Festival Community

Rock am Ring 2019: Festivalbesucher Meinung

07.06.2019 - 09.06.2019, Nürburg  Deutschland Noch 13 Tage
Die Ärzte, Slipknot, TOOLUVM

16 Kommentare


  • mokiloki mokiloki Edited
    Hey Rocker, mich würde einmal interessieren wie ihr mittlerweile die Stimmung unter den Besuchern empfindet.

    Ich bin nun dieses Jahr das 11. x in Folge am Ring und habe es letztes Jahr schon vermehrt mitbekommen wie sich das Publikum und auch die Art und Weise der Umgangsformen geändert hat.

    Zum einen fühlt man sich nicht mehr so frei wie damals, es geht vielmehr um Shaming, Belustigung andere Niederzumachen und Zusammengehörigkeitsgefühl = 0.

    Es werden Mädels beleidigt, weil sie etwas mehr nach "Mainstream" aussehen, Typen beleidigt weil sie zu Dick/ zu Dünn sind. Das Abbild unserer Gesellschaft sich andauernd lustig zu machen, stellenweise unter der Gürtellinie.

    Wo ist die Zeit hin, wo wir alle gemeinsam egal ob gelb,grün,rosa oder rot zusammen gefeiert haben, man ohne Bier über die Plätze gelaufen ist und man überall eingeladen wurde doch an dem oder dem Platz eins mitzutrinken.

    Gerade das Gefühl alle sind gleich - ist nicht mehr da. Das war für mich immer einer der Hauptgründe zu Rock am Ring zu fahren - dem Alltag entfliehen und eine tolle Zeit zu haben.

    Empfindet Ihr das auch so?
    Viele Grüße

  • kato91 kato91
    Für mich ist Festival immer noch die pure Anarchie in Deutschland - lockere und ungehemmte Atmosphäre. Rede da aber weniger für den Norden als mehr für den Süden.

    Mir fällt da auf, dass es unter den Festivals krasse Altersunterschiede gibt. Das Hurricane letztes Jahr war im Schnitt gefühlt Zehn Jahre jünger wie im Park.

    Flunkyball hat gefühlt früher aber besser funktioniert. Jetzt sind doch viele "Schicki-Micki" Menschen auf Festivals unterwegs.

    Ist aber alles rein subjektiv aus meiner Sicht. Spaß macht es mir dennoch.

  • Snoopi76 Snoopi76
    Kann ich nicht bestätigen. Nie mitbekommen das einer wegen seines aussehens dumm angemacht wurde. Gefühlt auf den Campingplätzen eigentlich immer coole Leute getroffen, kennengelernt, mit Ihnen getrunken.

    Ich meine klar, die Gesellschaft verroht zunehmens, irgendwann kommt das sicher auch am Ring an, aber bis jetzt isses an mir vorbei gegangen.

  • Madpad77 Madpad77
    Bin auch Ringrocker seit 94 und könnte mich nicht dran erinnern jemals irgendwo Stress gehabt zu haben , sei es aufm Gelände , Campingplätzen , Hin - Rückfahrt!

    Im Gegenteil , bin mal übel umgeknickt vor 2 Jahren , da haben gefühlt 20 Hände wieder auf die Beine geholfen , und gefragt ob alles ok sei und direkt ein Schluck Bier angeboten ..

    Oder die Karre hat den Geist aufgegeben , direkt paar Leute ausgestiegen und mit geschoben. Ein Bekannter hatte mal sein Handy verloren , haben dann drauf angerufen , ist tatsächlich jemand dran gegangen , am nächsten an nem Bierdtand verabredet und es war wieder da und wir hatten ne super Zeit mit den Findern .

    Ach da gibts einige geile Anekdoten, freu mich immer auf ein stressfreies RAR und so wird’s auch dieses Jahr wieder sein !

  • counterdog counterdog Edited
    Unterschiedlich. Schlechte Erfahrungen haben für mich die letzten paar Jahren in der Tat zugenommen. Ob das jetzt daran liegt dass ich die ersten Jahre durch die roasrote Brille geschaut habe oder es wirklich sozialer war kann ich nicht sagen.

    Also Leute die sich prügeln wollten sind mir das erste mal letztes Jahr aufgefallen und direkt 2 mal. (Wir haben fucking Kinderlieder gesungen auf dem Heimmarsch zu B5). Dennoch würde ich das unter blöden Zufall verbuchen.

    ""Schicki-Micki" Menschen" - Was bedeutet denn Schicki Micki? Also wirklich mit hochgezognerer Augenbraue oder weil man sich duschen geht und dabei grade die Haare macht und nicht in den Schlamm springt?

