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Störfälle in Atomkraftwerken / Atomaustieg in D

eröffnet von FBG am 04.08.2006 09:30 Uhr - letzter Kommentar von Stebbard



  • FBG FBG 04.08.2006 09:30 Uhr

    mmh, noch so ein heikles thema ....


    mal ein paar sache vorweg:
    - deutschland kann nicht auf Atomenergie verzichten
    - können wir nicht milliaren tonnen aus china kaufen um den energiehaushalt zu regeln. warum? siehe bundesschuldenuhr ...
    - ich will das geschrei nicht hören, wenn die energiepreise für die haushalte noch weiter steigen


    bei unserer momentanen regierung sieht es ja so aus, dass die reaktoren am netz bleiben.
    die grünen wollen genau das gegenteil, sprich alle am besten sofort ausschalten

    denke, dass der mittelweg mal wieder das beste wäre:
    ältere reaktoren nach und nach runterfahren & ganz abschalten, aber die neuen, die noch vor 10-15 jahren für teures geld gebaut wurden weiterlaufen lassen.

    klar, passieren kann immer was. aber da wir in deutschland leben, wird wohl auch bei den atomreaktoren alles penibel gesetzlich geregelt sein, so dass man größtmögliche sicherheit hat.

    zudem machen mir als saarländer die französichen reaktoren (die alle relativ grenznah gebaut wurden ) mehr sorgen ...

548 Kommentare


  • ice-dk ice-dk 04.08.2006 09:38 Uhr
    naja, da stimme ich dir ja mal nicht so ganz zu.

    Deutschland kann auf Atomkraft verzichten.

    Der ATomausstieg ist beschlossene Sache. Wurd vor ein paar Jahren bestimmt, dass nach und nach abgeschaltet wird. Das ganze in einer Zeitfrist von (ich glaube) 30 Jahren. Irgendwann in etwa 25 Jahren soll es dann soweit sein.

    Alternative Energiequellen müssen genutz werden!

    Dazu kommt meiner Meinung nach der wichtigste Punkt. Der Energie Verbrauch muss gesenkt werden. Bei jedem Einzelnen, bei Industrie und Wirtschaft!

    Das die Grünen das am liebsten sofort wollen ist klar, allerdings haben sie den Atomausstieg auf den Weg gebracht, und zwar so wie er beschlossen worden ist.

    Zu der peniblen Regelung in Deutschland: Ich glaube, dass auch in Schweden sehr penibel überwacht wird. Ist ja kein Entwicklungsland!

  • FBG FBG 04.08.2006 09:43 Uhr SUPPORTER
    klar, atomausstieg in 30 jahren ...
    aber bis dahin wird auch noch viel passieren bzgl. energieverbrauch etc. fängt ja quasi bei jeder waschmachine etc an.
    und alternative energieanlagen für wind- & sonnenenergie z.b. müssen auch erstma gebaut werden.

    wenn heute n8 alle reaktoren abgeschaltet würden, säßen wir morgen alle ziemlich dumm da, meiner meinung nach.

  • division-hengstschwanz division-hengstschwanz 04.08.2006 09:56 Uhr
    Wer sich auch nur ein wenig damit beschäftigt und technisch kein Unbewanderter Mensch ist kann über Aussagen wie Deutschland kann ohne Atomkraft die Stromversorgung sichern nur lachen. Auch nicht in 30 Jahren. Die wieder aufsteigende Debatte ist ein Zugeständnis zu den Fehlern die im Rahmen des Ausstiegvertrages begangen worden sind.

    Atomkraft ist eine der umweltfreundlichsten Varianten der Energieerzeugung. Und jetzt kommt nicht mit Solarenergie oder Windkraft. Wer sich mit der Herstellung von Solarzellen beschäftigt und die Lebenszeit dagegen hält wird ein grosses Fragezeichen über seinem Haupt bemerken.

    Ohne geht’s nicht! Was nicht heissen soll das man sich über den nationalen Energieverbrauch keine Gedanken machen sollte.

