Festivals United

Ringrocker goes NOS Primavera Porto

08.06.2017 - 10.06.2017, Porto  Portugal
Aphex Twin, Bon Iver, JusticeUVM

26 Kommentare


  • PastorOfMuppets PastorOfMuppets 06.06.2017 12:46 Uhr SUPPORTER
    Die europäische Festivalsaison 2017 ist vor einigen Wochen gestartet und spätestens seit dem vergangenen Wochenende mit Rock am Ring sind Festivals für viele Mitglieder des Forums wieder ein zentraler Bestandteil des Sommers.

    Die meisten Festivalbesucher haben ihre deutschen Favoriten, seien es RaR/RiP, Hu/So oder eines der zahlreichen mittelgroßen bis kleinen Festivals. Seit einigen Jahren kann man im Forum aber auch beobachten, dass mehr und mehr Leute auf europäische Festivals fahren und davon berichten. Ein Land, das neben Werchter, Roskilde oder Sziget bisher noch nicht so im Fokus stand, ist Portugal.

    Ich habe das Glück, dass ich in diesem Sommer ein Auslandssemester in Lissabon machen kann. Daher möchte ich 2-3 hiesige Festivals besuchen und ich darf euch dabei als "Ringrockers rasender Reporter" von meinen Erlebnissen berichten. Natürlich möchte ich diesen Thread auch dafür nutzen, um eure Fragen bzgl. der Festivals bzw. Portugal generell zu beantworten.

    Das erste Festival ist das am kommenden Wochenende vom 07. bzw. 08. bis 10. Juni in Porto stattfindende NOS Primavera



    Das Festivalgelände befindet sich im Nordwesten Portos im Parque da Cidade. Zur Stadt kann ich noch nichts sagen, da ich bisher noch nicht dort war und das Sightseeing mit dem Festival verbinden möchte. Ich habe mir aber sagen lassen, dass zwei volle Tage für die Stadt ausreichen sollen, sodass ich mit 4 halben Tagen wohl gut hinkomme.


    Das diesjährige Line Up ist super für mich, da einige Must Sees dabei sind und ich bis auf King Gizzard & The Lizard Wizard noch keine Band live gesehen habe.



    Die großen portugiesischen Festivals geben soweit ich das bisher beobachtet habe nur den Beginn, aber nicht das Ende der Acts an. Beim NOS Primavera werden die beiden Hauptbühnen aber abwechselnd bespielt, sodass man diese Zeiten weiß. Der Timetable kam dieses und letztes Jahr mit einer Woche vor dem Festival erst kurzfristig, aber das gesamte Line Up wird schon um den Jahreswechsel rum bekanntgegeben.



    Meine Must Sees sind:
    Donnerstag - Cigarettes After Sex, Run The Jewels und Justice
    Freitag - First Breath After Coma, Whitney, Angel Olsen und Bon Iver
    Samstag - Metronomy, Japndroids, Aphex Twin und Against Me!
    Den Rest entscheide ich dann spontan vor Ort.

    Am Mittwoch findet noch eine kurzfristig angekündigte Warm Up Veranstaltung statt. Ich werde bereits morgen nach Porto reisen und sofern es keine Verzögerungen gibt bzw. ich noch fit genug bin (ich komme am frühen Vormittag von den Azoren zurück) werde ich da auch vorbeischauen.



    Das war es für den Anfang erstmal von mir, mehr kommt dann mit wlan bzw. aus Porto. Für Anmerkungen, Vorschläge und natürlich vor allem Fragen stehe ich hier bereit und werde jeweils versuchen "in Kürze" darauf einzugehen.

    Bilder gibt es dann bei Instagram

    Até amanhã!
    Sebastian

  • blubb0r blubb0r 06.06.2017 12:50 Uhr
    Ich hoffe, du lässt bei den ganzen Festivals den Sport nicht links liegen, damit du im Winter beim ringrocker Bolzen weiterhin mit Fitness bzw. Ausdauer glänzt

    Viel Spaß, für RTJ und Justice an einem Tag hasse ich dich ein wenig.

  • Stebbard Stebbard 06.06.2017 13:40 Uhr
    Lass Bon Iver sein, nimm Julien Baker mit!


  • PastorOfMuppets PastorOfMuppets 06.06.2017 15:54 Uhr SUPPORTER
    @blubb0r: Das mit dem Sport ist hier so eine Sache. Wenn mich im Winter niemand fragt in welchem Monat ich schwanger bin wäre das schon ein Erfolg. Ne Quatsch, so schlimm ist es nicht. Lissabon ist sehr hügelig, da mache ich ordentlich (Höhen-) Meter, sodass ich weiterhin fit für Fußball bin.

