fall noch ein gutes Stück besser an.

Mussten dann leider verfrüht schon wieder abhauen, weil ich unbedingt Jay Electronica sehen wollte. Meine Freundin sollte mir diese Entscheidung noch einige Male vorhalten, denn das war mit Abstand der verrückteste Auftritt des Wochenendes. Genau genommen wahrscheinlich auch der schlechteste, aber es gab Entertainment der anderen Sorte. Für alle, die ihn nicht kennen: Jay ist ein US-Rapper, der 2010 nach nur zwei bekannten Songs bei Jay-Zs Roc Nation gesignt wurde, dann 10 Jahre abgesehen von ein paar Feature-Parts keinen einzigen Song veröffentlicht hat, nur um 2020 dann ohne irgendwelche Promo ein Kollabo-Album mit Jay-Z zu droppen. Was hab ich mich auf den Auftritt gefreut. Hatte sogar auf einen Khruangbin-Gastauftritt gehofft, welche für einen Beat gesamplet werden. Ja, bei US-Rappern sind die Auftritte häufig low effort, aber doch nicht bei Jay. Der ist noch ein "echter Lyriker". Das ist noch "real hip-hop". Tja, weit gefehlt.
Fangen wir mit dem Musikalischen an: Aus den Boxen liefen die Originalsongs mit komplettem Vollplayback. Darüber rappte Jay dann, wenn er Lust dazu hatte, seine Texte. Wobei "rappen" das falsche Wort ist. Seine ruhige Vortragsweise ist live einem anstrengenden Shouten gewichen. Eine besondere Glanzleistung war es auch, dass Songs mit fremden Feature-Parts in keinster Weise gecuttet waren. Man hätte z. B. den Westside Gunn-Track "Free Kutter" einfach mit Jays zweiter Strophe erst einfaden können. Nein, der komplette Track wird gespielt, sodass man sich erstmal 1,5 Minuten Gunns erste Strophe vom Band anhören muss, bis Jay seine Strophe rappt. Genauso war es natürlich auch mit den Jay-Z-Parts der aktuellen Songs. Vermutlich auch der Grund, wieso Kanyes "Jesus Lord" nicht gespielt wurde. Da hätte man ja knapp 5 Minuten bis zu Jays Part warten müssen. Wieso man bei so viel Downtime dann noch ein 2-minütiges Spoken-Word-Intro von Louis Farrakhan, des Führers der Nation of Islam, spielen muss? Ich habe keine Ahnung.
Nun zum Auftritt selbst: Jay kommt auf die Bühne, hat nach 2 Minuten keinen Bock mehr auf die Bühne und geht ins Publikum, spielt dort 2 Songs, geht wieder auf die Bühne, schmeißt seinen Hut und NOI-Mantel sowie ein Walkie-Talkie ins Publikum, fragt das Publikum hintereinander, wer aktuell auf Weed, MDMA und Kokain ist. BARCELOONA BARCELOONA!!! Shout out J Dilla. Jay will, dass die Leute zu ihm auf die Bühne kommen. Barrikaden werden gestürmt, komplette Bühne ist überfüllt mit Leuten, nächster Song wird eine Minute gespielt, danach wird Jays Mikro abgedreht. Auftritt ist zunächst abgebrochen, alle Leute müssen wieder runter. Zeit vergeht, Security sucht die Bühne nach gefährlichen Gegenständen ab. Jay klatscht zum Dank ein paar Securitys ab, nur um im Anschluss den gleichen Security zu beleidigen ("if I see you near me again I'mma punch your fuckin' face"). Jay schmeißt Bühnenequipment und ein Mikro ins Publikum (bin mir ziemlich sicher, dass das Mikro an einer Person abgeprallt ist). BARCELOONA BARCELOONA! Jay geht wieder ab ins Publikum, spielt "Exhibit C", geht wieder auf die Bühne, rappt die letzten 30 Sekunden a cappella, schmeißt ein zweites Walkie-Talkie und ein zweites Mikro ins Publikum und verlässt die Bühne 20 Minuten vor Ende der angekündigten Zeit. Das ganze Set hat inklusive Playback-Songs und Konzertabbruch ne halbe Stunde gedauert. Einfach nur wow...

Nach einer Essenspause ging es für 2 Songs zu Slowdive. Hier hat der Vibe aber für mich nicht gestimmt und das Mikro von Rachel war entweder defekt oder zumindest unfassbar leise. Also ab nach Mordor für ein paar Interpol-Songs und einen guten Spot für Gorillaz. Heftige Menschenmenge, sehr viele Briten, ziemliches Gedränge. Stimmung für Interpol war überhaupt nicht vorhanden. Obwohl wir früh da waren, standen wir echt weit von der Bühne weg und es ging nichts mehr. Im Nachhinein war der Spot sehr schlecht gewählt, da es genau das Bottleneck zu FOH und VIP-Bühne war, wo sich einfach dauerhaft Menschen an einem vorbeiquetschen wollten. Wir haben es 4 Songs in dem Gedränge ausgehalten, aber irgendwann wurde es uns zu viel. Stimmung war zu dem Zeitpunkt auch keine vorhanden. Standen dann links relativ weit hinten, wo es auch sehr voll war, man vom Sound jedoch gar nichts mehr mitbekommen hat. Haben uns dann hinter FOH positioniert und den restlichen Auftritt über den Monitor verfolgt. Abgesehen von den Hits war keine Stimmung im Publikum, gerade der "Plastic Beach"-Mittelteil hat überhaupt nicht funktioniert. Dazu noch ein bisschen Setlist-Pech (viele "Demon Days"-Songs gestrichen und "Désolé" vom ersten Wochenende war auch nicht mehr dabei). War für mich im Endeffekt der schlechteste Auftritt des Wochenendes und wir waren erst mal ziemlich unterwältigt von der Hauptbühnen-Situation. Wenn man das Gelände etwas besser kennt, hätte man jedoch auch einen besseren Spot finden können.

Dua Lipa haben wir dann ebenfalls nur über den Bildschirm verfolgt, aber hier haben wenigstens die Hits gestimmt. Die Show war im Vergleich zur Solo-Tour natürlich abgespeckter, aber die Leute hatten ziemlich Spaß. Haben leider das Angèle-Duett knapp verpasst, weil wir nochmal den Weg zu Bits auf uns nehmen mussten...

... denn dort wartete Charli XCX und entschädigte uns für die teilweise etwas mäßigen Auftritte des Tages. Was für eine Show! Was für eine Power! Was für ein Publikum! Bester Auftritt des Tages mit Abstand. Alleine diese aufwändigen Dance-Choreographien waren schon der absolute Hammer. Für mich verständlich, dass dafür auch der Playback-Anteil etwas hochgefahren werden musste. Ihrer Stimme hat man die vorherige Erkältung jedoch mMn nicht mehr angehört. Der Anteil an neuen Songs war erwartungsgemäß sehr hoch, was man aufgrund des 1-Stunden-Slots auch gemerkt hat. Ich kam jedoch voll auf meine Kosten. Alleine schon das Intro-Triple aus "Lightning", "Gone" und "Move Me"... einfach nur krass. Später noch ein komplett ausrastendes Publikum zu "Vroom Vroom". Genau darauf hab ich mich seit 2019 gefreut (damals noch mit Mad Cool-Ticket im Gepäck) und meine Erwartungen wurden nur noch übertroffen. Ganz ganz toll!