    Schönen Gruss,

    Marius


  • Alfalfa83 Alfalfa83 04.08.2006 10:21 Uhr
    Dem kann ich nicht so ganz zustimmen!
    Ich weiß nicht ob du dich schon mal mit den neuen Energiequellen beschäftigt hast! Ein ganz wichtiger Punkt ist die Fotovoltaiktechnik (auch Photovoltaik gennant / Licht wird in Energie umgewandelt), was die meisten immer als Solarzellen bezeichnen! Diese Fotovoltaiktechnik ist im Moment in der Entwicklungsphase und meiner Meinung sehr erweiterungsfähig! Da sie keine Sonnenstrahlen braucht sondern nur Licht!
    Deswegen kann auch im Winter durch die Fotovoltaiktechnik Energie gewonnen werden!

    Ich bin fest davon überzeugt, dass früher oder später die Atomenergie nicht mehr nötig ist! Aber im Moment ist die Atomenergie die günstigste Energiequelle! Bzw. eine Energiequelle, die am meisten Energie erzeugen kann!


    @ division-hengstschwanz:

    Hast du dich schon mal damit beschäftigt? Dann eine Frage? Warum siehst du immer mehr Fotovoltaikanlagen auf Dächern und immer Windräder auf Feldern?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fotovoltaik

  • Alfalfa83 Alfalfa83 04.08.2006 10:23 Uhr


    Sorry habs verrafft mit dem Link! Ist ja noch früh am Morgen!Fotovoltaik (Photovoltaik)

  • Gerry Gerry 04.08.2006 10:32 Uhr
    aber nur mit solar, wind und wasser kannst du deutschland nicht betreiben. wenn dann müsste man ganz deutschland mit den kollektoren zupflastern und für ein einfaches einfamilienhaus braucht man im moment etwa sechs große kollektoren (dann ist das dach zu), um nur annähernd warmes wasser zu haben. um das haus heizen zu können, braucht es wohl etwas mehr. die anschaffungskosten (sei es privat oder bund) sind auch nicht gerade billig/günstig.

    und ich glaub, bis dahin ist es noch ein weiter weg, bis wir zu dem niveau kommen, das im james bond-film "der mann mit dem goldenen colt" betrieben wird.

    zum thema atomkraft: als ob deutschland ein problem weniger hätte, wenn es keine akw's mehr hat. dann gibts immer noch welche in frankreich. lass da was passieren, dann ist der westliche teil von deutschland auch betroffen. also find ich die ganze debatte atomausstieg usw. falsch. was bringt uns das, wenn wir aussteigen, aber dann im nachbarland was passiert? dann sind wir genauso im arsch.


    "regenschirme zu!"
    "fucking scheise!"

  • Gunslinger Gunslinger 04.08.2006 10:47 Uhr
    Zitat:

    Alfalfa83 schrieb:

    @ division-hengstschwanz:

    Hast du dich schon mal damit beschäftigt? Dann eine Frage? Warum siehst du immer mehr Fotovoltaikanlagen auf Dächern und immer Windräder auf Feldern?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fotovoltaik


    Aus dem einzigen Grund: es wird subventioniert und lohnt sich ausfinazieller Sicht!

    Alternative Engergien fördern ist ja vom Prinizip her ne ganz gute Sache, bin auch kein glühender Verfechter der Atomkraft. Allerdings lässt sich meines Erachtens damit die Versorungssicherheit in Deutschland mittesfristig nicht sicherstellen. Sprich was machen wir im Winter bei Windstille??

    So lange es da keine hochverfügbaren, bezahlbaren Alternativen gibt, halte ich es für absoluten Schwachsinn ausgerechnet unsere deutschen Atomkraftwerke abzuschalten, die man wohl zu den sichersten in der Welt zählen kann. Was wäre im Moment die Alternative? Atomstrom aus Frankreich oder gar Tschechien?

  • spike spike 04.08.2006 11:45 Uhr
    Zitat:

    division-hengstschwanz schrieb:
    Wer sich auch nur ein wenig damit beschäftigt und technisch kein Unbewanderter Mensch ist kann über Aussagen wie Deutschland kann ohne Atomkraft die Stromversorgung sichern nur lachen. Auch nicht in 30 Jahren. Die wieder aufsteigende Debatte ist ein Zugeständnis zu den Fehlern die im Rahmen des Ausstiegvertrages begangen worden sind.