    @Stebbard: Sorry, keine Chance. Bon Iver ist meine persönliche Nr. 1 am Wochenende. Und wer weiß wann da die Tour nachgeholt bzw. ein neuer Anlauf geplant wird.

  • Gambrish Gambrish 07.06.2017 08:49 Uhr
    Freunde von mir fahren dieses Jahr auch auf das NOS Alive in Lissabon. Bin da ja schon ein wenig neidisch

  • JackD JackD 07.06.2017 08:55 Uhr
    Toller Thread, bin gespannt!

  • fipsi fipsi 07.06.2017 12:42 Uhr

    Stebbard schrieb:
    Lass Bon Iver sein, nimm Julien Baker mit!

    Quatsch. Bon Iver war in Barcelona einfach nur überragend und die Chance ihn zu sehen sollte man nutzen.

  • PastorOfMuppets PastorOfMuppets 07.06.2017 12:55 Uhr SUPPORTER
    Lissabon, 12 Uhr Ortszeit: 30 Grad in der Sonne.

    Die Wettervorhersagen für Porto schwanken hinsichtlich der Temperatur zwischen 23 und 31 Grad für die verschiedenen Tage, aber es wird auf jeden Fall reichlich Sonnenstunden geben.

    Das wäre dann ein erster wesentlicher Vorteil, die Planungssicherheit hinsichtlich des Wetters gefällt mir ausgesprochen gut. Unwetter und wetterbedingte Einflüsse auf das Festival sind ausgeschlossen. Und durch den täglichen Beginn um 17 Uhr vermeidet man die Mittagshitze.

    Zeit zu packen, 3,5h bis zur Abfahrt.

  • PastorOfMuppets PastorOfMuppets 07.06.2017 21:18 Uhr SUPPORTER
    Das Zimmer ist bezogen und gleich werde ich mich auf den Weg zum Warm Up machen. Das findet an verschiedenen Stellen in Porto statt, die Hauptlocation liegt für mich praktischerweise um die Ecke.


    www.nosprimaverasound.com

    A legendary space in the city, Hard Club opens its doors to receive in Room 1 Las Bistecs, Jessy Lanza, Shura and The Black Madonna while in Room 2 will be LINCE, Juana na rap and MVRIA.

    Mir sagt nur The Black Madonna vom Namen was, gibt es Empfehlungen?

  • fipsi fipsi 07.06.2017 21:55 Uhr
    Jessy Lanza und Shura.

  • PastorOfMuppets PastorOfMuppets 08.06.2017 14:08 Uhr SUPPORTER
    Die gestrige Veranstaltung war ein super Start in das Wochenende. Ich habe wie gesagt nur Konzerte im Hard Club besucht, zu den anderen Orten wollte ich nicht gehen.

    Zuerst habe ich das Bändchen geholt, das ging reibungslos in 2 Minuten, da gegen 9 Uhr wenig los war. Das Pressebändchen hat einen im Stoff integrierten Chip zum schnelleren Einlass, die normalen Bändchen haben diesen Chip nicht und die Besucher bekommen zusätzlich eine Karte im Führerschein- bzw. neuen Perso-Format.

    Die Konzerte fanden in den zwei Räumen des Clubs statt, Raum 1 hat eine Kapazität von 1000 und Raum 2 von 350 Besuchern. Allerdings waren die Räume während des gesamten Abends nie übermäßig gefüllt und man kam locker überall hin wo man wollte.

    Ein kleiner negativer Punkt ist, dass Portugiesen sehr kommunikationsfreudig sind. Es wird also gerne auch mal recht laut während der Konzerte geredet.

    Zu den Bands (Dank an fipsi für die Tipps):

    Lince - 20min als Einstieg gesehen. Schöne Stimme, aber es blieb nicht viel hängen.

    Jessy Lanza - Elektronische Musik mit Gesang, ich fand es eine interessante Mischung. Auf 50min war es mir aber etwas zu eintönig, zwischendurch gab es aber ein paar Highlights.

    Juana na Rap - Das war gar nichts. Zwei Typen haben versucht zu rappen, einer hat auf der Bühne gefilmt und einer hat mit Krücken (die er offensichtlich nicht gebraucht hat) versucht die Leute zu animieren. 15min haben mir gereicht.

    Shura - Highlight des Abends, die gefielen mir richtig gut. Tolle Musik, sympathische Frontfrau. Muss ich mich zuhause mal intensiver mit beschäftigen.
    Danach bin ich dann gegangen, The Black Madonna musste ich wegen akuter Müdigkeit ausfallen lassen.