Sind im Anschluss nochmal rüber zur Cupra-Stage, um noch ein wenig Bicep mitzunehmen. Sah mit den Visuals schon sehr beeindruckend aus und ich liebe die Songs auch, aber meine Energie war komplett hinüber und zum Tanzen war es teilweise auch etwas zu voll. Will mir gar nicht vorstellen, wie das ausgesehen hätte, wenn man 2manydj's nicht noch kurzfristig parallel gelegt hätte. Haben dann nach einigen Liedern erschöpft, aber glücklich den Heimweg angetreten.

Freitag:

Nachdem wir mit den Hauptbühnen am Vortag keine guten Erfahrungen gemacht hatten, beschlossen wir, diesmal frühzeitig da zu sein. So stand außerplanmäßig dann auch Brittany Howard auf unserem Plan. Gespielt wurden Songs ihrer Solo-Platte sowie drei Cover von Funkadelic, Jackie Wilson und Nina Simone. Die Cover waren für mich die klaren Highlights, von denen ich mir gerne noch mehr gewünscht hätte. Ihre eigenen Songs gingen, von dem Hit "Stay High" mal abgesehen nicht ganz so an mich, verließen aber hin und wieder auch mal den Neo-Soul/R&B-Pfad in drifteten jazzigere Gefilde ab. Zum Reinkommen in den Tag auf jeden Fall ein nettes Konzert.

Das Tageshighlight lieferte im Anschluss Lorde ab. Im Gegensatz zu unseren Befürchtungen war vor der Bühne noch massig Platz und erst kurz vor Konzertbeginn füllten sich die Reihen. So stand wir unbeabsichtigt viel weiter vorne als geplant und waren umgeben von lauter Lorde-Ultras, die jede einzelne Textzeile lauthals mitsangen. Hab mich als Gelegenheits-Fan fast etwas schuldig gefühlt. Highlight waren auf jeden Fall die "Melodrama"-Songs (bei "Liability" hab ich schon etwas Gänsehaut bekommen) sowie "Mood Ring" als für mich mittlerweile klar bester Song der aktuellen Platte. Dass sich drehende Bühnenbild sowie die reduzierte Choreographie haben sich sehr schon in den Auftritt eingefügt und das Bananarama-Cover zu "Cruel Summer" kam dann zwar sehr überraschend, aber auch ziemlich passend. Das war wirklich verdammt gut!

The Strokes haben wir im Anschluss wieder von weiter hinten gesehen und ich muss sagen, dass der Auftritt für mich als jemanden, der nie wirklich The Strokes gehört hat, viel Spaß gemacht hat. Überall waren tanzende Leute, die von der ersten bis zur letzten Platte die Songs ziemlich abgefeiert haben. Julian war auch gesanglich gut aufgelegt. Selbst der Kopfstimmen-Part bei "The Adults Are Talking" hat gesessen. Sein Dummgelaber zwischen den Songs musste man jedoch ausblenden können, was zugegebenermaßen nicht immer ganz einfach war. Und die Tatsache, dass "Eternal Summer" nicht gespielt wurde, hat mich schon etwas traurig gemacht. Aber ansonsten war das eine ziemlich runde Sache und die Stimmung im Publikum glänzend.

Etwas ambivalenter war mein Eindruck bei M.I.A.. Das lag jedoch zunächst daran, dass ihre Visuals auch auf sämtlichen anderen Screens abgespielt wurden, sodass man aus unserer Position vom Bühnengeschehen überhaupt nichts mitbekommen hat. Das wurde dann irgendwann behoben, dann wieder rückgängig gemacht und am Ende wieder behoben. Mir hat es ansonsten ganz gut gefallen, um mich herum war das Publikum abseits der Hits jedoch eher verhalten. Zum Ende hin wurde noch ein Chor auf die Bühne geholt, der Teil ihres 'spiritual awakenings' darstellen soll und auch im Rahmen von drei neueren Songs zum Einsatz kam. Bin gespannt, ob ihr damit nochmal ein großer Wurf gelingt. Politische Sprengkraft hatte ich bei den Songs jetzt eher weniger wahrgenommen.

Den Tagesabschluss lieferte dann Remi Wolf. Ihren funkigen Pop-Sound mag ich ja total gerne und freue mich, dass sie ihren Songs immer noch eine gute Portion Edginess bewahrt. Zwei der großen Highlights am Anfang habe ich leider direkt verpasst, der Rest des Sets hat dennoch sehr viel Spaß gemacht. U. a. gab es noch Cover von "Electric Feel" und "Crazy" sowie einen Rollentausch mit ihrem Drummer, der dann einen Fantasiesong mit Texten auf seinem Smartphone singen musste. War schon alles ganz unterhaltsam, ABER: Remi hat teilweise wirklich unglaublich schief gesungen und irgendwann wurde es so deutlich, dass man das nicht mehr ignorieren konnte. Das hat mich extrem gewundert, da sie ja auch mal Teilnehmerin bei American Idol war. Ursache war aber glaube ich, dass sie immer wild auf der Bühne hin- und hergesprungen ist und Quatsch gemacht hat. Soll sie auch gerne machen, aber ein wenig mehr Fokus auf den Gesang würde ihr schon gut tun. Wenn sie mal etwas weniger flippig unterwegs war, wurde der Gesang schlagartig besser. Aber insgesamt schon ein cooler Abschluss mit einer charismatischen Sängerin.

Samstag:

Diesmal haben wir uns endlich mal früher aufs Gelände getraut und diese Entscheidung sollte sich als goldrichtig erweisen. Genesis Owusu hat um 17 Uhr einen unglaublichen Abriss vor verhältnismäßig kleiner Crowd veranstaltet. Sein Genre-Mix aus Alternative Hip-Hop, R&B und 80s-Pop war so unglaublich vielseitig, dass vermutlich jede Person im Publikum einen anderen Lieblingssong hatte. Was für eine krasse Performance. Schade, dass er live (noch?) nicht mit kompletter Band unterwegs. Das hätte das Ganze nochmal auf ein anderes Level gehoben. Dennoch waren die drei Tänzer um ihn rum ziemliche Stimmungsgaranten und haben die Energie gut hochgehalten, wozu auch gehört, ins Publikum zu springen, um dort erst mal einen Moshpit anzuzünden. Unglaublich krasser Auftritt. Würde ich mir jederzeit wieder gönnen.

Im Anschluss wurden wir dann zu Angel Bat Dawid mitgeschleift. Bin kein großer Jazz-Hörer und sobald es zu free-jazzig/experimentell wird, bin ich eher raus. Der Auftritt ging für mich in letztere Richtung, sodass wir irgendwann zu Renaldo & Clara geflüchtet sind, deren entspannter Indie-Pop zum Seele baumeln mit Blick aufs Meer eher taugte.

Spontan ging es dann auch noch zu The Weather Station und wir waren ziemlich überwältigt. Ich hatte die "Ignorance"-Platte gehört und die Art-Chamber-Pop hatte mir auf ein paar Songs ganz gut gefallen, aber live kam das einfach unglaublich geil. Ruckzuck war ich in den Songs komplett drin und wurde nur ab und an von dem nervigen Boiler Room direkt nebenan rausgeholt, deren Positionierung von der Sängerin auch an einer Stelle entsprechend kommentiert wurde. DIE Überraschung des Wochenendes. Muss die Band auf jeden Fall weiterhin auf dem Schirm behalten.

