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Politik-Thread

eröffnet von FBG am 13.02.2006 14:16 Uhr - letzter Kommentar von blubb0r

4.229 Kommentare (Seite 169)


  • blubb0r blubb0r 04.09.2019 08:47 Uhr

  • Stebbard Stebbard 04.09.2019 09:50 Uhr Edited
    ... wobei der Titel etwas reißerisch ist, denn van Reybrouck ist nicht per se gegen Wahlen, sondern spricht sich dafür aus, dass Demokratien die ganze ihnen gegebene Palette der demokratischen Willensbildung verwenden, wodurch sich seiner Ansicht nach die problematischen Tendenzen von Wahlen ausgleichen. Aber auf jeden Fall lesenswert und anregend.



    Cove schrieb:
    Es ist viel einfacher zu sagen, AFD-Wähler seien Nazis oder Protestwähler. Aber die Realität sieht so aus, dass sie keine Alternative sehen, außer der vermeintlichen Alternative. Und da sind nicht nur CDU und SPD verantwortlich. Auch die anderen großen Parteien versagen.

    Ich bin wirklich nicht gespannt darauf, worauf dieser ganze Mist noch hinausläuft.


    Einerseits bin ich geneigt dir zuzustimmen, denn es mangelt nicht an Indikatoren dafür, dass viele Regionen des Ostens abgehängt sind, sowohl was Verkehrsinfrastruktur als bspw. auch die ärztliche Versorgung gilt. Ganz offensichtlich wird es dann, wenn man sich anschaut, dass sich die ostdeutschen Bundesländer allesamt im unteren Bereich der Einkommens befinden. Selbst im ökonomisch schwächsten Bundesland der ehemaligen Bundesrepublik liegt das verfügbare Nettoeinkommen rund 23 % höher als in Brandenburg, welches den besten Wert der ostdeutschen Bundesländer hat. Ich selbst habe mich gefragt, weshalb ich bspw. in Leipzig nur 2/3 des Weihnachtsgeldes aus meiner Kieler Zeit bekomme, obwohl beides unter dem Deckmantel des TVöD (West bzw. Ost) läuft. Dafür gibt es doch kaum eine logische Erklärung. Gründe für Frust und Enttäuschung kann ich gerade in ländlichen Räumen absolut nachvollziehen, zumal ich ja auch selber aus einem Dorf mit nicht einmal 100 Einwohnern komme, inmitten einer zutiefst ländlichen Region.

    Es gibt aber ein großes aber: Strukturschwache Regionen gibt es auch im Westen zu Hauf, ebenso wie viele Regionen wo im Prinzip seit Jahrzehnten nichts seitens der öffentlichen Hand investiert wurde. Dennoch fangen sie nicht an Haufenweise zur AfD zu laufen. Das mag etwa in Schleswig-Holstein mit eine katastrophalen Landesverband zu tun haben, hat aber auch mit der politischen Kultur zu tun. Wie erklärt es sich sonst, dass selbst eigentlich funktionierende Dörfer in Brandenburg und Sachsen sehr hohe Zustimmungswerte für die AfD haben, und diese selbst in prosperierenden Städten wie Dresden oder Leipzig ihre Wähler finden. Hier begeben wir uns dann in den Bereich der über viele Jahrzehnte hinweg mangelnden Auseinandersetzung mit rechten Tendenzen und Vergangenheiten, und den daraus entstandenen Strukturen. Viele der heute sehr AfD-freundlichen Regionen blicken ja auf eine sehr vitale Vergangenheit rechter Strukturen zurück, sei es nun die NPD, DVU oder die Republikaner. Siehe dazu auch den weiter oben verlinkten Artikel.

    So kommt in dieser Region womöglich einiges zusammen, was in der Konsequenz zu dem führt, was bspw. Adorno (in der jüngst posthum publizierten Rede vom April 1967) als kollektiven gekränkten Narzissmus umschreibt. Viele Menschen denken, dass ihnen die Rolle und Position in der Gesellschaft, welche sie selbst für angemessen halten, vorwährt bleibt, mit der Folge, dass alles als potentielle Gefahr der eh schon schwachen Stellung gedeutet wird. Es ist ziemlich selbsterklärend, dass dann eine Partei mit dem Versprechen, eben diese Leute wieder zu jemandem zu machen, reichlich Zulauf erhält.

