Festivals United

NDR 2 Plaza Festival 2023 – 20.000 Besucher feiern den Pop-Rock-Sommer

Julia LangmaackJulia Langmaack, 09.09.2023

Julia Langmaack

Julia Langmaack
09.09.2023

Am Freitag, den 8. September 2023 – statt des traditionellen Festival im Mai startet das beliebte NDR 2 Plaza Festival 2023 auf der Expo-Plaza in Hannover. Es war wie immer das Ergebnis einer tollen Kooperation zwischen Hannover Concerts und den Radiosendern NDR 2 und N-Joy Radio. Das Open-Air-Event lockte bei strahlendem Sonnenschein und heißen Temperaturen knapp 20.000 Musikbegeisterte an und bot ein unvergessliches Live-Musikerlebnis.

Das Open-Air-Event lockte bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen knapp 20.000 Musikbegeisterte an und bot ein unvergessliches Live-Musikerlebnis. Das Highlight des NDR 2 Plaza Festivals war zweifellos das vielfältige Line-up mit nationalen und internationalen Stars. Insgesamt standen sechs Top-Acts auf der Bühne, darunter Klan, Culcha Candela, Lea, Ellie Goulding, Peter Fox und SDP – die britische Star-Sängerin und Schauspielerin Rita Ora war eigentlich an dieser Stelle gebucht, musste aus persönlichen Gründen aber leider ihren Auftritt absagen.

KLAN

Auf der NDR 2-Bühne startete das Tagesprogramm mit dem deutschen Indiepop-Projekt Klan. Eine Show, die alle Zuschauer direkt in eine Welt von melodischer Intimität und tiefgründiger Lyrik entführte. Auch wenn noch nicht all zu viel los war auf dem Gelände. Wer jetzt hier war, tummelte sich neugierig vor er Bühne. Die beiden Mitglieder von Klan strahlten durchgehend eine Aura von Authentizität aus. Ihre Präsenz war nicht überwältigend, eher zurückhaltend und doch irgendwie einnehmend. Die ersten Akkorde machten sofort klar, dass Klan nicht nur Musik präsentierten, sondern Emotionen in Klang verwandelten. Die Art und Weise wie Klan mit dem Publikum interagierte war angenehm, zwischen den Songs schufen sie eine intime Atmosphäre, indem sie kurze Geschichten über die SOngs teilten und ihre persönlichen Gedanken und Gefühle offenbarten. Von zarten Balladen, die die Zuhörer in einen emotionalen Sog zogen, bis hin zu energetischeren Stücken, die zum Mitwippen einluden, wurde das Publikum auf eine musikalische Reise mitgenommen.

Culcha Candela

Als zweites konnten sich die Hannoveraner über den Auftritt der Reggae, Dancehall und Hip-Hop-Band Culcha Candela freuen. Eine Band, die mit (vorrangig) deutschen Texten, südländischen Gefühlen und guter Laune daher kam. Culcha Candela präsentierten ihren perfekten Musikmix aus Pop, Latin, Hip-Hop und sogar ein wenig Reggae, eben fröhliche Musik, die unterhielt und gut ins Ohr ging. 9 Studioalben hat die im Jahr 2002 gegründete Band aus Berlin bisher veröffentlicht, ihr aktuelles Werk „Zu wahr um schön zu sein“ aus diesem Jahr wurde erstmals live gespielt. Gespickt mit einem bißchen Englisch und einem bißchen Spanisch lieferten die Culcha Candela-Lyrics mal anspruchsvollen Tiefgang und mal eine gute Portion Selbstironie. Es war die Mischung, die bei den Fans gut ankam. Die Band mit Wurzeln auf insgesamt vier Kontinenten zeichnete sich aber vor allem durch die unbändige Live-Energie aus, die sie natürlich auch auf der Expo-Plaza raushauten. Auf der Bühne herrschte dabei ein gewolltes aber kunterbuntes Durcheinander und trotzdem fühlte sich er Auftritt sehr authentisch an. Als würden hier gute Freunde gerne miteinander Musik machen. Vom ersten bis zum letzten Culcha Candela-Hit wurde lautstark durch die Zuschauermenge mitgesungen. Die Hits der Band wie „Monsta“, „Hamma!“, „Berlin City Girl“ oder „Wildes Ding“ waren absolute Gute-Laune-Ohrwürmer. Eine schöne Zusammenstellung des bisherigen Schaffens zeigte das Berliner Kollektiv an diesem Freitagnachmittag.

LEA

Es folgte die Show einer ebenfalls deutschen Künstlerin. LEA, bekannt durch ihre Ohrwürmer „Drei Uhr Nachts“, „Wo ist die Liebe hin“ oder „Wenn du mich lässt“ und natürlich aus dem Fernsehen (The Voice of Germany oder  Sing meinen Song – Das Tauschkonzert). Auf der Bühne gab es von LEA keine flippige Show – die junge Frau schaffte es dennoch spielend leicht und ohne großes drum und dran, eine lauschige Atmosphäre zu schaffen. Geboten wurden deutsche, tiefgründige und vor allem emotionalen Texte, ein Grund warum Fans die Sängerin so sehr mögen. Leas Stimme harmonierte dazu wie die Faust aufs Auge, einzigartig und dabei doch leicht zerbrechlich. Alle Melodien waren harmonisch und gefühlvoll aufeinander abgestimmt. Die Zuschauer fühlten sich sichtlich wohl, es wurde gekuschelt, mitgesungen, getanzt und sich einfach den Klängen hingegeben.