Danach ging es zum Geburtstagskonzert von Jorja Smith. Ich liebe ihre Stimme, ich liebe ihre Songs, vor allem die des Debüts und live klangen die Nummern großartig. Kam im Publikum und auch bei uns rundum gut an.
Gleiches kann ich im Falle der Yeah Yeah Yeahs nicht behaupten. Wer sein Set nach so langer Live-Pause erst mal mit Deep-Cuts und komplett neuen, teilweise noch unbekannten Songs beginnt, muss sich seiner Sache schon sehr sicher an. Für mich ging die Nummer ziemlich in die Hose. Die-Hard-Fans vorne sahen das vielleicht anders, um uns herum war im Publikum überhaupt keine Stimmung vorhanden. Mit "Zero" kam der erste Hit erst an sechster Stelle. Als danach dann der dritte neue Song angespielt wurde, war meine Geduld am Ende und wir sind gegangen. Klar, ein paar Hits kamen danach noch, aber so ein schlechtes Set-Pacing kann man bei einem Headliner schon mal kritisieren.

Im Endeffekt war die Entscheidung goldrichtig, denn Fred again.. lieferte für mich die emotionalste Show des Wochenendes. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass die beiden Platten für mich so eng mit der Pandemie und einigen sehr schwierigen Tagen und Wochen verbunden sind. Wenn dann auf einmal ein Song wie "Angie (I've Been Lost)" kommt, dann triggert das einfach nochmal ganz andere Emotionen. Ich war an einer Stelle echt kurz davor loszuflennen, wenn nicht ein kurzer Stimmungs-Shift von den "Actual-Life"-Song zu clubbigeren Rap-Remixes gekommen wäre. Immer wieder beeindruckend, zu was Musik alles so in der Lage ist. Das Konzept mit den eingeblendeten Videosample-Quellen, welche für die Songs verwendet wurden, ist richtig cool und man nimmt Fred die Überwältigung vom euphorischen Feedback der Leute einfach total ab. Leider waren als Spielzeit nur 50 Minuten angesetzt. Hätte ich mir noch locker doppelt so lange ansehen können. Ganz großes Highlight des Wochenendes!

Ich hatte bereits gelesen, dass Tame Impala am ersten Wochenende einer DER Publikumsmagneten und die Hauptbühnen ziemlich überfüllt waren. Schon beim Verlassen der Yeah Yeah Yeahs sind uns Scharen von Menschen entgegen gekommen und auf ein erneutes Gedränge hatten wir keine Lust, sodass wir uns stattdessen entspannt auf der Wiese der Binance-Stage hingesessen und Angèle gelauscht haben. Ich kannte (von der Dua-Kollabo abgesehen) überhaupt keine Songs von ihr und fand es mutig, sie parallel zu Tame Impala zu platzieren, aber habe ihren Bekanntheitsgrad ziemlich unterschätzt, da es ziemlich voll war, sodass die Security sogar den Zuschauerbereich vor der Bühne absperren musste, um eine Überfüllung zu vermeiden. War wohl eine Lehre, die man vom ersten Wochenende gezogen hat, als es bei Sharon van Etten sehr ungemütlich war. Auf jeden Fall top, dass man hier entsprechend reagiert hat. Von Angèle gab es eine richtig gute Pop-Show inkl. Tanzeinlagen und starke Ansagen Richtung LGBTQ. Muss bei ihrer Musik auf jeden Fall mal mehr reinhören.

Krönender Abschluss des Festivals war dann Jessie Ware und wow, war das stark. Es gab keine Band, nur Jessie, ihre Tänzer und die wundervollen Disco-Songs ihres aktuellen Albums "What's Your Pleasure". Das ganze Publikum hat mitgetanzt und mitgesungen, die Stimmung war super lieb. Zu erwähnen wäre noch, dass ich mich als Hetero-Mann im Publikum glaube ich noch nie so sehr in der Minderheit gefühlt habe. Noch mehr als bei Charli waren um mich herum eigentlich nur schwule Männer, die offensichtlich die Zeit ihres Lebens hatten und ich finde es einfach richtig toll, dass ein Festival wie das Primavera für diese Communities ein Anlaufpunkt ist. Da die Euphorie nach diesem saustarken Konzert auf dem absoluten Höhepunkt war, haben wir mit dieser schönen Erinnerung für uns den Festivalabschluss eingeläutet.

Fazit:
Es war ein wirklich tolles Festival, was vor allem mit seinem sehr diversen Line-up glänzt und uns so einige wirklich großartige Konzerte beschert hat; und das, obwohl wir einige Teil-Bereiche des Festivalprogramms gar nicht wahrgenommen haben (das gesamte DJ-Programm, die Metal-Bands auf der Ouigo-Stage, usw.). Viele Grüße auch nochmal an alle Forums-Menschen, die wir zwischendurch mal treffen durften, wenn auch meist viel zu kurz. Organisatorisch kann ich – vom Soundclash von Plentitude-Stage und Boiler-Room abgesehen – ebenfalls kaum meckern und mit ein wenig Erfahrung konnte man auch mit den Menschenmassen an den Hauptbühnen vernünftig umgehen. Den stärkeren Pop-Fokus am zweiten Wochenende habe ich als große Bereicherung des Programms wahrgenommen und hoffe, dass man diesen auch für 2023 beibehält. Für ein Early-Bird-Ticket hat unsere Euphorie dann doch nicht ausgereicht, zumal das Maifeld Derby bei uns ebenfalls auf dem Plan steht. Bei entsprechendem Line-up wären wir jedoch auf jeden Fall bereit, wieder nach Barcelona zurückzukehren.

Edit: In einen Spoiler packe ich noch ein paar Eindrücke zu den organisatorischen Kritikpunkten, die ja gerade nach dem Donnerstag an WE 1 im Netz zuhauf zu lesen war.


- App(s): Ja, die Installation von 3 Apps nur für dieses Festival war etwas nervig, aber letztendlich hat die Übertragung in die AccessTicket-App problemlos funktioniert und der Ablauf des Einlasses war so zügig funktioniert wie noch auf keinem anderen Festival. Ich musste nie auch nur eine Sekunde am Eingang warten.

- Trinken: Ja, das Bar-Personal war nicht vernünftig geschult und Bier wurde auch nie vorab gezapft. Dennoch liefen die Bestellungen zu 95 % super zügig ab, wenn man sich eine weniger besuchte Theke herausgesucht und vielleicht nicht den aller ungünstigsten Zeitpunkt (Bandwechsel auf den Hauptbühnen) gewählt hat. Meistens standen die Leute sogar brav in Schlangen, sodass noch nicht einmal die Gefahr bestand, dass an einem vorbei bedient wird. Gab auch noch ein paar Estrella-Selbstzapfanlagen, an denen auch nie viel los war und wo es (nach App herunterladen und registrieren) nochmal deutlich günstiger war als an den normalen Theken.
- Essen: War teuer (genauso wie die Getränke), aber super lecker. Gab auch dutzende vegetarische Alternativen (vegane bestimmt auch, hab ich nicht so sehr drauf geachtet) und die Wartezeiten waren nicht der Rede wert bzw. nicht vorhanden. Habe ich bislang auf keinem Festival so gut erlebt.
- Trinkwasser: Wenn es auf dem Gelände Schlangen gab, dann an den Trinkwasserstellen. Mich haben diese immer abgeschreckt, auch wenn es angeblich wohl recht schnell ging. Sind dann doch immer an die Theken ausgewichen. Also bitte für künftige Ausgaben gerne aufstocken. Von gratis verteilten Wasserflaschen habe ich nichts mitbekommen, aber vielleicht waren wir auch an den falschen Spots.