    Noch einmal: Dieses Gefühl abgehängt zu sein mag nachvollziehbar sein, denn viele Regionen sind am aussterben und es gibt viele gebrochene Biographien. Zweifellos wurden viele Fehler begangen, teils auch wider jeglicher Vernunft, hauptsächlich von der Westpolitik, aber auch seitens der ehemaligen DDR-Bürger, welche auch nicht bereit waren, nach der Wende auf die "Versprechungen des Westens" mit Geduld zu reagieren. Das Ventil ist aber es aber nicht. Was bleibt zu tun? Man muss die verfestigten rechten Strukturen sprengen und sich um die Leute kümmern, Präsenz zeigen und, dass man sich kümmert. Damit wird man die AfD nicht verschwinden lassen, aber womöglich dazu beitragen, dass sie auf ein Normalmaß gestutz wird. Der Partei und ihren Mitgliedern selbst darf aber keine Plattform geboten werden, vielleicht lernen das auch endlich mal die Medien in ihrer "Man muss doch mit denen Reden und sie demaskieren"-Hybris.

  • HybridSun95 HybridSun95 04.09.2019 10:36 Uhr

    Nico11 schrieb:

    Cove schrieb:
    Es ist viel einfacher zu sagen, AFD-Wähler seien Nazis oder Protestwähler. Aber die Realität sieht so aus, dass sie keine Alternative sehen, außer der vermeintlichen Alternative. Und da sind nicht nur CDU und SPD verantwortlich. Auch die anderen großen Parteien versagen.

    Es ist dumm zu sagen, dass alle AfD - Wähler Nazis sind. Allerdings hat der Großteil der AfD - Wähler halt auch kein Problem damit, dass die Partei durchweg mit Recht(sextremen) bestückt ist. Viele sympathisieren wohl sogar mit deren Ansichten und das sollte zu denken geben.

    Zumal man auch nicht unbedingt das schlimmste Übel aus Protest wählen muss.


  • snookdog snookdog 05.09.2019 11:25 Uhr
    Zur Wahlanalyse in Sachsen: SZ.de: Wer wen gewählt hat.

    Die AFD ist unter den 19 bis 29-jährigen knapp und bei den 30 bis 44-jährigen deutlich die stärkste Kraft. Letztendlich haben die Senioren dafür gesorgt, dass es im Gesamtbild anders aussieht.

  • blubb0r blubb0r 05.09.2019 12:24 Uhr
    Jop, das wird in 15 Jahren schön knallen, wenn Osten und Landbevölkerung zu 40-50% AfD, und Westen und Stadt zu 50% grün wählt.


  • mattkru mattkru 05.09.2019 12:45 Uhr
    Ich denke mal, es wird zu ähnlich extremen Verhältnissen kommen, wie in den USA:


  • alex-der-grosse alex-der-grosse 05.09.2019 13:08 Uhr
    Nur könnte man ja was dagegen machen.
    Z.B Thema Verkehrswende: Es werden immer die Städte gedacht, Da gibt es viele und auch gute Vorschläge aber das ist ja nur die Hälfte der Bevölkerung, wo sind die Konzepte um kleine Dörfer anzubinden? Ich habe das Gefühl, dass die Politiker dafür kein richtiges "Ohr" mehr haben. Klar wird Politik für die Bauern gemacht aber das ist ja nur ein kleiner Teil der Landbevölkerung


  • snookdog snookdog 05.09.2019 13:47 Uhr

    blubb0r schrieb:
    Jop, das wird in 15 Jahren schön knallen, wenn Osten und Landbevölkerung zu 40-50% AfD, und Westen und Stadt zu 50% grün wählt.



    Als ob in 15 Jahren noch jemand im Osten leben würde. Ich bitte dich. Vielleicht können wir das Land an Trump verkaufen.

    Mal im Ernst: Die AFD wird irgendwann in 5-10 Jahren Probleme bekommen. Sobald sie tatsächlich mal in Regierungsverantwortung steht, was ja durchaus möglich scheint, weil einige CDU Landesverbände offenbar eher zur AFD tendieren als zu den bösen Grünen, reicht es nicht mehr aus, nur auf alles einzuschlagen und über alles zu meckern und mit populistischen Parolen durchs Land zu ziehen. Und dann kann es ganz schnell vorbei sein. Eine rein populistische Partei wie die AFD nutzt sich meiner Meinung nach deutlich schneller ab, als die klassischen Parteien.

