US-Präsidentschaftswahl

eröffnet von everlast am 15.10.2004 17:53 Uhr
843 Kommentare - zuletzt von blubb0r

843 Kommentare
« Seite 3 von 34 »
Icon1roxar gefällt das
Stebbard
09.11.2016 21:04

im Prinzip hat du Recht, denn puristisch gesehen ist die Demokratie nichts anderes als ein Verfahren zur Entscheidungsfindung, von dem angenommen wird, dass es die besten (da gerechtesten) Ergebnisse bringt.

Faktisch dürfte man jedoch einwenden, dass sich die Mehrheit nicht für Trump (47,5%), sondern für Clinton (47,7%) ausgesprochen hat, hier also eine Minorität die den Rest der Bevölkerung überstimmt. Wenn du also derartig puristisch argumentierst, dann müsstest du eigentlich ein Problem mit dem Wahlausgang haben (der natürlich legitim ist, weil das System für alle Beteiligten gilt)

Zeckchen
Zeckchen
09.11.2016 20:49


7Dup schrieb:
Wenn man den aktuellen Statistiken glauben darf ist es wohl ähnlich wie beim Brexit. Jung wählt vernünftiger und weltoffener als die alte Generation.
Das ist einfach traurig, dass die Menschen die innerlich immer noch vor 30 - 40 Jahren leben solche richtungsweisende Wahlen entscheiden.

Zitat anzeigen


Also sollen statt gestandenen Menschen mit Lebenserfahrung lieber Teenager wählen (obwohl die Wahlbeteiligung bei jüngeren immer geringer wird)? Smiley oder möchtest du generell Populisten und Rentnern das Wahlrecht nehmen?

Traurig ist, dass eine demokratische Entscheidung nicht einfach hingenommen wir, um das Beste daraus zumachen, sondern lieber weiter die siegreiche Meinung als unvernünftig und der Beschäftigung-nicht-wert abgetan wird.

Wenn die Mehrheit der Amerikaner aus weißen Rentnern besteht, die Amerika und nicht die Welt lieben, dann sollte die Politik auf diese Mehrheit! ausgerichtet werden. Demokratie ist zumindest theoretisch die Macht der Mehrheit. Daran ist nichts traurig.

blubb0r
09.11.2016 19:15·  Bearbeitet

Dass ich Buschmann mal zustimme, Wahnsinn Smiley
Man merkt, es geht nicht um Sport




edit:
Da sind auch einige gute Aspekte dabei, die für unsere BTW interessant sind und die er anspricht.

roxar
roxar
09.11.2016 18:22·  Bearbeitet


DiebelsAlt83 schrieb:


Stebbard schrieb:


roxar schrieb:
Ich bezweifle es noch, es wäre zumindest das einzig positive was der Wahlkampf dann gebracht hätte. Mit dem Verlust des Rust Belts (der ja sowieso schon in der Vorwahl für Sanders war) an die Republikaner hätten sie ja auch parteiintern beste Argumente. Smiley


Zitat anzeigen


Das letzte stimmt nicht so ganz, da Clinton in Ohio, Pennsylvania, Iowa gewonnen hat. Aber ja, Sanders hat sie gerade im Norden sehr geärgert, allem voran eben Michigan und Wisconsin.

Zitat anzeigen


Da stimmt aber was vorne und hinten nicht. Clinton hat doch nicht PW PA , IA und OH gewonnen?! Smiley

Zitat anzeigen


Doch da hat er Recht, es ging um die demokratischen Primaries. Smiley
Ich habe die Ergebnisse gerade nochmal angeschaut, in PW PA und OH war Sanders auch deutlich schlechter als ich es im Kopf hatte, Iowa war ziemlich knapp.

DiebelsAlt83
DiebelsAlt83
09.11.2016 18:21Supporter


Stebbard schrieb:


roxar schrieb:
Ich bezweifle es noch, es wäre zumindest das einzig positive was der Wahlkampf dann gebracht hätte. Mit dem Verlust des Rust Belts (der ja sowieso schon in der Vorwahl für Sanders war) an die Republikaner hätten sie ja auch parteiintern beste Argumente. Smiley


Zitat anzeigen


Das letzte stimmt nicht so ganz, da Clinton in Ohio, Pennsylvania, Iowa gewonnen hat. Aber ja, Sanders hat sie gerade im Norden sehr geärgert, allem voran eben Michigan und Wisconsin.