- Umwelt/Greenwashing: Hat man sich alles etwas schön geredet. Fängt mit der angeblich guten Klimabilanz der Sponsoren Binance, Cupra & Co. an und hört mit viel zu wenigen Müllcontainern auf. Das Pfandsystem hab ich immer noch nicht so richtig verstanden. Ich weiß nur, dass es für das inflationäre Sammeln von Bechern keine Incentives gab, sodass das auch niemand gemacht hat. Auf Wasser aus Alu-Dosen wurde überhaupt kein Pfand erhoben wurde. Positiv kann man erwähnen, dass die zurückgegebenen Becher an den Theken in der Regel auch für die neu bestellten Getränken genutzt wurden. Etwas übertrieben hat es jedoch ein mobiler Verkäufer mit Bierrucksack, der, als ihm seine Bechern ausgingen, einfach verdreckte Becher vom Boden aufgehoben und für den weiteren Verkauf verwendet hat.
- Toiletten: War ziemlich easy. Selbst Frauen mussten meistens gar nicht oder wirklich nur sehr kurz warten. Wenn man das Gelände etwas besser kannte, war es auch nicht schwierig, die eher weniger frequentierten Toiletten auszumachen. Laut meiner Freundin waren die Kabinen wohl auch ziemlich sauber. Seife und Desinfektionszeug waren leider meistens leer.

- Nebenbühnen: Die längste Schlange auf dem Gelände habe ich noch vergessen und das war die des Boiler Rooms. Die Bühne MUSS umplatziert werden, um Sound-Clashes mit der Plenitude-Bühne zu vermeiden. Wenn man sich als Zuschauer ganz rechts positioniert hat, konnte man das Schlimmste noch vermeiden, aber das war nicht immer möglich und die Artists waren auch oft sehr irritiert. Wenn es sich beim Boiler Room um so einen Publikumsmagnet handelt, wieso dann nicht diesen im tendenziell eher weniger besuchten Bits-Bereich unterbringen? Das würde nochmal mehr Leute dorthin locken. Ansonsten haben mir die meisten Bühnen gefallen, sowohl was Zugänglichkeit, Positionierung, Bühnensicht und Ausblick angeht. Besonders toll war der großzügige abschüssige Sitzbereich der Binance-Stage.
- Bits-Area: Ja, der Weg dorthin könnte (für Nicht-VIPs) kürzer sein und für Fans von schnellen Bühnenwechseln fällt die Area wohl komplett flach. Insgesamt lief sich der Weg aber relativ flott. Man hat sich zudem der Kritik angenommen und z. B. mit der Verlegung von 2manydjs versucht, den Bereich für die Besucher:innen attraktiver zu machen (auch wenn die Überschneidung mit Bicep dann einige gewurmt hat). Der Rückweg von Bits zum großen Gelände war aufgrund der Treppen etwas anstrengender, zumal die Unterführung auch ein kleines Bottleneck war. Ich hoffe, dass man sich mit dem Hafen-Betreiber einigen kann, sodass die eigentliche Brücke wieder von allen genutzt werden kann.

- VIP: Mir fehlt der Vergleich zum Vorjahr, aber im Netz haben sich diverse VIP-Ticketinhaber:innen über zu wenige Benefits beschwert. Auch wenn ich das aus Nicht-VIP-Perspektive z. T. nachvollziehen kann, muss ich sagen, dass ich sehr froh darüber bin, dass es keine VIP-exklusiven FOS-Bereiche vor den beiden Hauptbühnen mehr gibt. VIP-Tickets sollten das Festival für deren Käufer:innen angenehmer und vielleicht auch luxuriöser gestalten, aber "normale" Besucher:innen sollten keine Nachteile dadurch erfahren. Die neue VIP-Bühne vor den beiden Hauptbühnen hat jedoch niemandem etwas gebracht. Für VIPs war sie zu weit hinten platziert und bot keine attraktivere Sicht auf die Bühne. Für normale Leute war sie ein riesiges Sichthindernis auf die Bühne und sorgte gerade bei den gut besuchten Heads auf der linken Seite für ein ziemlich fettes Bottleneck. Daher bitte die VIP-Bühne mit ordentlicher Erhöhung auf die rechte Seite stellen, mit ausreichenden Toiletten und Thekenpersonal ausstatten und meinetwegen noch Premium-Food/Drinks anbieten, die es sonst auf dem Gelände nicht gibt. Genauso wird es beim Graspop, ebenfalls mit parallelen Hauptbühnen, gemacht und da wird das Angebot ausgesprochen gut angenommen.

- Hauptbühnen: Am liebsten sind mir natürlich auch die Festivals, bei denen ich entspannt kurz vor jedem Act noch einen guten Platz ergattern kann. Beim Graspop ist das z. B. so, aber die haben auch einen höheren Altersschnitt, wo es sich viele Leute auch gerne weiter hinten gemütlich machen. Beim WE 2 war das Publikum dem Booking entsprechend jedoch sehr jung und das zugkräftigste Parallelprogramm der Welt verhindert nicht, dass sehr viele Menschen Acts wie Dua Lipa, Tame Impala und Gorillaz sehen möchten und es vor der Bühne voll wird. Eine Gefahr für Leib und Leben habe ich hier jedoch nie erlebt. Ein wenig unangenehm war es für uns lediglich bei den Gorillaz, wo es schon etwas eng war und wo vor allem dem Publikumsaustausch sowohl nach vorne als auch nach hinten wenig Spielraum geboten wurde. Ob hier Wellenbrecher (nach hinten oder zwischen beiden Bühnen) etwas bringen würden? Ich weiß ja nicht. Bei uns hätten die nix gebracht, dafür standen wir noch zu weit hinten. Ich glaube, die Verfrachtung der zentral platzierten VIP-Bühne an die Seite würde hier am meisten helfen, weil sie das Schauen von weiter hinten wesentlich attraktiver machen würde. Wenn es dann noch möglich wäre, den Hauptbühnen-Bereich hinten zu beiden Seiten verlassen zu können, dann sehe ich hier eigentlich gar keine Probleme mehr. Die gegenüberliegenden Bühnen aus den Vojahren würden bestimmt für mehr Publikumsbewegung sorgen. Auf der anderen Seite ist so ein Doppelbühnen-Konzept schon ganz nice und wurde bereits auf so vielen Festivals erfolgreich umgesetzt. Das schafft das Primavera bestimmt auch noch. Weniger Publikum wäre natürlich auch nett, aber mit dem Fokus auf die ganz großen Heads glaube ich nicht so recht daran. Ist halt immer noch ein Major-Festival.
- Sound: Ist hier interessanterweise erstaunlich gut weggekommen. In den meisten Fällen war ich auch vollauf zufrieden, aber gerade an den Hauptbühnen kam es mMn etwas zu häufig vor, dass man beim ersten Song überhaupt keinen Gesang gehört hat, was dann ab dem zweiten Song gefixt wurde. Dua Lipa war dagegen konstant zu leise. Bei Standpunkten weit außen kam von den Lautsprechern auch nicht mehr viel an, da die Front-Speaker zu weit entfernt waren und die Back-Speaker hinter dem VIP-Deck zu wenig nach außen geneigt waren. Daher also besser auch weiter hinten noch einmal äußere Speaker aufstellen.