    Zum Thema Verkehrswende auf dem Land: Ja, das ist tatsächlich ein bockschweres Thema. Hier in Bayern wird versucht, viel über das Rufbus-Modell zu lösen, was ein ziemlicher Reinfall ist, weil der viel zu sporadisch verkehrt und auch noch mindestens eine Stunde vorher unter Angabe einiger Daten gerufen werden muss. Das nutzt keine Sau und man muss sich darüber auch nicht wundern.

    Mir gefällt hierfür das Ecobus-Modell ziemlich gut. Vielleicht helfen solche innovativen Ideen dabei, die Leute auf dem Land wieder mehr "abzuholen".

  • blubb0r blubb0r 05.09.2019 16:03 Uhr
    Sobald die AfD an die Macht kommt, wird die CDU sich selbst zerfleischen, was langfristig auch schlecht ist.

    Zumal ich wette, dass dann viele aus dem Osten fliehen werden.

    Trump funktioniert, denken genügend Amerikaner. Wir sind nicht klüger als die Amerikaner.

  • Paju Paju 03.06.2020 23:01 Uhr Edited
    Und bei euch sonst so?

    Finde es erstaunlich, dass dieser Thread nicht durch die Decke geht. Stebbie?

    Sagt aber vielleicht auch vieles über privilegierte, weiße Europäer aus. Mich mit eingeschlossen. Mir vergeht der Spaß und die Lust an allem. Es ist so unfassbar, was der orangene Psycho-Head da veranstaltet bzw dazu beiträgt.


  • concertfreak concertfreak 03.06.2020 23:12 Uhr Edited
    Thema-Wechsel: Sehr löblich, was da heute in Sachen Konjunktur-Paket beschlossen wurde. Von der befristeten MW-Steuer-Senkung haben zumindest alle etwas. Ich hatte schon wieder mit zig Auto-Prämien und anderen Unsinn gerechnet.

    Achja, ansonsten: #blacklivesmatter und #keinmillimeternachrechts

  • BurnItDown BurnItDown 03.06.2020 23:32 Uhr Edited

    Paju schrieb:
    Und bei euch sonst so?

    Finde es erstaunlich, dass dieser Thread nicht durch die Decke geht. Stebbie?
    Sagt aber vielleicht auch vieles über privilegierte, weiße Europäer aus. Mich mit eingeschlossen.
    Mir vergeht der Spaß und die Lust an allem.
    Es ist so unfassbar, was der orangene Psycho-Head da veranstaltet bzw dazu beiträgt.

    Hat mich auch gewundert, dass dieser Thread so lange nicht mehr hoch kam, vorallem wenn man bedenkt was in Thüringen los war. Bei Trump denkt man immer, dass es lächerlicher oder schlimmer nicht werden kann, aber dann überrascht er einen. Ich hoffe Biden wird gewinnen, auch wenn ich ihn auch nicht gerade bejubbel.


    Thema-Wechsel: Sehr löblich, was da heute in Sachen Konjunktur-Paket beschlossen wurde. Von der befristeten MW-Steuer-Senkung haben zumindest alle etwas. Ich hatte schon wieder mit zig Auto-Prämien und anderen Unsinn gerechnet.

    Obwohl meine wirtschaftliche Lage auch von der Automobilindustrie abhängt, stehe ich ebenfalls einer Abwrackprämie kritisch gegenüber. Hotel-Gutscheine finde ich auch nicht effektiv. Bei der Senkung der MwSt sehe ich die Gefahr, dass die Preise erhöht werden und die Steuersenkung für den Konsumenten nicht spürbar ist. Wird die MwSt wieder angehoben, sind die Preise höher als zuvor. Was mir Sorgen bereitet ist das Finanz- und Geldsystem. Frankreich könnte zum neuen Patienten werden und das könnte zum großen Problem werden.

  • counterdog counterdog 04.06.2020 14:25 Uhr

    concertfreak schrieb:
    Thema-Wechsel: Sehr löblich, was da heute in Sachen Konjunktur-Paket beschlossen wurde. Von der befristeten MW-Steuer-Senkung haben zumindest alle etwas. Ich hatte schon wieder mit zig Auto-Prämien und anderen Unsinn gerechnet.

    Achja, ansonsten: #blacklivesmatter und #keinmillimeternachrechts

    Halte von der Mwst Senkung nichts, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass das beim Konsument einen großen Einfluss hat (außer man möchte ein Auto kaufen). Aber beim regulären Supermarkteinkauf wird das doch nicht entlasten, weil das Hack für 2.99€ nicht plötzlich 2.90€ kosten wird.

    Wird höchstens ein weiteres Loch in die Kassen spülen, welches bei den Leuten die momentan wirklich Geld brauchen nicht ankommt.