Zitat anzeigen


Da stimmt aber was vorne und hinten nicht. Clinton hat doch nicht PW, IA und OH gewonnen?! Smiley

blubb0r
09.11.2016 16:19·  Bearbeitet


7Dup schrieb:
Wenn man den aktuellen Statistiken glauben darf ist es wohl ähnlich wie beim Brexit. Jung wählt vernünftiger und weltoffener als die alte Generation.
Das ist einfach traurig, dass die Menschen die innerlich immer noch vor 30 - 40 Jahren leben solche richtungsweisende Wahlen entscheiden.

Zitat anzeigen


Beim Brexit galt eher:
Jung wählt gar nicht. Daher kann man den Vergleich so nicht bringen.



Quelle

Vielleicht eine der wenigen positiven Randerscheinungen dieser Wahlen. Das Polit-Bewusstsein könnte wieder mal aufkommen. Viele Jüngere juckt das doch evtl. gar nicht, die setzen sich null mit Politik auseinander. War zumindest bei mir zu Schulzeiten immens so (Oberstufe, Hessen), dass keiner da wirklich ne Ahnung von Programmen und "Werten" einzelner Parteien/Personen hatte.

Klar, warum auch, uns geht es ja gut. Warum sollte man sich dann mit sowas auch auseinandersetzen - "never change a running system".

7Dup
7Dup
09.11.2016 16:16

Wenn man den aktuellen Statistiken glauben darf ist es wohl ähnlich wie beim Brexit. Jung wählt vernünftiger und weltoffener als die alte Generation. Das ist einfach traurig, dass die Menschen die innerlich immer noch vor 30 - 40 Jahren leben solche richtungsweisende Wahlen entscheiden.

Icon1Furby104 gefällt das
roxar
roxar
09.11.2016 14:02·  Bearbeitet

Nichts konkretes, nur dass sie allgemein deutlich höher sein soll und das hier:

Around the country, voter turnout was up 4.7% in the 2,135 counties - more than half of the country - that had reported all their votes by 1 a.m. Wednesday. www.usatoday.com


Übrigens ne sehr interessante Doku von Markus Lanz, wo er sich auch mal so ein bisschen auf Spurensuche begibt: www.zdf.de

Icon1Furby104 gefällt das
Hans-Maulwurf-Rockt
Hans-Maulwurf-Rockt
09.11.2016 14:02

Zahlen habe ich keine aber des öfteren gehört das die Beteiligung höher als in den vergangenen Jahren war.

Stebbard
09.11.2016 13:47


roxar schrieb:
Ich bezweifle es noch, es wäre zumindest das einzig positive was der Wahlkampf dann gebracht hätte. Mit dem Verlust des Rust Belts (der ja sowieso schon in der Vorwahl für Sanders war) an die Republikaner hätten sie ja auch parteiintern beste Argumente. Smiley


Zitat anzeigen


Das letzte stimmt nicht so ganz, da Clinton in Ohio, Pennsylvania, Iowa gewonnen hat. Aber ja, Sanders hat sie gerade im Norden sehr geärgert, allem voran eben Michigan und Wisconsin.

roxar
roxar
09.11.2016 13:36·  Bearbeitet

Ich bezweifle es noch, es wäre zumindest das einzig positive was der Wahlkampf dann gebracht hätte. Mit dem Verlust des Rust Belts (der ja sowieso schon in der Vorwahl für Sanders war) an die Republikaner hätten sie ja auch parteiintern beste Argumente.

Smiley

lirumlarum
lirumlarum
09.11.2016 13:23

Ich hab es vielleicht etwas blöd ausgedrückt. Natürlich besteht die Gefahr, dass man auf Nummer sicher geht. Aber wie es blubber sagt, die Opposition ist mMn der bessere Ort für progressive Entwicklungen und neue Gesichter in der Partei. Ich denke dieser Anti-Establishment-Gedanke wird auch bei den Demokraten angekommen sein.

blubb0r
09.11.2016 13:04·  Bearbeitet


roxar schrieb:


lirumlarum schrieb:
Imo ist das einzig positive dieses Ergebnisses die nun hoffentlich folgende Neustrukturierung der Demokraten. Nur so wird man 2020 die 4 verlorenen Jahre wieder gutmachen können.