- People: Die meisten Personen waren super entspannt und gut drauf und die Stimmung bei fast allen Gigs war ausgezeichnet. Hab mich natürlich insbesondere gefreut, ein paar Leute aus diesem Forum zu treffen, auch wenn die Begegnungen viel zu selten und meistens viel zu kurz waren. Influencer:innen konnte ich gut ignorieren und sonstigen Stress hatte ich vor Ort nie. Da sich hier öfters über laut quatschende Spanier beschwert wurde: Die Personen, die mir diesbezüglich unangenehm aufgefallen sind, waren so gut wie immer Briten. Ansonsten ein paar Teenies, die ihren Alkoholkonsum falsch eingeschätzt haben und Leute, die meinen, sich in zu engem Gedränge Kippen anzünden zu müssen. Das Übliche halt.

- Primavera a la Ciutat: Konnte sich im Prinzip jede:r vorher denken, dass die Konzerte mit theoretischen Besuchern von zwei kompletten Wochenenden völlig überlaufen sein werden, aber die Ausmaße haben wohl einige Anwesende doch etwas erstaunt. Ich bin generell kein Fan solcher Ansteh-Gigs. Die Ungewissheit, ob ich nach mehreren Stunden Warterei tatsächlich reinkomme, würde mich komplett fertig machen. Für mehr Unmut sorgte jedoch die Tatsache, dass eben kein first come first serve galt, sondern DICE-Ticket > VIP-Ticket > Ticket WE 1&2 > Ticket WE 1 oder 2. Mindestens die Unterscheidung der letzten beiden Kategorien hätte man sich auf jeden Fall sparen können, zumal das meine ich auch nicht von Anfang an so klar kommuniziert war. Damit hätte man einigen Leuten eine Menge Frust erspart. Beruht jedoch alles nur auf Hören-Sagen. Live habe ich mir dieses Warteschlange-Schauspiel nie gegeben. So ganz ist mir das Konzept dieser Gigs auch noch nicht klar. Will man intime Zusatz-Gigs von Festival-Acts für Fan-Ultras? Will man exklusive Bonus-Gigs von Nicht-Festival-Acts? Will man die Venues vor Ort promoten? Will man den Locals, die sich kein Festivalticket leisten können, ebenfalls den Zugang zu Konzerten ermöglichen? Ich finde, man sollte sich überlegen, was man mit dem Programm unter der Woche eigentlich erreichen will und dann die Organisation darauf ausrichten.
- Brunch at the Beach: Auch hier hätte man sich vorher denken können, dass für die 10 Acts vermutlich nicht das komplette Festivalgelände geöffnet wird. Dennoch hätte hier eine entsprechende Kommunikation nicht geschadet. Dass dann von den Behörden kurzfristig eine offizielle Zulassungsbeschränkung verlangt wurde, war natürlich blöd. Dennoch wären auch hier genug Zeit vorhanden gewesen, das zu kommunizieren, anstatt einfach zu einer Zeit, wo die meisten noch schlafen, ohne Vorwarnung einen Registrierungsprozess freizuschalten, der dann ruckzuck ausverkauft ist. Uns hat es nicht betroffen, da wir eh nicht hinwollten, aber ich verstehe den Ärger vieler Leute. Immerhin hat man sich mit den kurzfristig anberaumten Club-Gigs um Schadensbegrenzung bemüht.

- Kommunikation/Organisation: Abgesehen von den bereits angesprochenen Punkten und dem vermutlich zurecht kritisierten WE 1-Donnerstag war es meiner Meinung nach in Ordnung. Für Massive Attack hätte auch ich mir einen Ersatz gewünscht (muss noch nicht mal gleichwertig sein). Scheint wohl dieses Jahr eine angespannte Situation auf dem Booking-Markt gewesen zu sein. Ansonsten haben mich eigentlich nur die ständigen Timetable-Anpassungen genervt. Die sind natürlich verständlich, wenn Acts super kurzfristig absagen, aber gefühlt wurde da ständig dran rumgebastelt. Hier mal alle Pausen auf den Hauptbühnen von 5 auf 15 Minuten erhöht. Gorillaz spontan doch 15 Minuten früher, Shellac und Sky Ferreira tauschen Slots usw. Alles kein Ding, wenn es dafür gute Gründe gibt, aber bitte haut doch einfach bei so etwas mal eine Info raus. Auf dem Gelände war meistens gutes Internet, sodass solche Updates auf sehr vielen Smartphones angekommen wären. Ansonsten noch Probs, dass die Kritik mit der Überfüllung der Binance-Stage angenommen wurde. Bei Angèle am Samstag standen dort auf beiden Seiten Ordner mit Absperrband und haben den Publikumsbereich vor Überfüllung geschützt.

Letztendlich muss man sagen, dass die meisten der im Internet geäußerten Kritikpunkte insb. vom ersten Donnerstag für mich während des zweiten Wochenendes schlichtweg nicht mehr vorhanden waren. Ich hatte nach den ersten Berichten in Foren und auf Social Media sehr große Bedenken bzgl. des Festival-Ablaufs und hab mich da sehr verrückt machen lassen. Man muss einfach bedenken, dass gerade auf Social Media sehr viel übertrieben wird. Fyre-Festival-Vergleiche werden so inflationär gedroppt, dass ich diese wirklich nicht mehr ernst nehmen kann. Ich denke, ein Großteil der auf den Donnerstag bezogenen Kritik war vermutlich gerechtfertigt und es wäre natürlich schöner gewesen, wenn von Anfang an alles glatt gelaufen wäre. Aber die Kritik wurde angenommen und innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Maßnahmen ergriffen, sodass sowohl ich als auch die meisten anderen Besucher:innen am Ende hoffentlich eine schöne Zeit hatten.

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tschenneckgefällt das
defpro

defpro hat kommentiert

13.05.2022 15:34 Uhr

Hier noch mein Bericht zum gestrigen Konzert in der LANXESS-Arena in Köln. War ursprünglich 2019 ein Weihnachtsgeschenk für meine Freundin, die ein großer Fan ist. Seitdem wurde das Konzert noch 3 weitere Male nach hinten verschoben und ich war froh, dass es gestern endlich soweit war. Zum damaligen VVK-Start war das künftige Standing von Dua als eine der erfolgreichsten Künstlerinnen der letzten Jahre noch nicht absehbar. Daher waren die Tickets mit 74 € auch noch verhältnismäßig günstig, FOS und sonstige Premium-Tickets (abgesehen von Meet & Greet) gab es nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass das auf der nächsten Tour anders aussehen wird. Die Konzerte haben sich anfangs auch eher schleppend verkauft. Erst als "Future Nostalgia" ein Dauerbrenner wurde, haben nach und nach alle Städte Sold Out gemeldet. Für mich war es auch das größte Indoor-Konzert bisher und schon alleine deswegen eine spannende Erfahrung.