    Diese Tendenz zur besseren Hygenie finde ich ganz gut und deshlab stinkt es gott sei dank nicht mehr so vor der Bühne, aber so viele richtige Schicki Mickis habe ich noch nicht gesehen.

    EDIT: Das Festivals einen schmalen Grad haben zwischen Asozialität und Sozialität ist zumindest seit dem ich fahre so (2011).


  • runnerdo runnerdo
    Gewisse Sachen ändern sich sicherlich. Die jungen Leute spielen eher Bierpong als Flunkyball aber das was oben beschrieben wird kann ich jetzt nicht unterschreiben.
    Ich bin nun auch seit 2006 durchgehend dabei und empfinde sogar das es in den letzten Jahren eher entspannter geworden ist.
    Das die Menschen nicht mehr ganz so offen sind wie früher, mag schon sein. Sicherlich ein Wandel unserer Zeit.

    Idioten gibt es immer aber insgesamt viel lieber für die Ringrocker.

  • Cove Cove
    Festivals wie RaR, so wie wir es kennen, werden in den nächsten Jahren sowieso aussterben. Was das Publikum angeht sehe ich eigentlich 2 Trends. Ganz junge Leute, die es als Erlebnis a la Springbreak (oder Coachella) betrachten und die Liebhaber aus eher älteren Altersgruppen, die den altbekannten Festivallifestyle suchen.

    Liegt am Ende bei den Organisatoren, welche Richtung sie supporten. Oder sie wollen möglichst beide Gruppen vereinen und laufen Gefahr es keinem mehr recht zu machen.

  • kato91 kato91

    Cove schrieb:
    Festivals wie RaR, so wie wir es kennen, werden in den nächsten Jahren sowieso aussterben. Was das Publikum angeht sehe ich eigentlich 2 Trends. Ganz junge Leute, die es als Erlebnis a la Springbreak (oder Coachella) betrachten und die Liebhaber aus eher älteren Altersgruppen, die den altbekannten Festivallifestyle suchen.

    Liegt am Ende bei den Organisatoren, welche Richtung sie supporten. Oder sie wollen möglichst beide Gruppen vereinen und laufen Gefahr es keinem mehr recht zu machen.

    Inwiefern wird das Festival, wie wir es kennen, aussterben? Kann ich mir so jetzt nicht vorstellen. Der Trend geht zwar klar zum drumherum und Green Camping, aber ich denke auch in zehn Jahren wird ein großer Teil des Publikums vom Hurricane und dem Ring "normal" sein.

  • Cove Cove Edited

    kato91 schrieb:

    Cove schrieb:
    Festivals wie RaR, so wie wir es kennen, werden in den nächsten Jahren sowieso aussterben. Was das Publikum angeht sehe ich eigentlich 2 Trends. Ganz junge Leute, die es als Erlebnis a la Springbreak (oder Coachella) betrachten und die Liebhaber aus eher älteren Altersgruppen, die den altbekannten Festivallifestyle suchen.

    Liegt am Ende bei den Organisatoren, welche Richtung sie supporten. Oder sie wollen möglichst beide Gruppen vereinen und laufen Gefahr es keinem mehr recht zu machen.

    Inwiefern wird das Festival, wie wir es kennen, aussterben? Kann ich mir so jetzt nicht vorstellen. Der Trend geht zwar klar zum drumherum und Green Camping, aber ich denke auch in zehn Jahren wird ein großer Teil des Publikums vom Hurricane und dem Ring "normal" sein.

    Naja Festivals sind teuer, dreckig und unkomfortabel. Alles Dinge, die (heutzutage) wenig wünschenswert sind. Das heißt um erfolgreich zu sein, muss man diese Dinge vermeiden.

    Dreckig: Festivals werden sich in Zukunft immer mehr in die ökologische Richtung entwickeln. Das heißt u.a. viele Standorte werden unwirtschaftlich werden, z. B. wegen Naturschutz und resultierendem politischen Druck. Das heißt meiner Meinung nach auch, dass stadtnahe Festivals im Vorteil sind. Aber auch an vielen anderen Enden wird es immer mehr Einschränkungen geben (Plastikmüll, etc.)

    Ungemütlich: Festivals werden sich immer weiter in Richtung convenience entwickeln. Supermarkt auf dem Campingplatz, Zelte mieten, kurze Laufwege, gute Anbindung per ÖPNV, richtige WC-Infrastruktur (keine Dixies), WLAN für alle, etc. Das hat nicht nur ökologische Vorteile, sondern scheint vielen Besuchern auch immer wichtiger zu werden.