    Generell finde ich das Konzept sehr schön, dass am Vorabend des eigentlichen Beginns in verschiedenen Locations der Stadt ohne zusätzliche Kosten Konzerte stattfinden. Die Wege zwischen den Locations sind auch fußläufig machbar. Allerdings wurde die Veranstaltung erst recht kurzfristig angekündigt, da habe ich bei Facebook auch Kritik gelesen, da viele ihre Anreise schon für den Donnerstag geplant hatten. Bestimmt ein Grund warum es nicht ganz voll war.

    Heute habe ich bisher ein bisschen Sightseeing im Kern von Porto gemacht. Hier liegt auf jeden Fall alles sehr nah zusammen, den Teil kann man entspannt an einem halben Tag absolvieren. Später geht es dann gegen 5 Uhr in Richtung Parque da Cidade.


  • PastorOfMuppets PastorOfMuppets 08.06.2017 19:06 Uhr SUPPORTER
    Es gibt laut Facebook-Post einen Livestream bei Arte, heute von der Main Stage dabei sind Cigarettes After Sex, Miguel und Run The Jewels.

  • tobiwan42 tobiwan42 08.06.2017 19:27 Uhr
    Es wird also gerne auch mal recht laut während der Konzerte geredet.

    Sowas mag ich ja überhaupt nicht.

    An dieser Stelle auch noch mal viel Spaß und ich bin gespannt, was du zu berichten hast!

  • PastorOfMuppets PastorOfMuppets 09.06.2017 18:19 Uhr SUPPORTER
    Arte Concert hat heute wieder einige Konzerte im Angebot, schaut rein!

    Festivalfeeling auf dem Sofa! Wir bringen euch heute Abend das NOS Primavera Sound nach Hause. Eine Nacht mit Folk, Pop, Rock, Indie und: First Breath After Coma, Jeremy Jay, Whitney, Royal Trux, Swans, Angel Olsen, Teenage Fanclub und Bon Iver! LIVE ab 18h

  • PastorOfMuppets PastorOfMuppets 09.06.2017 23:11 Uhr SUPPORTER
    5 Minuten bis Bon Iver.

  • PastorOfMuppets PastorOfMuppets 10.06.2017 19:23 Uhr SUPPORTER
    Der letzte Tag läuft und Arte Concert hat wieder einige Konzerte im Angebot:
    Good Bye NOS Primavera Sound! Wir bescheren euch noch einen würdigen Festivalabschluss mit Núria Graham, Evols, Elza Soares, Wand, The GROWLERS, JAPANDROIDS, Songhoy Blues, The Make-Up und The Black Angels.
    LIVE ab 18h



    Ausführliche Berichte folgen morgen oder übermorgen vom Laptop aus. Falls es bestimmte Fragen gibt immer her damit.

  • PastorOfMuppets PastorOfMuppets 12.06.2017 20:40 Uhr Edited SUPPORTER
    Das NOS Primavera Sound 2017 ist vorbei und hier folgt nun mein Bericht.

    Zuerst macht ihr euch am besten ein kurzes Bild anhand meiner Bilder bei www.instagram.com.

    Außerdem bette ich mal ein paar Videos von diesem und letztem Jahr ein, die das Gelände und die grundsätzliche Atmosphäre des Festivals ganz gut verdeutlichen.






    Allgemein
    Generell fasst das Festival 30.000 Besucher und neben Kombitickets werden auch Tagestickets angeboten. Das gesamte Line Up wurde am 21.12. veröffentlicht und Kombitickets kosteten zu Beginn ca. 100€. Letztendlich waren die dann vor etwa zwei Wochen und die Tagestickets für den Freitag mit Bon Iver vor etwa einer Woche ausverkauft. Die Tagestickets für die beiden anderen Tage waren nicht ausverkauft. Es bleibt also genug Zeit, um sich für einen Besuch des Festivals zu entscheiden. Neben natürlich vielen Portugiesen wird das Festival auch von zahlreichen internationalen Gästen besucht. Ein polnischer Journalist, der die letzten fünf Jahre vor Ort war, sagte mir, dass der Anteil an internationalen Besuchern wohl mit jedem Jahr leicht steigt. Mit Englisch kommt man demnach sehr gut klar, man muss kein Portugiesisch sprechen können. Generell sprechen junge Leute in Portugal im Schnitt gut Englisch.