Zunächst jedoch ein paar Kritikpunkte an der LANXESS-Arena selbst:
Ich weiß, dass ich in einer Bubble lebe und die Präsenz des Themas vegetarische/vegane Ernährung im gesellschaftlichen Mainstream noch nicht so stark vorhanden ist. Dennoch könnte man bei ~10 % Vegetarier-Anteil ja mal drüber nachdenken, das Essensangebot in der Halle auch für diese Zielgruppe etwas auszubauen. Ich bin ja wirklich nicht wählerisch, aber etwas mehr als Pizza Margherita, Pommes und Brezel sollte da doch schon drin sein.
Mittelprächtig organisiert war auch die Ausfahrt aus dem Parkhaus. Ich hatte bei so vielen zeitgleich abreisenden Menschen schon mit etwas Wartezeit kalkuliert, aber nachdem ich mich nach einer Stunde immer noch keinen Meter vom Fleck bewegt hatte, war ich doch schon etwas frustriert, da offensichtlich alle unteren Stockwerke zuerst rausgelassen wurden, unabhängig davon, wann sich die Autos in der Schlange eingereiht hatten. Da hilft es dann auch nichts, im Vorfeld offensiv dafür zu werben, einen Parkhaus-Festpreis von 6 € zu zahlen, wenn am Ende eh alle Schranken offen sind, da zwischen Bezahlen und Rausfahren im Schnitt 1,5 Stunden lagen. Naja, mir war es eine Lehre: Beim nächsten Mal wirds dann doch wieder die Bahn. Trotz sehr bescheidener Verbindung wäre ich dort vermutlich schneller, stressfreier und vielleicht auch günstiger daheim gewesen.

Jetzt aber zum eigentlichen Konzert:
Support war die britische Sängerin Griff, die meiner Freundin zufolge wohl auch schon von den hiesigen Radio-Stationen entdeckt wurde. Die Wahl als Support war passend, da sie sich mit ihrem 80s-Pop-Sound in ähnlichen Fahrwassern wie Dua bewegt. War ein sympathischer Auftritt und Songs wie "Head on Fire" sind auch ziemliche Ohrwürmer. Mir kam die Dame etwas nervös vor. Anders lässt es sich nicht erklären, dass sich vor jedem Song nochmal neu mit ihrem Namen vorgestellt hat. Das Publikum hat den Auftritt insgesamt auch gut, wenn auch nicht sonderlich euphorisch aufgenommen. Bei Gelegenheit schau ich beim Primavera nochmal rein.

Dua Lipa hab ich bereits 2017 im Rahmen eines Festivals live gesehen. Damals war das ein ganz wundervoll-entspanntes Pop-Konzert mit ihr, ihrer Band und ohne viel Tamtam. Mittlerweile hat sich die Welt etwas weitergedreht und die Erwartungen an die Show eines Superstars ihres Kalibers sind ganz andere. Diesen Erwartungen könnte man sich zwar auch widersetzen (und ein Teil von mir würde sich das auch wünschen), aber ich kann auch verstehen, dass sie ihren Fans etwas bieten will. Daher bekommt man im Jahr 2022 bei einer Dua Lipa-Show das volle Programm geboten: fette Video-Screens, Stage-Probs, Backup-Sängerinnen, Tänzer*innen, Rollschuh-Performer, Kostümwechsel, ausgefeilte Tanzchoreographien und und und. Das kann für jemanden wie mich, der in dieser Superstar-Pop-Welt sonst eher weniger zu Hause ist, etwas befremdlich und überfordernd sein. Beim ersten Song "Physical" – thematisch passend durch ein 80s-Aerobic-Motto unterstützt – hatte ich noch etwas Probleme, mich auf das lockere Tanzen und Mitsingen einzulassen, aus Angst, etwas auf der Bühne zu verpassen. Das hat sich zum Glück relativ schnell gegeben, sodass ich während des Auftritts eine Menge Spaß hatte.

Auf ein homogenes Setting wurde bei dem Konzert zugunsten einer individuellen Anpassung an jeden einzelnen Song verzichtet, was ja auch Sinn ergibt, da es sich bei "Future Nostalgia" trotz vorherrschender 80s-Ästhetik um keine Konzept-Platte handelt. So gab es muntere Wechsel von Konstümen und Choregraphien zwischen den einzelnen Songs. Bei "We're Good" stand z. B. (in Anlehnung an das Musikvideo) ein aufblasbarer Hummer auf der Bühne, bei "New Rules" wurde mit Regenschirmen, bei "Break Your Heart" mit zerbrechlichen Herzen getanzt. Besonders cool war ein Laufsteg, der weit in den Zuschauerbereich hineinragte, sodass man teilweise ziemlich nah dabei war, auch wenn man etwas weiter hinten stand. Auf besagtem Laufsteg wurde in der zweiten Hälfte des Konzerts ein quadratisches Beleuchtungs-Ungetüm heruntergefahren, um passend zu den Calvin Harris- und Silk City-DJ-Hits "One Kiss" und "Electricity" (einer ihrer besten Songs!) ein wenig Club-Atmosphäre zu erzeugen. Ein weiteres Highlight war, als sich zu "Levitating" aus besagtem Quadrat nochmal eine kleinere Plattform herausgelöst hat, auf der Dua dann – passend zum Songtitel – durch die mit Sternen geschmückte Halle geschwebt ist. Das sah schon ziemlich beeindruckend aus. Auch die Transitions zwischen den einzelnen Kostümwechseln waren ziemlich gut inszeniert. Mal wurden die Background-Sängerinnen, mal die Tänzer*innen in den Vordergrund gestellt, mal gab es eine kleine Showeinlage von den Rollschuh-Performern. Immer gab es etwas zu sehen, sodass die Zeit wie im Flug verging. Lediglich die Band war – von einem kurzen Gitarrensolo abgesehen – eher im Hintergrund vertreten. Auf besonders krasse Lichteffekte wurde weitestgehend verzichtet. Dafür gab es bei "Future Nostalgia" die volle Laser-Bandbreite, während beim Closer "Don't Start Now" natürlich die obligatorische Konfetti-Kanone gezündet wurde.

Beim Lesen der bislang erwähnten Songs fällt schon auf: Fans der ersten Platte (darunter auch ich) könnten evtl. etwas enttäuscht gewesen sein. Neben dem bereits erwähnten "New Rules" wurden diese mit "Be the One" (definitiv auch ein Highlight des Abends) abgespeist. Selbst "IDGAF" wurde nur während einer Transition vom Band abgespielt. Stattdessen gab es die komplette "Future Nostalgia"-Platte sowie zwei dazugehörige Bonus-Tracks auf die Ohren. Dazu kam neben den beiden DJ-Features noch das im letzten Jahr unvermeidbare Elton-John-Cover "Cold Heart und das war es auch schon. Hier hätte ich mir noch etwas mehr Diversität gewünscht, zumal "Boys Will Be Boys" und ganz besonders "Good in Bed" nicht zu ihren besten Songs gehören.