    Atomkraft ist eine der umweltfreundlichsten Varianten der Energieerzeugung.





    also bei allem respekt...

    in deutschland wird gerade mal 25% der enrgie über atomkraftwerke gedeckt... wikipedia

    man kann sehr wohl auf atomkraftwerke verzichten. norwegen und italien sind dafür ja gute beispiele. wegen mir können wir norwegen auf grund der geografischen besonderheiten (--> wasserkraftwerke...) auch ausklammern...


    und das atomkraft umweltfreundlich kommt totalem stuss gleich.

    uran was zur kernspaltung verwendet wird hat ein halbwertszeit von

    7,038 · 10 E 8 Jahren.
    nur mal so als gedankeneinwurf.
    vor 6,5 10 € 7 Jahren sind die Dinosaurier ausgestorben....

    du willst also behaupten, dass das umweltfgreundlich ist?

    nach 700.000.000 jahren ist immer noch die hälfte davon da... uran ist nicht nur radioaktiv sondern auch hoch giftig für nahe zu alle lebernsformen...
    aber umweltfreundlich....

    auch die ganzen spalt / abfallprodukte die wir unter der erde verbuddeln sind hoch radioativ und haben ähnlich halbwertszeiten.
    es ist naiv zu glauben dass diese abfälle für die nächsten millionen jahre dort bleiben wo sie sind....


    @ gerry
    was sit denn das für ein argument. nur weil frnakreich seine akws an der grenze stehen, brauchen wir nicht aus der atomkraft austeigen ?



  • Alfalfa83 Alfalfa83 04.08.2006 11:45 Uhr
    Mein Beitrag war hauütsächlich zu dieser Aussage gedacht!

    Zitat:

    ...Aussagen wie Deutschland kann ohne Atomkraft die Stromversorgung sichern nur lachen. Auch nicht in 30 Jahren.


    Ist mir schon klar, dass wir im Moment auf die Atomenergie nicht verzichten können bzw. dass es in den anderen Ländern auch noch Atomkraftwerke gibt. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass z.B. in 30 Jahren die Technik in Sachen Fotovoltaik und Windrädern sich wesentlich verbeesern wird! Bzw. wenn ein Land mit diesem Umschwung in Energiequellen anfängt, dann werden die anderen Länder nachziehen. Und wenn Deutschland das Land ist, die in diesen Punkten forschen und erfolgreich sind wäre das mit Sicherheit auch gut für unsere Wirtschaft!

    Bsp.: Vor ca 10-15 Jahren gab es die ersten Windräder! Ein Bekannter arbeitet in einer Firma für erneuerbare Energie, wie z.B. Windräder! Jetzt haben sie einen Auftrag in Südamerika! Dort soll ein Park erbaut werden mit Windrädern!

    Ich bin der Meinung, wenn in diesen Punkten weiterhin geforscht und entwickelt wird, dann kann es einen gewaltigen Umschwung in der Energiepolitik geben!

    Aber es gibt halt Leute, die sind nicht risikofreudig bzw. nicht bereit für was neues


  • spike spike 04.08.2006 11:54 Uhr
    Zitat:

    Alfalfa83 schrieb:
    [...]. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass z.B. in 30 Jahren die Technik in Sachen Fotovoltaik und Windrädern sich wesentlich verbeesern wird! Bzw. wenn ein Land mit diesem Umschwung in Energiequellen anfängt, dann werden die anderen Länder nachziehen. Und wenn Deutschland das Land ist, die in diesen Punkten forschen und erfolgreich sind wäre das mit Sicherheit auch gut für unsere Wirtschaft!

    Bsp.: Vor ca 10-15 Jahren gab es die ersten Windräder! Ein Bekannter arbeitet in einer Firma für erneuerbare Energie, wie z.B. Windräder! Jetzt haben sie einen Auftrag in Südamerika! Dort soll ein Park erbaut werden mit Windrädern!

    Ich bin der Meinung, wenn in diesen Punkten weiterhin geforscht und entwickelt wird, dann kann es einen gewaltigen Umschwung in der Energiepolitik geben!

    [...]



    zustimm

  • ice-dk ice-dk 04.08.2006 12:07 Uhr
    Zitat:

    spike schrieb:





    und das atomkraft umweltfreundlich kommt totalem stuss gleich.



    auch die ganzen spalt / abfallprodukte die wir unter der erde verbuddeln sind hoch radioativ und haben ähnlich halbwertszeiten.
    es ist naiv zu glauben dass diese abfälle für die nächsten millionen jahre dort bleiben wo sie sind....





    Da stimm ich dir aber mal voll zu!