Ellie Goulding

Die britische Singer-Songwriterin Ellie Goulding stand als nächstes in den Startlöchern. Von dem Moment an, als sie die Bühne betrat, war ihre Präsenz elektrisierend. Ihre Stimme erwies sich als ebenso beeindruckend wie auf ihren Studioaufnahmen – klar, vielseitig und voller Emotion. Zu Gute kam ihr aber vor allem die wunderbare Fähigkeit, Hits mit Tiefe und Bedeutung zu verbinden, gepaart mit ihrer Bühnenpräsenz. Die Setlist war ein geschickter Mix aus ihren größten Hits und einigen überraschenden Neuinterpretationen. Songs wie „Lights“, „Love Me Like You Do“ und „Burn“ brachten das Publikum zum Toben, während langsamere Stücke wie „How Long Will I Love You“ und „Your Song“ für Gänsehautmomente sorgten. Die Bühnenproduktion war ebenso beeindruckend. Lichteffekte, LED-Wände und sorgfältig choreografierte Bewegungen der Tänzer fügten sich nahtlos in die Performance ein und verstärkten die visuelle Wirkung. Dabei blieb Ellie stets im Mittelpunkt Die britische Künstlerin bewies einmal mehr, dass sie nicht nur eine außergewöhnliche Stimme hat, sondern auch die Fähigkeit besitzt, das Publikum in ihren Bann zu ziehen.

SDP

Spontan sein ist alles. Das dachten sich jedenfalls die zwei Jungs von SDP. Vincent Stein und Dag-Alexis Kopplin übernahmen auf Nachfrage des Veranstalter nach der Absage von Rita Ora kurzerhand ihren Slot. Natürlich sehr schade, viele Besucher hatten sich auf die Britin gefreut, die man nicht so häufig in Deutschland geschweige denn in Hannover auf einer Bühne zu sehen bekommt. Große Geste aber von den Berliner Musikern, so kurzfristig einzuspringen, wo ihr Tourplan auch nicht gerade Freizeit anzeigte (gleich am Sonntag spielen sie beim Lollapalooza in Berlin). Die charmanten Wort-Akrobaten waren aber ein Garant dafür, mit ihrer Musik Gute-Laune-Rap-Funk zu verbreiteten. Unter dem Namen SDP sind die beiden Jungs seit über 20 Jahren im Musikbusiness aktiv. Und das, obwohl ihre Heimat Berlin-Spandau nicht gerade als musikalischer Szenebezirk gilt. Mit jeder Menge Wortwitz verpackten SDP ihren Sound und ließen Partystimmung aufkommen – egal, ob sie sich gerade auf einer Mission zur Rettung unserer Galaxie befanden oder auf der bunten Seite der Macht standen. Es gab Pyrotechnik, Konfettiregen, die beiden Musiker fuhren mit einem Schlauchboot durch die Menge und es gab natürlich alle Hits, die das SDP-Fanherz begehrte. Auch die obligatorische „Leiche“ wurde besungen. Natürlich gab es noch weitere Songs aus dem SDP-Repertoire von insgesamt zehn Musikalben, darunter „Die Nacht von Freitag auf Montag“, „Ich will nur, dass du weißt“, „Ich muss immer an dich denken“, „Wenn ich groß bin“ und viele mehr.

Peter Fox

Zu guter letzt gab sich jemand die Ehre, der sonst eher im Kombi-Paket live zu sehen wäre und zwar mit einer der erfolgreichsten deutschen Bands: Seeed. Doch der Berliner Musiker Peter Fox zeigte sich dieses Mal wieder einmal solo. Schon mehrfach war er allein auf Tour, hat mit „Stadtaffe“ (VÖ 2008) und seinem neusten Werk „Love Songs“ (VÖ 2023) zwei erfolgreiche Solo-Alben auf den Markt gebracht. Letzteres wurde gerade promotet, denn Fox war auch parallel zur Festivalzeit auf Konzerttour durch Deutschland. Der Ausnahmekünstler mit seiner einzigartigen Mischung aus Reggae, Dancehall und Pop war schon immer ein Garant für eine mitreißenden Performance. Für die Expo-Plaza legte sich Peter Fox, begleitet von einer talentierten Band und vielen vielen Tänzern/Tänzerinnen, richtig ins Zeug. Die Setlist des Abends umfasste sowohl die beliebten Hits aus Peter Fox‘ Soloalbum „Zukunft Pink“ als auch die neuen Songs seines Albums „Love Songs“. Von energiegeladenen Tracks wie „Haus am See“ und „Schwarz zu Blau“ bis hin zu „Tuff Cookie “ und „Stadtaffe“ war für jeden Fan etwas dabei. Die Vielfalt der Musikrichtungen, von Afro-Beat über R’n’B bis Pink Punk, spiegelte die künstlerische Bandbreite von Peter Fox wider und begeisterte das Publikum. Peter Fox bewies erneut, warum er zu den einflussreichsten Künstlern dieses Poplands zählt.

Julia Langmaack Julia Langmaack Vechelde

Julia ist eigentlich vier Julias: Sie ist Julia, die Mediendesignerin, die seit 25 Jahren in der Werbewelt unterwegs ist. Julia, die Texterin. Julia, die Fotografin. Und Julia, eine der Chefinnen bei stagr und FU.