Abgefeiert und laut mitgesungen wurden im Publikum natürlich trotzdem alle Songs. Ja, teilweise hat man sich neben den ganzen Teenies etwas alt gefühlt, ja, manchmal hingen zu viele Handy-Displays im Sichtfeld, aber man lernt doch schnell, sich mit dieser etwas anderen Konzertumgebung zu arrangieren. Erstaunt hat mich auch der doch recht hohe Männeranteil. Habe sogar ein paar Festival- und Band-Shirts erblickt, was auch nochmal verdeutlicht, wie divers die Zielgruppe von Dua Lipa sich doch zusammensetzt.
Alles in allem war es eine gut 90 Minuten dauernde, verdammt gute Pop-Show, die natürlich von vorne bis hinten exakt durchgeplant war und keinen Spielraum für Kreativität oder Improvisationen ließ. Aber für das, was die Show sein wollte, war das schon richtig krass umgesetzt. Ein Teil von mir wartet aber immer noch auf die nächste "Club-Tour".

defpro

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13.05.2022 13:36 Uhr

Gibt es eine schlaue Methode zum Parken bei der LANXESS-Arena, bei der man nicht noch 1,5 Stunden nach Ende des Konzerts im Parkhaus rumsteht? Haben gestern P1 geparkt (Dua Lipa... war sold out) und es war teilweise schon etwas frustrierend, wenn es über eine Stunde lang wirklich keinen Meter weiter geht.

defpro

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04.05.2022 13:23 Uhr

Ich habe 3 Rammstein-Tickets für das Konzert am 31.05. in Zürich abzugeben. Sind ganz normale Stehplatz-Tickets, also keine Feuerzone. Leider kein Verkauf über fanSALE, weil dort nur Schweizer Adressen akzeptiert werden. Umpersonalisierung läuft aber über Ticketcorner.ch (Schweizer Pendant zu Eventim). Würde die Tickets auch einzeln abgeben, falls weniger als 3 Tickets benötigt werden.

Bei Interesse bitte PN an mich

defpro

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04.05.2022 13:22 Uhr·  Bearbeitet·

Ich habe 3 Tickets für das Konzert am 31.05. in Zürich abzugeben. Sind ganz normale Stehplatz-Tickets, also keine Feuerzone. Leider kein Verkauf über fanSALE, weil dort nur Schweizer Adressen akzeptiert werden. Umpersonalisierung läuft aber über Ticketcorner.ch (Schweizer Pendant zu Eventim). Würde die Tickets auch einzeln abgeben, falls weniger als 3 Tickets benötigt werden.

Bei Interesse bitte PN an mich

defpro

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12.04.2022 14:18 Uhr

Ich habe für das Graspop Metal Meeting folgende Tickets abzugeben:
- 1 Combi VIP Ticket (inkl. VIP-Parkticket)
- 1 Comfort Cottage Unterkunft im Devil's Lake für 4 Personen (5 Nächte)

Würde beide Tickets jeweils für etwas unter Originalpreis verkaufen.

defpro

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02.02.2022 12:08 Uhr


Rockender_Altenpfleger schrieb:

Es gab für mich einige sehr coole Neuentdeckungen. The Goon Sax...geht so Richtung Philip Boa.

Zitat


Gern geschehen Bei Phillip Boa werde ich dann auch mal reinhören. Kenne ich bislang nur vom Namen.

defpro

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31.01.2022 16:39 Uhr


Nightmare119 schrieb:


defpro schrieb:


Nightmare119 schrieb:
Bei Verschiebung kann ich das Ticket auch zurückgeben oder? Hab eins für Stuttgart und würd dann lieber nach Frankfurt und Spar mir die Fahrerei

Zitat


Genau das frage ich mich gerade auch. Unter der Woche nach Stuttgart muss echt nicht sein.

Laut Verbraucherzentrale soll eine Rückgabe wohl möglich sein. Allerdings gab es vor 5 Tagen wohl auch ein Gerichtsurteil, was das eher anders sieht.

Ich werde es wohl dennoch mal probieren. Es sei denn, hier hat jemand Interesse an 4 Tickets für Stuttgart

Zitat


Rückabwicklung geht, Mail kam gerade.

Schade um die Verlegung und vermutlich um Lorna Shore (war mein Highlight der Supports) aber keine Fahrerei

Zitat


Nur mal interessehalber: Wurde dir der vollständige Betrag erstattet? Meine Erstattung kam am letzten Freitag und es wurde zu wenig ausgezahlt: 28 € bzw. 20 € Differenz zum Rechnungsbetrag, je nachdem, ob man die Buchungsgebühr mit einrechnet oder nicht.

defpro

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20.01.2022 11:55 Uhr


Nightmare119 schrieb:


defpro schrieb:


Nightmare119 schrieb:
Bei Verschiebung kann ich das Ticket auch zurückgeben oder? Hab eins für Stuttgart und würd dann lieber nach Frankfurt und Spar mir die Fahrerei

Zitat


Genau das frage ich mich gerade auch. Unter der Woche nach Stuttgart muss echt nicht sein.

Laut Verbraucherzentrale soll eine Rückgabe wohl möglich sein. Allerdings gab es vor 5 Tagen wohl auch ein Gerichtsurteil, was das eher anders sieht.

Ich werde es wohl dennoch mal probieren. Es sei denn, hier hat jemand Interesse an 4 Tickets für Stuttgart

Zitat


Rückabwicklung geht, Mail kam gerade.

Zitat


Hier ebenso


Stiflers_Mom schrieb:
Die Festhalle ist doch für große Acts mit das beste, was wir in der Größenordnung haben in Deutschland

Zitat


Bin bei großen Hallen nicht sooo drin (die einzige vergleichbare Halle, die ich kenne, ist die Rudolf Weber-Arena (ex König Pilsener-Arena) in Oberhausen), aber die Festhalle wird doch (u. a. hier) regelmäßig wegen ihres schlechten Sounds kritisiert. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es bei elektronischen Acts generell besser zu laufen scheint (Swedish House Mafia, The Prodigy und The Chemical Brothers waren jeweils top). In anderen Genres hab ich da einen teilweise unzumutbaren Soundbrei erlebt (Slipknot, Public Enemy). Von Sabaton wurde mir auch nur Schlechtes berichtet.

Pandamanngefällt das
defpro

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19.01.2022 15:48 Uhr·  Bearbeitet·


Nightmare119 schrieb:
Bei Verschiebung kann ich das Ticket auch zurückgeben oder? Hab eins für Stuttgart und würd dann lieber nach Frankfurt und Spar mir die Fahrerei

Zitat


Genau das frage ich mich gerade auch. Unter der Woche nach Stuttgart muss echt nicht sein.

Laut Verbraucherzentrale soll eine Rückgabe wohl möglich sein. Allerdings gab es vor 5 Tagen wohl auch ein Gerichtsurteil, was das eher anders sieht.

Ich werde es wohl dennoch mal probieren. Es sei denn, hier hat jemand Interesse an 4 Tickets für Stuttgart

defpro

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13.01.2022 10:50 Uhr


JestersTear schrieb:
Kann mir vorstellen, dass eine Band wie Meute auch einfach auf dem Coachella spielt um auf dem Coachella zu spielen, so der Erfahrung wegen. Wenn das dann auf 0 aufgeht, wird das schon okay sein.
Und Hatsune Miku ist raus

Zitat


Ich denke, unter anderen Umständen hätte man evtl. auch noch andere US-Dates spielen können. Bilderbuch waren ja z. B. letztens auch als Support von Roosevelt auf dessen US-Tour und bei denen hätte ich jetzt die internationale Bekanntheit noch deutlich geringer eingeschätzt als bei Meute. Mit den ganzen Verlegungen und Absagen aufgrund unterschiedlicher COVID-Richtlinien war das wohl logistisch jetzt nicht anders möglich, sodass es bei den beiden Auftritten bleibt.