    Teuer: Ökologisch und gemütlich sein ist teuer. Politiker und Anwohner sehen Festivals oft nur ungern in der Nachbarschaft (sprich: hohe Auflagen). Touren wird immer mehr zur wichtigsten Einnahmequelle von Künstlern, was sie sich dementsprechend bezahlen lassen. Konkurrenz zwischen Festivals ist auch hoch aufgrund eines relativ kleinen Pools an potentiellen Künstlern (gerade für Headliner). Das muss letztlich der Besucher bezahlen und da ist die Fahnenstange schnell erreicht. 250 € für 3 Tage im Eifelwetter aufm Dixieklo, ohne Aggregat und mit mittelmäßigem Lineup? Hart an der Grenze.

    Deshalb sehe ich in den nächsten 5-10 Jahren große Änderungen auf dem Festivalmarkt. Und auch auf den einzelnen Festivals. Sie werden vllt nicht völlig sterben, aber man wird sie als Alteingesessener kaum wiedererkennen. Und auch das Publikum wird nicht das Alte sein.


  • kato91 kato91

    Cove schrieb:

    kato91 schrieb:

    Cove schrieb:
    Festivals wie RaR, so wie wir es kennen, werden in den nächsten Jahren sowieso aussterben. Was das Publikum angeht sehe ich eigentlich 2 Trends. Ganz junge Leute, die es als Erlebnis a la Springbreak (oder Coachella) betrachten und die Liebhaber aus eher älteren Altersgruppen, die den altbekannten Festivallifestyle suchen.

    Liegt am Ende bei den Organisatoren, welche Richtung sie supporten. Oder sie wollen möglichst beide Gruppen vereinen und laufen Gefahr es keinem mehr recht zu machen.

    Inwiefern wird das Festival, wie wir es kennen, aussterben? Kann ich mir so jetzt nicht vorstellen. Der Trend geht zwar klar zum drumherum und Green Camping, aber ich denke auch in zehn Jahren wird ein großer Teil des Publikums vom Hurricane und dem Ring "normal" sein.

    Naja Festivals sind teuer, dreckig und unkomfortabel. Alles Dinge, die (heutzutage) wenig wünschenswert sind. Das heißt um erfolgreich zu sein, muss man diese Dinge vermeiden.

    Dreckig: Festivals werden sich in Zukunft immer mehr in die ökologische Richtung entwickeln. Das heißt u.a. viele Standorte werden unwirtschaftlich werden, z. B. wegen Naturschutz und resultierendem politischen Druck. Das heißt meiner Meinung nach auch, dass stadtnahe Festivals im Vorteil sind. Aber auch an vielen anderen Enden wird es immer mehr Einschränkungen geben (Plastikmüll, etc.)

    Ungemütlich: Festivals werden sich immer weiter in Richtung convenience entwickeln. Supermarkt auf dem Campingplatz, Zelte mieten, kurze Laufwege, gute Anbindung per ÖPNV, richtige WC-Infrastruktur (keine Dixies), WLAN für alle, etc. Das hat nicht nur ökologische Vorteile, sondern scheint vielen Besuchern auch immer wichtiger zu werden.

    Teuer: Ökologisch und gemütlich sein ist teuer. Politiker und Anwohner sehen Festivals oft nur ungern in der Nachbarschaft (sprich: hohe Auflagen). Touren wird immer mehr zur wichtigsten Einnahmequelle von Künstlern, was sie sich dementsprechend bezahlen lassen. Konkurrenz zwischen Festivals ist auch hoch aufgrund eines relativ kleinen Pools an potentiellen Künstlern (gerade für Headliner). Das muss letztlich der Besucher bezahlen und da ist die Fahnenstange schnell erreicht. 250 € für 3 Tage im Eifelwetter aufm Dixieklo, ohne Aggregat und mit mittelmäßigem Lineup? Hart an der Grenze.

    Deshalb sehe ich in den nächsten 5-10 Jahren große Änderungen auf dem Festivalmarkt. Und auch auf den einzelnen Festivals. Sie werden vllt nicht völlig sterben, aber man wird sie als Alteingesessener kaum wiedererkennen. Und auch das Publikum wird nicht das Alte sein.



    Hm, okay. Ich denke, mit deinen Tendenzen sind wir ja auf einem Nenner. Das Preis-/Leistungsverhältnis bleibt aber auch bei 200/250€ unschlagbar. Campen regulär kostet ja schon ne Menge mehr auf einem normalen Campingplatz im Vergleich zu Festivals (20€ vs 10&euro, auf Festivals ist es aber einfach geiler. Dazu zahlst du für die headliner schon stattliche Summen, die auf einzelnen Konzerten zu sehen.