    An alle Befürworter. Ihr könnt ja mal die Leute in Ahaus und Gorleben fragen, was die so von Atomkraft halten. Die haben den ganzen Scheiß bei sich vor der Haustür liegen.

    und zu dem Punkt wir kommen ohne Atomkraft nicht aus:
    Im Moment stimmt das vermutlich, aber das ist doch noch lange keinen Grund das nicht zu ändern, oder?
    wenn wir von 30 Jahren sprechen, müsste es doch eigentlich zu schaffen sein. Zumindest annähernd!


  • Gerry Gerry 04.08.2006 12:48 Uhr
    Zitat:

    spike schrieb:

    @ gerry
    was sit denn das für ein argument. nur weil frnakreich seine akws an der grenze stehen, brauchen wir nicht aus der atomkraft austeigen ?






    um was gehts denn? um die angst = umweltfeindlich? was soll es uns bringen, wenn deutschland von der atomkraft aussteigen, aber dann passiert woanders was. dann ist ein teil deutschlands genauso im arsch. oder was meinst du?

  • Alfalfa83 Alfalfa83 04.08.2006 13:06 Uhr
    Zitat:

    Gerry schrieb:
    [quote]
    spike schrieb:

    @ gerry
    was sit denn das für ein argument. nur weil frnakreich seine akws an der grenze stehen, brauchen wir nicht aus der atomkraft austeigen ?






    um was gehts denn? um die angst = umweltfeindlich? was soll es uns bringen, wenn deutschland von der atomkraft aussteigen, aber dann passiert woanders was. dann ist ein teil deutschlands genauso im arsch. oder was meinst du?
    [/quote]


    Soll das jetzt heißen, nur weil Frankreich Atomkraftwerke an der Grenz besitzt, sollen wir dann unsere nicht dicht machen? Was ist das denn bitte für eine Aussage? Wie schon im letzten Beitrag von mir steht! Ich bin fest davon überzeugt, wenn ein Land mit besseren Energiquellen überzeugt, dann ziehen andere Länder wie Frankreich nach! So ist es doch in jedem Bereich!
    z.B. Wer kauft sich heutzutage noch einen Videorecorder, wenn es einen DVD-Rekorder gibt. Ist jetzt vielleicht weit hergeholt aber das Prinzip, dass man immer das neuste will, bleibt gleich!

  • Gerry Gerry 04.08.2006 13:17 Uhr
    Zitat:

    Alfalfa83 schrieb:

    Soll das jetzt heißen, nur weil Frankreich Atomkraftwerke an der Grenz besitzt, sollen wir dann unsere nicht dicht machen? Was ist das denn bitte für eine Aussage?



    wenns um den sicherheitsaspekt geht, dann ja. dann ist es egal wo das akw steht.

  • Alfalfa83 Alfalfa83 04.08.2006 13:24 Uhr
    Zitat:

    Gerry schrieb:

    wenns um den sicherheitsaspekt geht, dann ja. dann ist es egal wo das akw steht.


    Was ist dir lieber?
    Jahrelang mit dem Gewissen leben, das in Deutschland und Frankreich ein Atomkraftwerk hochgeht!

    ODER

    In 30 Jahren nicht mehr von der Atomenergie abhängig zu sein!


    Also so wie ich dich verstehe, sehe ich deine Aussage nicht als Sicherheitsaspekt!

    1. Wenn in Deutschland Atomkraftwerke schließe, dann ist die Gefahr schon mal geringer, da es nur noch Atomkraftwerke in Frankreich etc. gibt!

    2. Wenn wir unsere schließen, brauchen wir eine Ersatzquelle mit mind. der gleichen Leistung wie ein AKW. Und wenn es so eine Quelle gibt, dann gibt es diese auch in anderen Ländern vielleicht nicht in 30 Jahren sondern 35 Jahren.

  • Gambrish Gambrish 04.08.2006 14:34 Uhr
    Ok, mal ein paar weitere Facts:

    jeden Tag knallt durch die Sonne ca. 15.000 mal soviel Energie auf uns als wir weltweit brauchen würden.
    Wind -> 308-mal soviel
    es wächst 15-mal mehr Biomasse und es ist 80-mal soviel Wellen- und Strömungsenergie vorhanden

    Es geht also eigentlich nur darum, wie man diese "Alternativen" ausnutzt. Und da soll mir keiner erzählen, in 30 Jahren sei ein Atomaustieg nicht möglich.