KillTimEngagegefällt das
defpro

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02.01.2022 17:06 Uhr·  Bearbeitet·

1. Turnstile - GLOW ON
Muss man glaube ich nicht mehr so viel zu schreiben. Hätte nicht gedacht, dass ich hier im Forum mal wieder so gut im Konsens liege. Diese Platte hat im Alleingang meine Hoffnung auf die baldige Rückkehr der Live-Musik aufrecht erhalten und mich aus ein paar echt schwierigen Phasen in diesem Jahr rausgeholt.

2. Wolf Alice - Blue Weekend
Nach der vergessenswerten zweiten Platte hier wieder eine Rückkehr zu alter Form bzw. geht sie sogar noch über das großartige Debüt hinaus. Wie hier die unterschiedlichsten Stile in ein stimmungsvolles Gesamtkonzept gepackt werden, ist einfach herausragend. Nach jedem Hören haben sich noch mehr Songs erschlossen. Nur "Play the Greatest Hits" hätten sie sich gerne sparen können.

3. Low - HEY WHAT
Ein faszinierendes Zusammenspiel von Noise und Verzerrung mit dem harmonischen Klargesang des Low-Ehepaars. Die Produktion von BJ Burton ist wirklich herausragend. Solche Sounds habe ich vorher noch nie gehört. Schwierig hier einen Favoriten herauszupicken, aber "More" ist eine Wucht, die mich jedes Mal erneut umhaut.

4. Bicep - Isles
5. Arlo Parks - Collapsed in Sunbeams
6. Little Simz - Sometimes I Might Be Introvert
7. slowthai - TYRON
8. Converge & Chelsea Wolfe - Bloodmoon: I
9. Backxwash - I LIE HERE BURIED WITH MY RINGS AND MY DRESSES
10. Kanye West - Donda

Plätze 11-50:

11. Gojira - Fortitude
12. Parquet Courts - Sympathy for Life
13. Faye Webster - I Know I'm Funny haha
14. LUMP - Animal
15. Porter Robinson - Nurture
16. London Grammar - Californian Soil
17. Billie Eilish - Happier Than Ever
18. The Goon Sax - Mirror II
19. Slope - Street Heat
20. Olivia Rodrigo - SOUR

21. Alfa Mist - Bring Backs
22. Baby Keem - The Melodic Blue
23. Django Django - Glowing in the Dark
24. King Gizzard & the Lizard Wizard - L.W.
25. Spellling - The Turning Wheel
26. Danny L Harle - Harlecore
27. Black Country, New Road - For the first time
28. Altin Gün - Yol
29. International Music - Ententraum
30. The War on Drugs - I Don't Live Here Anymore

31. Cult of Luna - The Raging River
32. The Black Keys - Delta Kream
33. Jungle - Loving In Stereo
34. Vince Staples - Vince Staples
35. Japanese Breakfast - Jubilee
36. Benny the Butcher & Harry Fraud - The Plugs I Met 2
37. Tune-Yards - sketchy.
38. shame - Drunk Tank Pink
39. Floating Points, Pharoah Sanders & The London Symphony Orchestra - Promises
40. Genesis Owusu - Smiling With No Teeth

41. Mdou Moctar - Afrique Victime
42. Fred Again... - Actual Life (April 14 – December 17, 2020)
43. Weezer - OK Human
44. Lana Del Rey - Chemtrails Over the Country Club
45. Kings of Leon - When You See Yourself
46. Halsey - If I Can't Have Love, I Want Power
47. Parannoul - To See the Next Part of the Dream
48. Tightill - Strassenpop
49. Big Brave - Vital
50. MARINA - Ancient Dreams in a Modern Land

Zitat



Honorable Mentions:

Amenra - De Doorn
The Armed - ULTRAPOP
Erika de Casier - Sensational
Dinosaur Jr. - Sweep It Into Space
The Hold Steady - Open Door Policy
JPEGMAFIA - LP!
Kiwi jr. - Cooler Returns
Lea Porcelain - Choirs to Heaven
Lord Huron - Long Lost
Modeselektor - Extended
Mogwai - As the Love Continues
MONO - Pilgrimage of the Soul
Royal Blood - Typhoons
Emma Ruth Rundle - Engine of Hell
Sharktank - Get It Done
Jorja Smith - Be Right Back
St. Vincent - Daddy's Home
Tor - Oasis Sky
Trivium - In the Court of the Dragon
Tyler, The Creator - CALL ME IF YOU GET LOST
Remi Wolf - Juno
Yelawolf & Caskey - Yelawolf Blacksheep

Zitat



Tolle EPs:

beabadoobee - Our Extended Play
Beach Bunny - Blame Game
Kero Kero Bonito - Civilisation II
Knocked Loose - A Tear in the Fabric of Life
Nothing But Thieves - Moral Panic II
Yves Tumor - The Asymptotical World EP

Zitat

defpro

defpro hat kommentiert

21.09.2021 15:24 Uhr


StonedHammer schrieb:
steht da auch schon bei was eventim als zusatzgebühr verlangt?

bzw. wieviele extra gebührneschritte dann wieder erhoben werden, die man bei ausfall nicht erstattet bekommt?

Zitat


Soll laut FAQ nix kosten. Klingt generell jetzt nicht so verkehrt mit der Bekämpfung des Schwarzmarkts, wenn das tatsächlich vernünftig umgesetzt ist. Für Eventim hat es natürlich den praktischen Nebeneffekt, dass die Download-Zahlen für ihre App in die Höhe schnellen und sie mit Push-Benachrichtigungen usw. problemlos mehr Leute erreichen. Und der Zweitmarkt für diese Tickets ist natürlich auf fanSALE beschränkt.

defpro

defpro hat kommentiert

25.08.2021 10:49 Uhr


schrieb:
Irgendwer Interesse 3 Tickets für Berlin (04.06./Innenraum) gegen 3 Tickets für irgendeine andere deutsche Stadt zu tauschen?

Zitat


Müsste auch noch Rücksprache halten, aber könnte ggf. 3x Zürich (31.06., ebenfalls Innenraum) anbieten.

LightCurvesgefällt das
defpro

defpro hat kommentiert

06.07.2021 15:20 Uhr

Hab mir mal die letzte Europatour angeschaut. Die Locations in Deutschland sind schon tendenziell die größten, aber in den skandinavischen Ländern haben die logischerweise auch ne große Fanbase. Generell haben die seit 2015, als ich das erste Mal von denen gehört habe, schon große Sprünge nach oben gemacht. Nuclear Blast pusht die richtig krass, die Live-Shows werden auch (soweit ich das von Bekannten oder selbst mitbekomme) auch immer aufwendiger. Ich denke nicht, dass sie die Locations der Tour ausverkaufen, aber die Größe ist schon mal eine ziemliche Ansage. Ich denke, auf den großen Metal-Festivals kann man die langsam auch als Head hinstellen.

... und ich finde die Band ebenfalls in allen Belangen komplett fürchterlich