Zitat anzeigen



Wird sich da was ändern? Der corporate democrats Flügel hat 4 Jahre lang Zeit sich als moderate Opposition zu inszenieren um jede Progressivität in der Partei zu ersticken. Mit einer Präsidentin Clinton wäre das so sicher nicht passiert. Ich sehe nicht, dass 2020 eine Elizabeth Warren (Sanders wird zu alt sein) oder so Kandidatin der Demokraten wird.

Zitat anzeigen


Man wird nach dieser unglaublichen Schlappe garantiert alles hinterfragen (müssen). Und es werden Köpfe rollen.

Das ist vielleicht nicht das schlechteste.

edit:
Stichwort "Establishment"

roxar
roxar
09.11.2016 13:02


lirumlarum schrieb:
Imo ist das einzig positive dieses Ergebnisses die nun hoffentlich folgende Neustrukturierung der Demokraten. Nur so wird man 2020 die 4 verlorenen Jahre wieder gutmachen können.

Zitat anzeigen



Wird sich da was ändern? Der corporate democrats Flügel hat 4 Jahre lang Zeit sich als moderate Opposition zu inszenieren um jede Progressivität in der Partei zu ersticken. Mit einer Präsidentin Clinton wäre das so sicher nicht passiert. Ich sehe nicht, dass 2020 eine Elizabeth Warren (Sanders wird zu alt sein) oder so Kandidatin der Demokraten wird.

MuffPotter87
09.11.2016 12:59

die USA ist nicht sonderlich dümmer als wir. Trump hat allerdings den Hebel richtig angesetzt und die unzufreidene Bevölkerung der Arbeiterklasse angesprochen. Da reichen oftmals simple und auch unkonventionelle Versprechen. Ähnlich sieht man es auch in anderen Ländern. Hier hat die AfD auch um die 20% bei den Landtagswahlen erhalten. Jetzt kommt aber ein enormer Unterschied hinzu: In den Staaten gibt es das 2-Parteien-System. Was sich hier dann eben Auf NPD,AfD,CDU und FDP verteilt wird findet sich dort dann mal eben gebündelt im Trump-Lager wieder.
Clinton hat die große Mittelschicht relativ vernachlässigt und ist daher auch böse auf die Schnauze gefallen. Mit Le Pen, AfD und Co sieht es hier leider doch auch schon nicht großartig anders aus. Die Menschheit hier ist teilweise genauso unzufrieden und "dumm".

blubb0r
09.11.2016 12:56·  Bearbeitet

Wie hätte man wohl über George W. Bush in Zeiten von social media berichtet?

@Lirumlarum:
Smiley Smiley

lirumlarum
lirumlarum
09.11.2016 12:55

Ich kann mit der außenpolitischen Haltung von Clinton auch überhaupt nichts anfangen und es stimmt dass sie in den Medien oft unnötig gut wegkam. Gleichzeitig finde ihre Verteufelung abseits davon aber ebenfalls übertrieben. Sie wäre sicher sicher weit von der Optimallösung weg gewesen, aber letztlich ist sie ein Polit-Profi, die eben auch weiß das Außenpolitik Realpolitik ist und die sicher nicht unberechenbar ihren Willen durchdrücken kann.

Ich sehe keinen 3. Weltkrieg kommen, gerade wegen der Wahlziele Trumps. Aber gerade seine Unberechenbarkeit, fehlende Erfahrung und Kompetenz kombiniert mit den sich abzeichnenden Mehrheiten der Republikaner in Senat und Repräsentantenhaus halte ich für sehr schädlich für die Us-Entwicklung sowohl innen- als auch außenpolitisch. Man darf nicht vergessen, die USA wird nun von einem Klimawandelleugner gesteuert, mit einer gleich gesinnten Partei an den Hebeln.
Ganz abgesehen von den liberalen inneren Errungenschaften eines Obamas, die unter Clinton konserviert und optimiert worden wären. Unter Trump wird hier vieles kaputt gehen.