    Klar ist die Technik heute noch nicht soweit, aber blick mal 30 Jahre zurück, siehe was heute möglich ist und überlege mal, was für ein Fortschritt in 30 weiteren Jahren bei zielgerichteter Forschung in dem Bereich möglich ist. Die rohe Energie ist jedenfalls vorhanden!!!

    Dazu gibt es auch eine Studie der europäischen Kommisssion. Demnach wäre 2050 folgendes Energieverbrauchsschema möglich:

    40 % Solar
    30% Biomasse
    15% Wind
    10% Wasser
    5% Erdöl

    Es ist ja nicht so, als sollte die Kernenergie alleine durch Wind oder Sonne ersetzt werden.

  • 04.08.2006 19:46 Uhr
    Stichwort Regenerative Energien ( Biogas, Holzpellets usw.... ).

    Stichwort Naturstrom (Offshore Windkraftanlagen, Fotovolaik, usw. )


    Es steht lediglich eine Lobby von Energiekonzernen hinter der Merkel und schabt an der Tür, da sie mehr und mehr sehen das umweltbewusste und steuerlich / subventionstechnsich versierte Mitbürger beginnen zu autonomen Energieproduzenten zu werden.

    Fontgemeinschaften stellen ohne die großen Stromproduzenten Windkraftanlagen ... steht ja selten RWE dran, oder ?

    Bist du Kunde eines Enegiekonzerns kannst du nur indirekt kontrollieren woher dein Strom kommt. Lediglich dein Kapital "grün" investieren indem du einen Stromanbieter wählst der sauber Strom einkauft. ( Greenpeace energy bspw. )

    Faktisch bekommst zwar weiter Atomstrom. Aber naja.

    Atomenergien als sicher und ökologisch zu deklarieren ist Augenwischerei.

    Vor 51 jahren wurde der erste Reaktor gebaut. heute sind 447 im Betreib... damit werden gerade mal 6,5% der Weltstromerzeugung gedeckt.

    Eine Konsequenz von Tshernobyl :
    flächendeckende Kontamination durch Caesium 137. Es wurde in etwa eine Strahlung von 10 Million Curie freigesetzt damals.

    Es wurden zum Aufräumen "lediglich" 400000 Arbeiter registriert um die Tshernobyl Folgen abzumildern. 800000 waren wohl eher der Strahlung ausgesetzt. Auch wenn später weniger stark.

    Halbwertszeit von Caesuim beträgt 30 Jahre, die Strahlung ist also immernoch 50% so intensiv wie vor 20 Jahren als sich der Unfall ereignete. In 40 jahren sind es dann nur noch 25%. In 70 12,5% ... in 100 Jahren noch 7,25 % ...

    Windscale/Sellafield 1957... mehrere tausend sind an den Langzeitfolgen gestorben...

    Und Tschernobyl war bei weitem nicht der schlimmste Atomunfall. 1958 die Atomanlage Mamak 20 Millionen Curie. Beschränkt auf den Ural, 30 Jahre von der Sowjetunion stillgeschwiegen, 60 Jahre danach strahlt es immernoch im Ural.

    20 Million Curie = 1600000 Menschen im direkten Kontakt zur Stahlung? Oder wie viele menschen waren notwendig um sowas zu vertuschen ?

    Wie viele Opfer sind und werden noch an den Folgen von Tshernobyl sterben ?

    Harrisburg 1979. Strahlungswolke, immernoch erhöhte Leukämieraten bei Opfern die der Strahlung aus gesetzt waren.

    Tokaimura 1999. Arbeiter verursachen eine Kettenreaktion durch Missachtung von Sicherheitsvorschriften, sterben eines qualvollen Todes. Mehrere hundert weitere Menschen verstrahlt.


    ...

    5 erhebliche Atomunfälle, das alles innerhalb 55 Jahre Atomgeschichte. Auch die jüngsten Vorfälle zeigen das Atomstrom in keinster Art und Weise sicher ist.

    Der nächste Unfall ist lediglich eine Frage der Zeit. Wenn wir Glück haben verstrahlt es dann nur ein paar hundert, also sterben nur ein paar tausend Weitere an der "sauberen" Atomenergie.

    Stehen ja nur Atomkraftwerke auf Erdspalten in Deutschland... nahe der Eifel. Zum Glück stillgelegt. Oder ?