    Location
    Das Festival findet im wunderschönen Stadtpark (Parque da Cidade) im Nordwesten von Porto statt. Der Park ist optimal für ein Festival geeignet, da er abschüssig ist. Die beiden Hauptbühnen (NOS und Super Bock) befinden sich durch einige Bäume getrennt nebeneinander in gleicher Richtung positioniert. Dadurch hat man von quasi überall eine wunderbare Sicht auf das Geläde (s. Instagram), das ist ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen bisher von mir besuchten Festivals. Die beiden anderen Bühnen befinden sich nahe des Eingangs (Pitchfork) bzw. in einer anderen Ecke des Parks (Palco). Die Wege sind kurz und ein Bühnenwechsel zwischen einer der Hauptbühnen und den anderen beiden Bühnen selbst zu Stoßzeiten in weniger als 5 Minuten machbar. Die Hauptbühhnen werden abwechselnd bespielt, sodass es dort eh kein Problem ist. Auf der jeweils pausierenden Bühne wird sogar auf den Leinwänden das Bild von der anderen Bühne gezeigt, aber es wartet quasi niemand dort. Generell hatte ich nie das Gefühl, dass es auf dem Gelände voll ist. Ich konnte mich immer problemlos bewegen und quasi beliebig nach vorne kommen. Dabei hilft sicherlich auch die gute Sicht, da viele Besucher entspannt auf dem Hügel sitzen und sich die Konzerte von dort angucken. Und mit mehr als 1,80m hat man noch einen weiteren Vorteil, da Portugiesen im Schnitt deutlich kleiner sind. Generell sind die Besucher angenehm entspannt. Alle sind stets freundlich und rücksichtsvoll, das passt wunderbar zur gesamten Atmosphäre. Vorne geht es bei entsprechenden Konzerten auch gut zur Sache (Run The Jewels, Japandroids, Against Me!), aber auch hier wird aufeinander geachtet. Hervorzuheben ist die außerordentliche Sauberkeit des Geländes. Es liegt wirklich überhaupt kein Müll herum. Es stehen ausreichend Mülleimer samt Mülltrennung zur Verfügung und die werden auch benutzt. Ich habe sogar mehrfach Leute sekundenlang nach dem richtigen Mülleimer gucken sehen, anstatt es einfach irgendwo reinzuwerfen. Generell sei noch angemerkt, dass in Portugal viele Leute rauchen. Der Anteil ist denke ich deutlich höher als hierzulande. Das könnte manche Personen bei den Konzerten vielleicht stören (nächstes Stichwort: Green Porto). Auch ist es bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen (z.B. Warm Up Veranstaltung vom Mittwoch oder ganz allgemein Konzertlocations) erlaubt, es gibt hier kein Rauchverbot.

    Toiletten
    Absolut perfekt. Ich habe kein einziges Mal warten müssen, die Toiletten sind alle wassergespült und es war stets ausreichend Toilettenpapier und Seife vorhanden. Besser geht es nicht.

    Essen und Trinken
    Der halbe Liter Bier kostete 4€, Longdrinks 6€ und Cocktails 5€. Alle Getränke wurden in Hartplastikbechern mit 2€ Pfand ausgeschenkt. Mit dem Getränk bekam man einen Chip, sodass man bei Abgabe von Becher und Chip den Pfand zurückbekommen hat. Die Wartezeit betrug tagsüber vielleicht 2 Minuten, das ging sehr schnell. Gegen Abend hat es dann logischerweise etwas länger (teilweise bis ca. 10 Minuten) gedauert. Das hätte meiner Meinung nach auch schneller gehen können, aber die portugiesische Mentalität ist allgemein sehr entspannt und es wird nicht unbedingt absolut schnellstmöglich gearbeitet.

    Beim Essen hingegen ging es jederzeit sehr schnell. Es gab ein hervorragendes Angebot verschiedenster Standardsachen (Pommes etc.) und Spezialitäten, sodass sich das sehr gut verlaufen hat. Zentrale Bereiche für die Essensstände waren nahe des Eingangs und im speziellen Foodcourt. Angeboten wurden auch vegetarische und vegane Speisen. Ich kopiere mal einen Pressetext von der Homepage rüber.

    In its sixth edition, NOS Primavera Sound once again promotes an area of exclusively Porto-native snacks. This year, besides the usual presence of establishments such as Padaria Ribeiro, Dom Peixe, Casa Guedes, Conga and pizzas by Hand&Go, it will also be possible to travel through exotic flavours such as Wok on Fayah ( Thai recipes), Sambarilove (typically Brazilian dishes) or even go to Argentina with La Boca.
    The festival also welcomes the Francesinha sandwiches by Sandinha, to Gaucamole Gourmet and hamgurgers by Spanish La Pepita. Making its début in this sixth edition, although not in their emblematic recipes for pancakes, NOS Primavera Sound opens its doors to Porto restaurant O Diplomata. For healthy eating suggestions, or even vegetarian options, the festival receives Da Terra (juices and vegetarian sandwiches), Black Mamba (vegan burgers) and Go Natural.
    For the second year running, the festival will have an area dedicated to street food, filled with good offers such as A Portuguesinha, Comidas de Rua, emblematic pancakes by O Diplomata, La Catrina with Mexican temptations, and Vai à Fava and Vira Lata.