  • Yertle-the-Turtle Yertle-the-Turtle 04.06.2020 14:33 Uhr
    Finde das Konjunkturprogramm grundsätzlich ok. Allerdings wäre mir die Abschaffung des Soli lieber gewesen, da ich da auch einen finanziellen Vorteil habe ohne konsumieren zu müssen. Ob die 3% MwSt Ersparnis beim Kunden ankommen darf angezweifelt werden.

    Unglücklich gelöst finde ich auch den Kinder-Bonus. Die negativen Auswirkungen von Corona betreffen so gut wie alle Zielgruppen und nicht nur Eltern. Die geschlossene Kita können die 300€ auch nicht kompensieren, und eine Finanzspritze zum konsumieren kann gerade wohl jeder brauchen. Zumindest die Eltern in meinem Bekanntenkreis packen den Bonus aufs Sparkonto der Kinder oder erwerben Aktien... eine andere Bekannte ist schon seit immer Hausfrau mit 3 Kindern und bekommt jetzt 900€ ohne wirkliche Nachteile durch Corona zu haben.

  • Maui1305 Maui1305 04.06.2020 17:19 Uhr Edited

    concertfreak schrieb:
    Thema-Wechsel: Sehr löblich, was da heute in Sachen Konjunktur-Paket beschlossen wurde. Von der befristeten MW-Steuer-Senkung haben zumindest alle etwas. Ich hatte schon wieder mit zig Auto-Prämien und anderen Unsinn gerechnet.

    Achja, ansonsten: #blacklivesmatter und #keinmillimeternachrechts

    Ach ja; ansonsten: Keine Macht dem Islamismus!

  • Maui1305 Maui1305 04.06.2020 17:26 Uhr
    Wer bekommt die 300 Euro aus dem Konjunkturpaket?
    Diesen "Bonus" müssen Arbeitnehmer versteuern!!
    https://www.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/kinderbonus-wer-bekommt-die-300-euro-aus-dem-konjunkturpaket/25886576.html


  • concertfreak concertfreak 04.06.2020 18:43 Uhr Edited
    Willkommen auf meiner Blockier-Liste.
    Auf AfD-Gesindel kann ich verzichten.

  • Maui1305 Maui1305 04.06.2020 19:08 Uhr

    concertfreak schrieb:
    Willkommen auf meiner Blockier-Liste.
    Auf AfD-Gesindel kann ich verzichten.

    Bitte klären Sie mich auf: Warum sollte ich AfD Gesindel sein?
    Sie formulieren formuliert Ihre Eistellung gegen "Rechts" und Rassismus!
    mit : Achja, ansonsten: #blacklivesmatter und #keinmillimeternachrechts

    Diese Einstellung teile ich uneingeschränkt mit Ihnen!
    Dennoch sollte es den Meschen frei stehen, darüber hinaus auch eine "Ergänzung" vornehmen zu dürfen. Und sofort wird die "Nazi-Keule" gezückt.

  • concertfreak concertfreak 04.06.2020 19:19 Uhr
    Ok.
    Grüße!

  • PlugInBaby PlugInBaby 04.06.2020 19:43 Uhr
    Der Begriff "Nazi-Keule" hat schon Geschmäckle

  • Paju Paju 04.06.2020 19:56 Uhr
    War wohl keine gute Idee diesen Thread zu pushen...

  • DiebelsAlt83 DiebelsAlt83 04.06.2020 22:28 Uhr SUPPORTER

    Paju schrieb:
    War wohl keine gute Idee diesen Thread zu pushen...


    Warum nicht? Eine üble Gesinnung entlarvt. Siehe auch im Westernhagen Thread.

  • ralf321 ralf321 24.06.2020 11:52 Uhr
    Wer wissen will was und wer hinter Augustus Intelligence steckt. Ganz gute Übersicht

    www.n-tv.de

  • BurnItDown BurnItDown 24.06.2020 13:39 Uhr
    Bei sowas frage ich mich, ob die zu viel Zeit haben? Man sollte meinen der Job als Bundestagsabgeordneter nimmt viel Zeit in Anspruch, aber scheinbar hat man noch viel Zeit sich anderweitig zu beschäftigen.
    Es bestätigt mal wieder das Image der CDU als Lobbypartei. Bin zwar kein Linker, aber der Ruf nach einem Lobbyregister bzw. nach mehr tranzparenz empfinde ich als förderlich für die Demokratie.

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