    Rar/Hurricane haben ja schon ihre Mitte gefunden, die hohen Preise zu rechtfertigen. Mlk mit ihrem vierten kleineren headliner, FKP mit den Doppel-Headlinern. Ich denke, dass denen auch klar ist, dass sie - zumindest zur Zeit - an der Schmerzgrenze des bezahlbaren für die Besucher angekommen sind.

    Zudem bewegen wir uns mehr in Richtung Erlebnisgesellschaft. Was meinst du, warum Konzerte gefühlt besser denn je laufen? Nicht wegen der Musik, sondern um den Künstler live zu erleben und sich dadurch - Stichwort Instagram - zu profilieren. Das spielt Festivals echt rein.

    Stichwort "mein-zelt-steht-schon": das würde mich ja echt interessieren, wie sich solche Anbieter entwickeln. Die Preise sind ja schon amtlich. Nehme ich bisher eher als Nischenangebot wahr. Das Airbnb oder hotel in derselben Stadt, gerade beim Park, dürften da doch attraktiver sein.

  • inlovewithfestivals inlovewithfestivals
    Ich muss sagen ich bin noch ein recht frischer Ringrocker, bin erst seit 2017 dabei , habe daher recht wenig Erfahrung , dafür aber schon seit 2016 Summerjam- und 2014 Rocco-Gänger.

    Das Verhalten der Besucher würde ich als durchschnittlich bezeichnen, nicht so asozial wie auf dem Rocco del Schlacko , aber auch (selbsterklärend) nicht so entspannt wie auf dem Summerjam. Habe aber schon positive sowie negative Erfahrungen mit Ringgängern gemacht.

    Positiv war zum Beispiel bei Enter Shikari , als jemand vor dem ersten Wellenbrecher neben mir sein Handy verloren hat, und direkt 30 Leute bei der Suche geholfen haben, sodass es binnen 2 Minuten wieder gefunden wurde und der junge Mann überglücklich war und gefeiert wurde.
    Ebenso als ein Mann letztes Jahr bei Casper einen heranfliegenden Becher gefangen hat , der wurde auch enorm gefeiert, das waren definitiv sehr schöne Momente.

    Negativ war zum Beispiel das erste Kommentar , welches mir ein Mann 2017 bei meinem ersten Betreten des Geländes gemacht hat. Er meinte: " Siehst du den Jungen dort? Gib ihm mal was zu essen." Da ich sehr dünn bin und an einer Schilddrüsenüberfunktion "leide" war das halt einfach nur schämend , weil es auch ca 20 Leute mitbekamen.

    Oder ebenfalls nicht so toll fand ich einen Auftritt zweier junger Männer am Donnerstag morgen letztes Jahr, die mir erzählten dass sie auf MDMA sind und eben aus der Laune heraus einen anderen Mann umgeboxt haben, da er "so dumm geguckt" hat.

    Es gibt denke ich positive sowie negative Ereignisse, das Mittelmaß macht es aus.

  • RockVal986 RockVal986
    Also ich war von 2005-2016 ( bin seit 2017 Mama)
  • RockVal986 RockVal986
    Ups da fehlt was also die Jahre bis 2012 waren für mich die besseren, die Atmosphäre war einfach anders.... Gut, man wird ja auch älter???????????Negative Erfahrungen musste ich aber bisher in keinem Jahr sammeln....

  • GuitarPunk94 GuitarPunk94
    idioten gibt es immer, aber eine grobe tendenz lässt sich denke ich schon feststellen, was aber an der allgemeinen entwicklung unserer gesellschaft liegt

    gehe seit 2012 regelmäßig zum ring, was mir auffällt ist dass viele camping gruppen mittlerweile eher unter sich bleiben wollen, bzw kam zb ein spontanes gemeinsames besäufnis mit völlig fremden campern früher besser zustande als heute

    eine story bei der ich bis heute schmunzeln muss ist uns auf mendig 2016 passiert, hatten ne gruppe aus relativ "jungen" "hipster" leuten aus frankfurt als zeltnachbarn. die kamen mal nachts rüber zu uns und drohten uns zu verschlagen weil wir zu laut wären und sie gerne schlafen würden... da meinte ich nur dass die sich auf dem weg zum green camping (nachtruhe) verlaufen hätten und man am ring generell nur zwischen 5 und 6 uhr morgens die vögel zwitschern hören kann

  • Jonnyy111 Jonnyy111
    Wir hatten letztes Jahr bei uns auf b5/rnr zwei holländer Jungs nebenan. Mit nur einem Zelt und dem nötigsten, waren die spätestens beim scheiss Wetter Donnerstag Schlecht bedient.
    Kurzer Hand zu uns ins Gruppenzelt geholt, schnäpschen getrunken und zu guter Musik gefeiert.