  • Matzee Matzee 04.08.2006 20:38 Uhr
    Das Problem ist doch viel eher noch der irrsinnige Energie- und auch Rohstoff(!)verbrauch der Industrienationen

    @FF Glaube es heißt Majak, nicht Mamak, aber das nur am Rande

  • 04.08.2006 22:29 Uhr
    Stimmt Majak wars... aber egal.

    Ich wüßte nicht warum es ein Problem der Rohstoffverknappung ist wenn bzgl. Atomstrom neue radioaktive Stoffe anreichert werden und somit ein Stau an nicht endlagerbaren Stoffen entsteht.

    Im bundesweiten Durchschnittsvergleich der Stromanbieter werden auf die kWh 0,0008g radioaktiven Abfalls produziert. gehen wir mal auf ca. 1200 kWh Stromverbrauch pro Kopf im Jahr aus, das ist fast ein Gramm im Jahr. 82 Millionen Gramm ... also 8,2 Tonnen radioaktiver Müll in der Bundesrepublik Deutschland.

    Alleinig an Stromverbauch an Haushalten bemessen.

    Wenn man bedenkt das in einen Castor 10 Tonnen reingehen...

    ca. 1 kg waffenfähiges Plutonium sind bei der Hiroshima Bombe zur Reaktion gekommen. Zwar ist ncht jeder radioaktive Abfall gleich waffenfähiges Plutonium. Aber alleine das eine Gramm radioaktiver Müll welches pro Bürger in Deutschland entsteht muss in der Form von Bremmstäben auch erstmal durch Wasser gekühlt werden.

    Dann, wenn der Brennstab mal abgebrannt ist packt man ihn in eine Eierschale names Castor und kutschiert ihn wahlweise nach Frankreich oder nach Irland um ihn wieder aufzubereiten. Da wird dann Strahlung in die Umwelt bei der wiederaufbereitung abgegeben. Entweder in den Atlantik oder anderso wohin... Auch in der Mosel sind noch Strahlungsrückstände nachweisbar.

    Und das machen wir dann des Öfteren, weil wir kein Endlager haben... die Stäbe die nicht mehr aufbereitbar sind packen wir dann in ein Zwischenlager ... oder wir deklarieren einen Salzstock als Endlager .... vor ca. 115000 jahren entstanden. Plutonium hat ja nur eine halbwertszeit von 24100 Jahren ... aber Plutonium mit 4,5 Mrd. Jahre wäre in einem Salzstock nicht einlagerbar der erst vor 115000 Jahren entstanden ist und ggf. vielleicht nur noch X Millionen Jahre bestand hat.


    Vor ca. 2 Milliarden Jahren entstand der natürliche Reaktor Oklo. Dieser war 500.000 Jahre phasenweise aktiv. 1972 wurde dieser natürliche Reaktor entdeckt, war nachweisbar das es zu dieser natürlichen nuklearen Kettenreaktion gekommen ist.

    Das natürlich vorhandene Uran bei diesem Reaktor mag zwar auch 500.000 Jahre gebraucht haben um 10 Tonnen Uran zu 4 Tonnen Plutonium und weiteren 10 Tonnen Spaltprodukt zu verbrennen ... das mag ja aus Sicht der Energieeffienz super toll sein, wenn 100 Milliarden Kilowattstunden dabei freigesetzt worden sind...

    Reichen würde dies lediglich für den Strombedarf von ca. 83 Millionen Menschen in einem Jahr wenn man 1200 kWh pro Kopf Verbrauch zu Grunde legt. Also ein jahr.

    Aber ich will ehrlich gesagt gar nicht wissen über wie viele Ressourcen an strahlendem, spaltungsfähigen Material wir verfügen bzw. wie viel schon verbrannt haben.

    Fakt ist - durch verbrennen wird das nicht weniger, es wird mehr an strahlendem Material das ggf. geringer Halbwertszeiten besitzt.

    Und ebenso : Was in der Natur 500000 jahre gebraucht hat, das führen wir künstlich in einem Jahr herbei und meinen es kontrollieren zu können.

    Meiner Meinung nach sollten wir umsichtiger Art und Weise davon lassen. Die Umfälle haben zu genüge gezeigt das wir nicht in der Lage sind dies zu 100% zu gewährleisten.

    Nicht nur Norwegen und Italien kommt ohne eigene AKW´s auch. Auch Östereich. Sowie viele weitere Länder der Weltgemeinschaft.