    Im Foodcourt integriert war außerdem eine Art Markt u.a. mit Plattenständen, Handwerken oder einem Tattoostand. Besonders schön (für mich mit bis zu 45€ aber zu teuer) fand ich einen Stand mit handgemachten Bandshirts.
    Anbei noch die komplette veröffentlichte Liste an für das Essensangebot und den Markt.
    Restaurants: A conga, Auroque, Black Mamba, Cacau, Casa Guedes, Central dos pregos, Chiparia, daTerra, Dom Peixe, Food on tour, Gomas e Lambarices, Go Natural, Guacamole Gourmet, Hand n' go, La Pepita, Luis Aguiar, Padaria Ribeiro, Prazeres da Bairrada, Sandinha, Shack NY, Subenshi, Tachadinhas, The dog, Wok on fayha
    Street food area: A Portuguesinha, Comida de Rua, Hot Dog Cascais, La Boca, La Catrina, La Pirulina, Leitão do Zé, Maria Wurst, Munchies, O Diplomata, Porto chips, Puorto, Quinta dos fumeiros, Sambarilove, Vai à Fava, Vira Lata, Zé da Tripa
    Primavera Market: 8mm Records, Barbearia Porto, CDV Outlet ? Tubitek, Cx Bracelets, Flores Creative Concept, Hyde Wares, Illustrart, Jewels don't shine, Mon Père, Nervo Tattoo, Pájaro Malandro, Portobrands, Runaway Discos, Screenadelica, The Red Wolf, Tricirculo, UR, Vintage for a cause


    Ich habe auf dem Gelände nicht allzu viel gegessen, aber grundsätzlich hat man da vernünftige Sachen/Portionen für rund 5€ bekommen und qualitativ war das sicherlich eine andere Liga als der bekannte Standardkram.

    Merchandising
    Generell sind die Merch-Artikel billiger als in Deutschland, Shirts gibt es für 15-20€ und Pullover für 20-30€. Das spezielle Band-Merch gab es sogar über mehrere Tage, das hat mich überrascht. Justice vom ersten Tag gab es auch noch am letzten Tag und Artikel von Aphex Twin vom letzten Tag habe ich auch schon am ersten Tag gesehen. Besonders hervorzuheben ist noch, dass einige Sachen kostenlos verteilt werden. Einerseits gibt es Schlüsselbänder in verschiedensten Farben jederzeit zuhauf. Andererseits wurde noch kleine 2 in 1 Jutebeutel bzw. Rucksäcke verteilt. Da musste man etwas Glück haben, verschiedene Ladungen gingen zwischen 17 und 21 Uhr raus. Im Rucksack war bereits eine Picknickdecke enthalten. Die Rucksäcke gibt es jedes Jahr in neuem Layout und in den oben eingebetteten Videos sieht man die Rucksäcke und Decken ganz gut, das wird sehr gut angenommen. Im Gegensatz zu normalen Rucksäcken sind diese auch klein und dadurch bei Konzerten meiner Meinung nach nicht störend. Generell natürlich super praktisch um z.B. einen Pulli reinzupacken, denn nach Sonnenuntergang wurde es duch die Nähe zum Wasser etwas frischer als gedacht. Einen dünnen Pulli brauchte ich da schon.

    Stadt
    Wie bereits angedeutet ist Porto eine schöne und übersichtliche Stadt, die man während des Festivals in der Mittagszeit erkunden kann. In 3-4 halben Tagen sieht man da auch auf jeden Fall die wesentlichen Sachen. Am zweiten Festivaltag wurde für die Presse ein sechsstündiger Stadtrundgang von visitportoandnorth.travel organisiert, den ich hier hervorheben möchte. Mittendrin sind wir dann sogar noch zufällig auf der Straße dem Staatspräsidenten begegnet, das war insgesamt eine sehr interessante und gute Veranstaltung. Ansonsten spare ich mir an dieser Stelle kulturelle Tipps, da findet jede/r sehr leicht die persönlich favorisierten Sachen heraus. Praktisch und speziell ist, dass sich nur 5 Minuten Laufweg vom Eingang des Festivalgeländes entfernt ein Strand befindet.

    Bezüglich des Weges zum Festivalgelände sei noch gesagt, dass der Park etwas außerhalb des Zentrums liegt. Um das Wochenende herum ist in Porto aufgrund des nationalen Feiertags am Samstag sehr viel los und die Stadt gut gefüllt, sodass sich die Fahrt mit Auto oder Taxi selbst für Gruppen sowohl finanziell als auch zeitlich nicht lohnen. Am einfachsten kommt man mit der Metro zum Gelände. Die Fahrt kostet 1,55€ aus der Zone nahe des Zentrums um den Bahnhof Sao Bento und man steigt am besten an der Station Matosinhos Sul (Linie A, blau) aus. Beim ersten Mal kommt noch (ich glaube) 0,50€ für die dann wiederaufladbare Plastikkarte dazu. Da die Metro nur bis 1 Uhr fährt muss nach den Konzerten eine andere Lösung her. In unmittelbarer Nähe des Geländes fahren dann Nachtbusse, mit denen man für den Standardpreis von 1,90€ zurück ins Zentrum kommt. Hier regeln Polizisten die Befüllung und man muss aufgrund der hohen Frequenz an Bussen nicht lange warten. Und da die Leute wie gesagt so angenehm entspannt sind ist das alles auch überhaupt kein Problem.