    Nachbarn neben uns, Schwaben, haben den ganzen Tag achy breaky Heart gehört, und dazu line Dance gemacht. Rekord waren hier übrigens 47 Leute in einer Reihe. Heißt es sind nocj einige dazu gekommen und wir waren nicht grade am hauptweg gelegen.

    Fazit: natürlich gibt es immer wieder ein paar idioten. Aber in meinen nunmehr 9 Jahren rar hab ich durchweg positives erlebt. Wie gesagt ein paar idioten gibt es immer mal, aber Da wird man sich meistens dann schon einig mit nem Bier für lau

  • ghjkl ghjkl

    Cove schrieb:

    kato91 schrieb:

    Cove schrieb:
    Festivals wie RaR, so wie wir es kennen, werden in den nächsten Jahren sowieso aussterben. Was das Publikum angeht sehe ich eigentlich 2 Trends. Ganz junge Leute, die es als Erlebnis a la Springbreak (oder Coachella) betrachten und die Liebhaber aus eher älteren Altersgruppen, die den altbekannten Festivallifestyle suchen.

    Liegt am Ende bei den Organisatoren, welche Richtung sie supporten. Oder sie wollen möglichst beide Gruppen vereinen und laufen Gefahr es keinem mehr recht zu machen.

    Inwiefern wird das Festival, wie wir es kennen, aussterben? Kann ich mir so jetzt nicht vorstellen. Der Trend geht zwar klar zum drumherum und Green Camping, aber ich denke auch in zehn Jahren wird ein großer Teil des Publikums vom Hurricane und dem Ring "normal" sein.

    Naja Festivals sind teuer, dreckig und unkomfortabel. Alles Dinge, die (heutzutage) wenig wünschenswert sind. Das heißt um erfolgreich zu sein, muss man diese Dinge vermeiden.

    Dreckig: Festivals werden sich in Zukunft immer mehr in die ökologische Richtung entwickeln. Das heißt u.a. viele Standorte werden unwirtschaftlich werden, z. B. wegen Naturschutz und resultierendem politischen Druck. Das heißt meiner Meinung nach auch, dass stadtnahe Festivals im Vorteil sind. Aber auch an vielen anderen Enden wird es immer mehr Einschränkungen geben (Plastikmüll, etc.)

    Ungemütlich: Festivals werden sich immer weiter in Richtung convenience entwickeln. Supermarkt auf dem Campingplatz, Zelte mieten, kurze Laufwege, gute Anbindung per ÖPNV, richtige WC-Infrastruktur (keine Dixies), WLAN für alle, etc. Das hat nicht nur ökologische Vorteile, sondern scheint vielen Besuchern auch immer wichtiger zu werden.

    Teuer: Ökologisch und gemütlich sein ist teuer. Politiker und Anwohner sehen Festivals oft nur ungern in der Nachbarschaft (sprich: hohe Auflagen). Touren wird immer mehr zur wichtigsten Einnahmequelle von Künstlern, was sie sich dementsprechend bezahlen lassen. Konkurrenz zwischen Festivals ist auch hoch aufgrund eines relativ kleinen Pools an potentiellen Künstlern (gerade für Headliner). Das muss letztlich der Besucher bezahlen und da ist die Fahnenstange schnell erreicht. 250 € für 3 Tage im Eifelwetter aufm Dixieklo, ohne Aggregat und mit mittelmäßigem Lineup? Hart an der Grenze.

    Deshalb sehe ich in den nächsten 5-10 Jahren große Änderungen auf dem Festivalmarkt. Und auch auf den einzelnen Festivals. Sie werden vllt nicht völlig sterben, aber man wird sie als Alteingesessener kaum wiedererkennen. Und auch das Publikum wird nicht das Alte sein.



    Was für ein Schwachsinn. Rock am Ring hat all deine Convenienceangebote und wird trotzdem nicht ausgebucht. Andere Festivals haben es nicht und werden ausgebucht. Rock am Ring erhöht halt ständig die Preise ohne die Qualität zu verbessern. Das schreckt Besucher ab und nicht die fehlende Convenience.
    Der Pool an potenziellen Künstlern ist größer denn je. Unter jungen Leuten gibt es einen viel größeren Anteil an Musikliebhabern und auch der Anteil an Campingliebhabern bleibt konstant.

Bitte logge dich ein um einen Kommentar zu schreiben