    IMHO ist die Kernkraft lediglich eine Verlagerung der Problematik in die Zukunft mit größeren Konseqenzen die viel schwerer zu kontrollieren sind da kaum berechenbar und der faktor Mensch die Sicherheit nicht gewährleisten kann... das beweisen die Atomunfälle eindeutigst.

    Das es ein Problem des Energieverbrauches ist dürfte klar sein. Wir verbrauchen viel zu viel, das weniger mehr ist müsste die Prämisse für den Atomausstieg werden.

    Aber das die Energieversoger das net sooo toll finden dürfte ebenso klar sein, oder ?

  • NoelGallagher NoelGallagher 04.08.2006 22:40 Uhr SUPPORTER
    Mal was ganz interessantes zum Thema Endlagerung: Die Legende vom Salzstock

    Von wegen "unter die Erde verbuddeln"...

  • Matzee Matzee 04.08.2006 22:56 Uhr
    @Friese

    1. Uran hält noch 150 Jahre, sagt man. Wobei man halt die möglichkeit der Aufbereitung hat. Quelle: Kommilitone, der auf einem zweiwöchigen - nebenbei bemerkt rundum bezahlten - Atomkraftseminar war

    2. Ich meinte mit Rohstoffen weniger Uran, ich meinte z.B. Kupfer (wird knapp). Überhaupt, alle möglichen Rohstoffe. Flächenverbrauch. All das, was so nicht ewig lange weitergehen kann

  • spike spike 04.07.2007 11:07 Uhr
    Zitat:

    Aomkraftwerk Krümmel

    Brand hat Reaktor beschädigt


    Fast eine Woche nach dem Feuer am Atomkraftwerk Krümmel östlich von Hamburg haben Mitarbeiter der Reaktorsicherheit festgestellt, dass es zu weit mehr Störungen gekommen ist als bisher angenommen. Auch das Reaktorgebäude wurde vom Brand
    beschädigt.

    http://stern.de/politik/deutschland/:Atomkraftwerk-Kr%FCmmel-Brand-Reaktor/592337.html




    dafür, dass unsere AKWs so sicher sein sollen ist da ne menge "unplanmäßiges" gelaufen.

    und wenn der reaktor mal hochgeht wars halt auch "unplanmäßig"... ist doch auch egal, dann bauen wir halt einen neuen...

  • GraveDog GraveDog 04.07.2007 11:15 Uhr
    Zitat:

    spike schrieb:

    dafür, dass unsere AKWs so sicher sein sollen ist da ne menge "unplanmäßiges" gelaufen.



    ist ja auch der Älteste und Unsicherste, den wir haben.

    zum Glück leben im Einzugsgebiet in ner Problemsituation nur 5 Mio Menschen (meine die Zahl mal irgendwo gelesen zu haben)

  • spike spike 04.07.2007 12:04 Uhr
    Zitat:

    GraveDog schrieb:

    ist ja auch der Älteste und Unsicherste, den wir haben.

    zum Glück leben im Einzugsgebiet in ner Problemsituation nur 5 Mio Menschen (meine die Zahl mal irgendwo gelesen zu haben)



    nicht ganz richtig. Biblis ist mal locker 10 Jahre älter und wird deshalb vollkommen zurecht 2009 (A) bzw. 2010 (B) abgeschaltet...


    ansosnten das ding steht in der nähe von hamburg, das sollte genug denkanstöße geben.

  • GraveDog GraveDog 04.07.2007 12:08 Uhr
    Zitat:

    spike schrieb:
    nicht ganz richtig. Biblis ist mal locker 10 Jahre älter und wird deshalb vollkommen zurecht 2009 (A) bzw. 2010 (B) abgeschaltet...

    ansosnten das ding steht in der nähe von hamburg, das sollte genug denkanstöße geben.

    David, das war schon ironisch gemeint.
    Ich kenn Krümmel und bei den Führungen haben die früher gasagt, dass es das "unsicherste" in Dtl ist und daher schon jetzt häufiger mal vom Netz genommen wurde.
    u.a. auch wegen der Nähe zu HH...

    logisch, dass es ältere Reaktoren in Dtl gibt. ich weiss auch nicht, worauf sich diese Aussage (unsicherster Reaktor) stützt, aber ich hab das häufiger mal gehört (TV)....

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