    Bands

    Donnerstag: Zum Einstieg wollte ich eigentlich Cigarettes After Sex (US, Dream Pop) sehen, aber aufgrund von Verkehrschaos hat es nur noch für zwei Songs gereicht. Die bekannten Songs gefallen mir und das gerade erschienene Album werde ich mir mal in Gänze anhören. Vielleicht schaffe ich es sie beim Werchter zu sehen. Anschließend ab zur Super Bock Stage und Rodrigo Leão & Scott Matthew (PT/AU, Fado und Pop). Der Auftritt ist schwer zu beschreiben, weil es irgendwie eine Mischung aus traditioneller portugiesischer Musik und Pop ist. Das passte aber ganz gut und ein schönes Cover von Whitney Houston war auch dabei (I Wanna Dance With Somebody). Anschließend zurück zur Hauptbühne zu Miguel (US, R&B). Ich stand weit hinten, hatte eine super Sicht und war sehr positiv überrascht. Hätte nicht gedacht, dass mir das so gut gefällt. Er ist eine kleien Rampensau, hat eine gute Band und stimmlich war das auch stark. Nach einer kleinen Pause sollten dann Run The Jewels (US, Hip Hop) folgen. Was soll ich sagen, das war der Abriss des Wochenendes. Ich war vorne drin und es passte einfach alles. Band on fire, Publikum mit Bocklevel am Anschlag und alles andere wie z.B. die Ansagen war auch auf den Punkt. Die Beiden hatten sichtlich Spaß und haben auch über ihren Auftritt vor zwei Jahren gesprochen und wie sie das Festival mögen. Prognose: In weiteren zwei Jahren bzw. mit dem nächsten Album werden sie hier Headliner. Anschließend Flying Lotus (US, Electronic). Das war dann eigentlich ein Lückenfüller und hat mir nach dem überragenden RTJ-Auftritt wenig gegeben. Als Tagesabschluss folgte dann mit Justice (FR, Electronic) der Headliner des Tages. Auch hier stand der Auftritt immer noch unter dem Eindruck von RTJ, aber zu der Show kann man einfach nur feiern. Die Hits zünden halt und die Bühnenshow war sehr stark und eines Headliners absolut würdig.
    Highlights des Tages: 1. Run The Jewels / 2. Justice / 3. Miguel

    Freitag: Direkt als erste Band des Tages gab es mit First Breath After Coma (PT, Post-Rock) ein Highlight. Ganz starker Auftritt beim Heimspiel und (obwohl es im Dunkeln in einem Zelt besser wirken würde) haben sie eine sehr schöne Atmosphäre aufgebaut. Danach zu Pond (AU, Psychedelic/Pop), die Tame Impala sowohl musikalisch als auch personell (teilweise gleiche Mitglieder und Kevin Parker als Produzent) nahestehen. Der Auftritt war gut, nicht mehr und nicht weniger. Anschließend ging es zu Whitney (US, Indie-Pop), die in der Abendsonne ihren melancholischen Mix aus Indie und Pop präsentiert haben. Die Band schien etwas müde (laut eigener Aussage hatten sie eine lange Anreise und in der Nacht nicht geschlafen), ich fand den Auftritt aber trotzdem gelungen. Mutig war es, sich in Porto hinzusetzen und rauszuhauen, dass man Lissabon deutlich lieber mag. Das hat dann wenig überraschend gemischte Reaktionen hervorgerufen. Direkt danach spielte Angel Olsen (US, Folk). Ihr Set schwankte irgendwie zwischen sehr starken Songs und Passagen, die zu langgezogen waren. Als nächstes habe ich mir mit Nikki Lane (US, Country) die erste Band des Wochenendes auf der Pitchfork Stage angesehen. Das war durchaus kurzweilig, aber viel im Ohr geblieben ist dabei nicht. Ich bin dann etwas früher gegangen, um mir einen guten Platz bei Bon Iver (US, Indie-Folk/Pop Synth/whatever) zu sichern. Der Auftritt war sicherlich derjenige mit der größten Zuschauermenge des gesamten Wochenendes und meine Erwartungen exorbitant hoch. Letztendlich stand ich dann gut 80min melancholisch oder/und grinsend vor der Bühne und war überrascht, wie gut die sehr unterschiedlichen Songs im gleichen Set funktionieren. Ein ganz großer Auftritt mit einer für mich starken Setlist (Towers als große Überraschung und ein Highlight) und rundum begeistertem Publikum. Justin & Co. dürfen dann gerne bitte ganz schnell ihre Europa-Tour nachholen bzw. einen neuen Versuch starten.