Ich hab ehrlich gesagt gestern fest mit einem knappen Clinton-Sieg gerechnet. Wie Stebbie schon sagt, eigentlich unfassbar gegen so einen schwachen Kandidaten zu verlieren. Im Nachhinein bin ich mir auch relativ sicher, dass ein Sanders hier denke ich keine Probleme gehabt hätte, da dann der Anti-Establishment-Gedanke vieler Wähler nicht gezogen hätte.

Imo ist das einzig positive dieses Ergebnisses die nun hoffentlich folgende Neustrukturierung der Demokraten. Nur so wird man 2020 die 4 verlorenen Jahre wieder gutmachen können.

blubb0r
09.11.2016 12:46


Kaice schrieb:
ich bin mir auch nicht sicher, ob die Demokraten nach dem ersten Schwarzen einfach auch die erste Frau in 'Murica haben wollten und damit einfach zu viel...

Zitat anzeigen



Stimmt. Den Aspekt hatte ich gar nicht bedacht. Vielen Amis war ein Schwarzer schon zu viel "change" - jetzt danach direkt ne Frau war vielen, die eigentlich demokratisch wählen, dann viel zu viel.

Kaice
09.11.2016 12:40

Hermes hat mE nach Recht. Es war und blieb die Entscheidung zwischen einer Kotstulle und einem Rieseneinlauf, wie die Macher von South Park es so schön beschrieben haben...aber es ist halt Amerika, das vielleicht einzige Land, das unfähige Kandidaten gegeneinander, für eine extrem machtvolle Position, antreten lässt....ich bin mir auch nicht sicher, ob die Demokraten nach dem ersten Schwarzen einfach auch die erste Frau in 'Murica haben wollten und damit einfach zu viel...

blubb0r
09.11.2016 12:38


DiebelsAlt83 schrieb:


hermes81 schrieb:


Stebbard schrieb:
Die größte Gefahr unter Clinton wäre gewesen, dass wir eine USA erlebt hätten, wie wir sie aus der Vergangenheit kennen - zumindest außenpolitisch. Wir haben in der Vergangenheit mit ihr Leben können und hätten das auch unter ihr tun können. Ihr jetzt eine "Geisteskrankheit" zu unterstellen zeigt nur, wie wenig Anstand und Würde der politische Prozess (und das lässt sich im Prinzip auch auf Europa übertragen) mittlerweile eigentlich noch besitzt, wenn sich beide Seiten eigentlich nur noch reaktionär ankeifen.

Bei den Demokraten muss man sich heute eigentlich nur die Frage stellen, wie man das gegen diesen eigentlich unheimlich schwachen Kandidaten verspielen konnte. Dennoch muss man diese Entscheidung politisch akzeptieren und lernen mit ihr umzugehen, um es dann 2020 mit einem starken Kandidaten besser zu machen.

Zitat anzeigen


Stimmt. Würde bedeuten: Noch mehr Feuer im Nahen Osten. Noch mehr Drohnenkriege, noch mehr Tote, noch mehr Krieg.
Noch mehr Flüchtlinge. Aber hey, ging ja in der Vergangenheit auch alles super. Warum also nicht einfach so weitermachen?!

Zitat anzeigen


Und du glaubst, dass sowas jetzt aufhört? Oder Trump sogar was ändert und besser macht? Smiley

Zitat anzeigen


Weißt du, ob Clinton es besser macht?

Sie war schon mal pro Krieg, als es falsch war und hat jetzt wieder keine gemäßigten Töne eingeschlagen.

Ich bin generell fasziniert, sie hat verloren, das heißt, sie muss unfassbar unbeliebt bei der Bevölkerung sein. Das muss man doch auch im demokratischen Lager früher wissen. Wieso wird sie dann Kandidatin? Sollte man nicht den bestmöglichen Kandidaten/die bestmögliche Kandidatin auswählen?

Es wirkt auf mich so, als wolle man Hillary ins Amt hieven - getreu dem Motto "jetzt oder nie". Dieses Denken ist den Demokraten um die Ohren geflogen.

Anzeige
Anzeige