    www.setlist.fm


    Danach wollte ich eigentlich mal bei Skepta (US, Grime) reinschauen, aber das hätte von der Stimmung her überhaupt nicht gepasst und ich habe es gelassen. Als persönlicher Tagesabschluss stand dann Nicolas Jaar (US, Electro/Synth) an. Das war dann leider absolut gar nicht mein Ding. Ich war sehr müde aufgrund des langen Tages mit der Stadttour und bei der Musik ist für mich einfach absolut "nichts passiert". Ich fand es langweilig, die Stimme hat (wenn er sie genutzt hat) nicht gepasst und die ganze Show fand ich auch schwach. Alles in allem für mich das einzige enttäuschende Konzert des Wochenendes. Andererseits haben alle meine vier Begleiter den Auftritt zu ihren Top 3 des Wochenendes gezählt.
    Highlights des Tages: 1. Bon Iver / 2. First Breath After Coma / 3. Whitney

    Samstag: Am Nachmittag hatte ich keine Bands, die ich unbedingt sehen wollte. sodass ich mir viele Sachen entspannt von hinten angeguckt habe und auf dem Gelände umher gegangen bin. Beginn war mit Núria Graham (ES, Folk-Rock), welche die Super Bock Stage eröffnet hat. Ein guter Auftritt, um in der Sonne zu entspannen. Evols (PT, Rock) haben dann die Hauptbühne eröffnet. Wieder ein Heimspiel das mir gut gefallen hat, sehr sympathische Band. Anschließend folgte mit Elza Soares (BR, Samba) ein sehr spezieller Auftritt. Mir war der Name kein Begriff, daher mal eine ganz kurze Vorstellung. Die Frau ist eine fast 80-Jährige Brasilianerin, die in ihrer Heimat ausgesprochen populär ist und brasilianische Tina Turner genannt wird. Sie wurde 1999 zur brasilianischen Sängerin des Jahrtausends gewählt und war viele Jahre mit dem Fußballer Garrincha verheiratet. Aufgrund zahlreicher Schicksalsschläge im persönlichen Umfeld und ihrem Umgang damit ist sie eine Art Vorbild für viele Landsleute. Ich habe zwar die portugiesischen Texte und Ansagen nicht verstanden und konnte mit der Musik an sich auch nicht unbedingt sehrr viel anfangen, aber es war sehr interessant mal so ein komplett anderes Konzert auf einem Festival zu erleben. Das Publikum hat es auch sehr positiv aufgenommen. Anschließend dann The Growlers (US, Psychedelic Rock). Die haben live auch Spaß gemacht ohne dass allzu viel hängengeblieben ist. Anschließend habe ich den Beginn von Sampha (UK, Soul) gesehen und war von der Stimme sehr beeindruckt. Allerdings bin ich nicht allzu lange geblieben, da zeitgleich mit Mitski (US, Folk-Rock) eine persönliche Neuentdeckung gespielt hat. Die Pitchfork Stage war gut gefüllt und sie hat einen sehr kurzweiligen und sympathischen Auftritt hingelegt. Gerne wieder. Bei Metronomy (UK, Electro-Pop) wurde dann das Tanzbein geschwungen. Sehr melodischer Auftritt, der viel gute Laune verbreitet hat und sehr positiv aufgenommen wurde. Danach folgte mein persönliches Tageshighlight mit Japandroids (CA, Punkrock). Vorne drin war prächtige Stimmung, die Band hat eine Stunde abgeliefert und ich konnte sie endlich mal live sehen. Am Schluss noch eine Setlist abgestaubt. Würde ich mir jederzeit wieder angucken. Dann stand mit Aphex Twin (UK, Electronic/IDM) der Headliner des Tages auf dem Programm. Ich wusste vorher wirklich nicht was mich live erwarten würde. Die Musik ist nunmal alles anderes als leicht zugänglich und ich hatte die Befürchtung, dass es nach einer gewissen Zeit zu anstrengend bzw. mein Kopf matschig wird. Allerdings war es live dann doch "entspannter" als gedacht. Es war zwar natürlich trotzdem sperrig, aber andererseits auch kurzweilig. Dazu eine starke Show mit Leinwänden und Lasern. Nach ca. 70 Minuten bin ich dann rüber zur Pitchfork Stage, um noch den Großteil von Against Me! (US, Punkrock) zu sehen. Es war leider vergleichsweise wenig los, aber dafür hatte ich dann vorne einen guten Platz und die Stimmung war dort sehr gut. Ein starkes Set und Ende des Festivals (dachte ich). Denn als ich nach dem Gig den Bereich verlassen habe hat Aphex Twin immer noch gespielt. Letztendlich bin ich dann nochmal kurz zur Hauptbühne gegangen und habe die letzten 5 Minuten seines knapp zweistündigen Sets gesehen.
    Highlights des Tages: 1. Japandroids / 2. Against Me! / 3. Aphex Twin

    Fazit
    Wenn euch das Line Up gefällt, dann werdet ihr beim Festival sehr viel Spaß haben. Highlights umfassen ein grandioses Gelände mit kurzen Wegen und wunderbarer Sicht, Sauberkeit im gesamten Festivalbereich, eine tolle Stadt, sehr gutes Wetter und eine angenehm entspannte Atmosphäre.

    Wenn es bei mir zeitlich passt, dann würde ich sehr gerne wiederkommen.


  • TheWizard TheWizard 12.06.2017 20:50 Uhr
    DANKE für den schönen, lesenswerten und ausführlichen Bericht! Hat richtig Spass gemacht durchzulesen und denke ich hätte vermutlich genau die gleichen Bands angesehen

    Klingt wirklich top im Gesamtpaket und bei passendem Programm definitiv mal interessant! Dieses Jahr bzgl Portugal bei mir erstmal NOS Alive

  • tobiwan42 tobiwan42 12.06.2017 21:05 Uhr
    Jau, sehr schöner ausführlicher Bericht! Danke dafür aber um Cigarettes After Sex wirst du beim Werchter dann nicht heRUMkommen

    Portugal scheint festivalmäßig ja einiges zu bieten, das NOS Alive hat ja auch oftmals sehr ansprechende Lineups.

  • Nico11 Nico11 12.06.2017 21:11 Uhr
    Klasse Bericht, klingt nach einem tollen Festival.
    Line-Up ist allerdings nicht wirklich meine Richtung

  • Nikrox Nikrox 12.06.2017 22:59 Uhr
    Super Bericht
    Und Skinny Love

    Jetzt muss er seine Versprechung nur noch wahrmachen und wieder kommen

    Auch wenn ich einige Bands deiner Auflistung nicht kenne, ist so ein Festival in Portugal ohne Camping sicherlich mal eine Überlegung wert. Danke für den Einblick

  • Wumi94 Wumi94 12.06.2017 23:09 Uhr
    Toller Bericht, macht Lust. Kannst du noch etwas mehr zum Publikum schreiben? Altersschnitt oder Verteilung? Sind die Leute ehr wegen der Musik oder eher zum feiern da?

  • defpro defpro 13.06.2017 11:14 Uhr
    Tststs... Skepta nicht angesehen. Großer Fehler!!!

    Wirklich ein klasse Bericht! Ich werde mir dieses Jahr mal das FIB Benicàssim gönnen, das ja ebenfalls die Kombination Festival und Strand verspricht. Die Ausrichtung ist jedoch im direkten Vergleich (zumindest bei den großen Acts) etwas mainstreamiger/poppiger,

  • PastorOfMuppets PastorOfMuppets 13.06.2017 15:29 Uhr SUPPORTER
    Danke für die Blumen allerseits.


    Wumi94 schrieb:
    Kannst du noch etwas mehr zum Publikum schreiben? Altersschnitt oder Verteilung? Sind die Leute ehr wegen der Musik oder eher zum feiern da?

    Meiner Beobachtung nach reicht das Spektrum etwa von 10 bis 60 Jahren. Es sind einige Familien mit Kindern da und ich habe auch einige ältere Leute gesehen. Der überwiegende Teil ist aber in den 20ern, ich würde den Schnitt irgendwo auf 24-27 Jahre schätzen.

    Rein zum "Feiern" ist niemand da, d.h. ich habe keine offensichtlich komplett betrunkene Person gesehen. Das Publikum teilt sich quasi in den direkten Bereich vor der Bühne und den Hügel auf. Vor der Bühne steht die Musik absolut im Mittelpunkt. Auf dem Hügel wird auf den Decken sitzend oder im Stehen entspannt geguckt bzw. sich auch mal unterhalten.

  • WilliamBlake WilliamBlake 13.06.2017 22:51 Uhr
    Vielen Dank für deinen tollen und ausführlichen Bericht.

    Als Stammgast des Hauptfestivals bin ich immer mal wieder am überlegen Porto auch noch mit zu nehmen. Nach deiner Beschreibung ist die Lust es nächstes Jahr zu machen gestiegen.

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